Guttenberg verspottet

Eine fiktive Überschrift erfinde ich. Eine Headline, als Tweet gekürzt:

“#Guttenberg greift hart durch – Ghostwriter vom Dienst suspendiert”

Aber sofort kam der Gedanke, dass ausgerechnet dies jemandem vor mir bereits eingefallen sein könnte. Dass es vielleicht sogar in der FAZ gestanden habe(n könnte) und dass man nun mich des Plagiats beschuldigen könnte –  Oh no!

Also drücke ich meine eigenen Witzelchen lieber in den Skat.

Die Witze der anderen tun es ja auch. Sie sind lustig genug.

“Der Google-Übersetzer wird neu justiert. Gibt man auf der einen Seite “copy & paste” ein, erscheint auf der anderen “summa cum laude”.”

Oder:

“Mami Guttenberg gegenüber der BILD: “… –zigmal habe ich dem kleinen Theo damals verboten, mit den Münchhausens zu spielen. Aber nee! – Und nun sieht er, was davon hat.”

Der Freiherr verteidigte seine Ehre am Hindukusch. So wie es sich für einen deutschen Krieger gehört. Vielleicht – hämte man derweil in der Heimat – ist “abstrus” auch nur abgeschrieben.

Doch ein Gedanke lässt mich nicht los. Er kommt aus der Tiefe des Unterbewusstseins und bohrt mich an. Sollte auch ich zur Meute gehören? Sollte sich nicht endlich einmal jemand anschicken, den Freiherrn zu verteidigen?

Immerhin schrieb auch der Große Putin seine Dissertation ab.

Im Osten kann man im Übrigen des Westens Aufregung überhaupt nicht verstehen. In Kiew – zum Beispiel – liegen in jeder U-Bahn Werbezettelchen in Visitenkartengröße, auf billigem Papier: “Wir schreiben Ihre Dissertation im Sonderangebot! Telefon: +380-44-xxx” oder “Schnäppchen! – Diplomarbeit und Dissertation zum Preis von einer!”

PatchworkdeckeUnd: Ist nicht (fast) jede Dissertation, auch die des Westens, nicht viel mehr als eine Patchworkdecke fremder Gedanken? Ein Zitatnik sozusagen, ein Sammelsurium aus den Ideen verschiedenster Vordenker, nur mit dicker Nadel vernäht?

Wäre in Deutschland der Wissenszuwachs direkt proportional zur Anzahl der erfolgreich verteidigter Dissertationen, längst hätten wir den Mars besiedelt.

Herr Guttenberg hätte sich vielleicht nur etwas Zeit nehmen sollen, um einige Nähte zu glätten, oder um einen – eigenen – Stil zu kreieren und alles wäre geritzt. Dann hätte er nun sagen können, er habe Geschriebenes weiter entwickelt. So aber lacht das Netz über die Vokabel “abstrus”.

Ach übrigens – Ich stelle mir gerade vor, wie Herr Seehofer nun immer wieder stolz den Rahmen seiner Urkunde “Ehrendoktor der Nationalen Agraruniversität der Ukraine” streichelt.

“Endlich habe ich was, was der nicht hat!”

 


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