Gute Vermieter, schlechte Vermieter ...

Es ist schon seltsam - meine erste eigene Wohnung hat 264 Euro warm gekostet. Eine kleine 18 Quadratmeterwohnung, möbliert mit kleiner Küche, kleinem Bad, die ich liebevoll "den Schlauch" nannte. Sie war im Erdgeschoss der Philipp-Reis-Straße und es ist echt crazy, dass ich damals zirka  500 Euro Kaution und eben 264 Euro Warmmiete gezahlt habe und dieselbe Wohnungen in dem großen Wohnkomplex oder auch in der Annastraße 429 Euro Kaltmiete + 129 Euro Nebenkosten zahlt, denn die Wohnungen sind von schönem Ambiente weit entfernt.
In meinem Leben musste ich leider recht oft umziehen. Das hatte weniger Kostengründe, sondern mehr persönliche - mein damaliger Freund quartierte sich in meiner ersten Wohnung ein und für 2 Personen war sie zu klein. Aus dem "nur ein paar Tage übernachten, bis ich eine WG gefunden hab", wurden ein paar Monate und viele Wohnungsbesichtigungen. Miete oder Kosten habe ich bis heute nicht gesehen - leider kann man rechtlich bei einem "Freundschaftsdienst" nicht machen, dazu werde ich allerdings einen Extrablogpost über Untervermieten machen.
Zwischen 2013 und 2015 bin ich wirklich oft umgezogen, was verschiedene Probleme hatte. Hier eine kleine Auflistung aller bisherigen Wohnungen und Was nach Hotel Mama:
  • Schlauch 
  • Studentenwerk (inoffiziell habe ich bis November 2013 dort gewohnt, aufgrund von Problemen mit meinem damaligen Ex-Freund konnte ich erst die Wohnung zu Juli 2014 kündigen, da er die Wohnung nicht räumen wollte, aber ebenso nicht bereit war, die 340 Euro Miete alleine zu zahlen für über 40 qm direkt am Campus) 
  • Waldweg (Wohnung wurde wegen Eigenbedarf gekündigt) 
  • Gallospark (superschöne WG, aber eine Mitbewohnerin hat ohne Absprache die Wohnung gekündigt und wir mussten alle innerhalb von 14 Tagen raus, da sie es nicht mal nötig fand, uns es schneller mitzuteilen)
  • Alt-Weende (Wohnung war zu klein für 2, daher haben wir das schnell gelassen. War eine Zwischenlösung)
  • Rathaus (an sich schöne Wohnung, aber mein Mitbewohner war ein Messie ... ich hatte keine Hoobies mehr außer ihm hinterher zu putzen und er war auch nicht zuverlässig, was Zahlung der Miete angeht) 
  • Südstadt  (schöne Wohnung, aber auch wieder eine sehr unordentliche und in 3 Jobs eingebundene Mitbewohnerin - da hatte ich keine Lust, zwischen ihren Umzugskartons zu wohnen)
  • Zietenterassen (ähnliches Problem, eine Mitbewohnerin war super, die andere eher nicht)
  • Elliehausen  (Horrorvermieterin)
  • Hannover Gartenfriedhof  (ich hatte das beste Zimmer, aber meine Mitbewohner hatten es in Küche und Bad nicht so mit der Hygiene)
  • Bemerode (nette Wohnung, allerdings recht sinnlos, dass ich für 3 Wochen Rest FSJ noch einmal umziehen musste ans andere Ende von Hannover
Was ist für mich ein guter Vermieter?
  • Mit einem Vermieter wie Studentenwerk oder GöHV kann ich gut leben - ich hatte oft sehr nette Hausmeister und guten Service. Ich war auch bei Studentenwerk immer sehr zufrieden, nur einige Wichtigtuer in der Basisdemokratie meines Studentenwohnheims ... die sollte man am besten ignorieren. Falls ihr in eine Studentenwohnheim zieht, überlegt euch gut, ob ihr in ein Gremium geht und bei Garten oder Finanzen oder als Waschminenwart hilft. Ich habe es als Zeitfresser empfunden.
  • Seit letzten Herbst haben wir sehr gute Vermieter - sie achten darauf, dass alles ordentlich ist und kommen nur angekündigt in die Wohnung. Wenn sie im Urlaub sind, übernehmen wir Aufgaben wie Post reinholen oder Blumen gießen oder Müll rausstellen und dasselbe würden sie auch für uns tun. Den Winterdienst teilen wir uns. Wir haben Kontakt, aber eben kein dickes Freundschaftsverhältnis, das empfinde ich als sehr angenehm, da es locker ist und man schnackt, wenn man sich sieht, aber keinerlei Zwänge bestehen.
Was ist ein schlechter Vermieter?
  • Mein Opa wohnt in einer recht teuren Cuxhavener Wohnung und wohnt in einer Wohnungsgesellschaft, die in Belgien ihren Sitz hat. Es gibt keinen klaren Ansprechpartner und so sind die Mieter auf sich allein gestellt mit Problemen, dass es zahlreiche Diebstähle in Kellerräumen gab. Das finde schlecht - ein Hausmeisterservice oder deutschsprachiger Kontakt sollte vorhanden sein.
  • Meine Horrorvermieterin war auf den ersten Blick sehr nett, aber ... so wie auch Mitbewohner gab es bei ihr zahlreiche Probleme, die zwischenmenschlich ein Zusammenleben unmöglich machten.
    • Es waren 300 Euro Miete warm ausgemacht - allerdings sollte ich dafür auch noch kochen, Hausaufgaben mit der Tochter machen, den Hund zum Gassi ausführen, einkaufen gehen und zahlreiche andere Dinge ... und das bei Gemeinschaftsküche und Toilette, die die Familie auch nutzte. Ich wurde wie eine Au Pair behandelt ... und fand das bei 300 Euro und 20 Minuten Busanfahrt nach Göttingen nicht so gut vom Preis-/Leistungsverhältnis
    • Die Vermieterin hatte mir auch verschwiegen, dass das Verhältnis zwischen ihr, ihren Kindern und dem Ex-Mann eher angespannt war - sie war recht frisch geschieden, der Mann ausgezogen, der Sohn im FSJ und die Tochter musste sich neben der Schule um den gesamten Haushalt kümmern, die Mutter verließ kaum das Haus, nicht einmal zum Zigarettenholen oder Einkaufen. Sie saß meist vor PC oder Fernseher oder saß im Garten, ob sie auch mal den Haushalt schmiss, kann ich nicht sagen. Meist habe ich nur die 13jährige Tochter kochen sehen.
    • In der Wohnung fand ich leider keine Ruhe zum Arbeiten - wollte ich mich in meinem Zimmer erholen, konnte ich das nur bei runtergelassenen Rollladen, da die Vermieterin die meiste Zeit des Tages rauchend im Garten vor meinem Fenster. 

Gute Vermieter, schlechte Vermieter ...

Photo by Erick Lee Hodge on Unsplash


Quellen und weiterführende Links:
  • aktuelle Mieten in Göttingen für 1-Zimmer-Appartments wie meine erste Wohnung: http://www.wg-gesucht.de/1-zimmer-wohnungen-in-Goettingen-Weende.5585397.html

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