Guarani und Yanomami – Indigene Völker in Südamerika

Jesuitenreduktion Trinidad © Turismo Paraguay

Jesuitenreduktion Trinidad © Turismo Paraguay

In Lateinamerika gibt es eine Vielzahl indigener Völker, die auch heute noch ihre Tradtitionen ausleben und die indigene Lebensweise fortführen. Die einzelnen Stämme haben sich den natürlichen Umgang mit der Natur bewahrt und achten und schätzen Mutter Erde als ein kostbares Gut. In diesem Artikel wollen wir Ihnen die Guarani vorstellen, die vorallem in Paraguay und den angrenzenden Ländern leben und die Yanomamis, die im Amazonasgebiet beheimatet sind.

Guarani

Im mittleren Südamerika haben sich die Guarani als Ackerbauern bereits in präkolumbischer Zeit angesiedelt. Heute gehören ihre Siedlungsgebiete zu Paraguay, Uruguay, Brasilien, Argentinien und Bolivien.

Von mehr als 4 Millionen Menschen Paraguays wird Guarani gesprochen und ist neben Quechua die wichtigste indianische Sprache Lateinamerikas.

Wie viele indigene Völker auch, lebten die Guarani von dem Bodenbau. In erster Linie wurden Mais, Süßkartoffeln, Bohnen und Maniok angebaut. Vereinzelt auch Baumwolle, Tabak, Erdnüsse und Kürbisse. Ebenso gehörte zur Versorgung das Sammeln von Pflanzen und Wildfrüchten, die Jagd und der Fischfang.

Geschichte

Jesuitenreduktion

Jesuitenreduktion

Die Guarani waren eines der ersten Völker Südamerikas, die mit den Europäern in Kontakt kamen. Relativ schnell haben sich die verschiedenen Kulturen miteinander vermischt. Vor allem in Paraguay gibt es kaum einen Einwohner, der nicht guaranische Vorfahren hat.

Die Jesuiten setzten sich für den Schutz der Guarani und gegen deren Ausbeutung durch die „Weißen“ ein. 1610 wurden die ersten Indianerreservate errichtet. Diese geschützten Siedlungen der Guarani und Jesuiten durften nur von geladenen Gästen betreten werden. 1767 wurden jedoch aufgrund von Konflikten mit den Kolonialbehörden und den Großgrundbesitzern die Jesuiten aus dem spanischen Lateinamerika vertrieben.

Guarani heute

Die Guarani bilden lediglich 1 % der Bevölkerung von Paraguay. Aber dennoch hat sich ihre Sprache durchgesetzt. Insgesamt sprechen 80 % der Paraguayer die Sprache der Guarani und sie wurde offiziell als zweite Landessprache anerkannt. Leider werden die Guarani heute trotzdem noch diskriminiert, enteignet und vertrieben. Der Lebensraum Wald ist durch die fortwährende Abholzung in Gefahr. Dies führt zum Rückgang des Jagdwildes, zur Zerstörung des Lebensraumes für Pflanzen und Heilkräuter und damit zur Zerstörung des Beziehungsgeflechtes zwischen der Natur und den Guaraní.

Religion

Im mythischen Denken und religiösen Leben der Guaraní spielen Pflanzen, vor allem Bäume, eine große Rolle. Ihre Kultur beinhaltet einen großen Reichtum am Gesängen, Tänzen, Mythen und ethischen Grundsätzen. Die Jesuiten haben in der Geschichte der Guarani eine große Rolle gespielt. Dabei haben sich die christlichen und indianischen Glaubensrichtungen miteinander vermischt. In dem Gedankengut der Indigenen herrscht immer noch die Prophezeiung des Weltunterganges, die Verfluchung der Fremdherrschaft und der Wunsch nach dem Paradies, einem „Land ohne Übel“ , das hinter dem Atlantischen Ozean vermutet wird.

Yanomami

Dorf in Puerto Ayacucho

Dorf in Puerto Ayacucho

Im venezolanisch-brasilianischen Grenzgebiet haben sich die Yanomami an der 1500 Meter hohen Serra Parima angesiedelt. Im Amazonasgebiet bilden die 35.000 Yanomami die größte indigene Volksgruppe. „Yanomami“ bedeutet übersetzt so viel wie „Menschen“ oder „menschliche Wesen“.

Geschichte

Wie die meisten indigenen Völker sind sie wahrscheinlich vor 15.000 Jahren über die Beringstraße zwischen Asien und Amerika emigriert. In Brasilien umfasst das Territorium der Yanomami 9,6 Millionen Hektar und in Venezuela beträgt das Biosphärenreservat 8,2 Millionen Hektar. Insgesamt besiedeln sie weltweit das größte bewaldete indigene Territorium.

„Unser Land ist unser Erbe“, diesen Leitspruch haben die Yanomami verinnerlicht. Und wie viele andere indigenen Völker auch, gehen sie respektvoll mit der Umwelt, in der sie leben, um. Leider wurde auch der Lebensraum der Ureinwohner eingeschränkt. Auf dem Land der Yanomami arbeiten mehr als 1.000 Goldgräber, die Krankheiten – wie Malaria, Masern, Grippe etc. – einschleppen, die Flüsse verunreinigen, Fische vergiften und Wälder abholzen. Immer wieder kommt es auch zu Übergriffen und Angriffen von Außenstehenden, die oft tödlich enden.
In Brasilien haben die Indigenen immer noch keine Besitzrechte an ihrem Land erhalten. Die Regierung weigert sich, da sie das Land der Yanomami verkleinern möchte, um die übrige Fläche für den Bergbau, Viehzucht und Besiedelungen zu nützen.

Lebensweise

In großen kreisförmigen Gemeinschaftshäusern leben die Yanomami, die Yanos oder Shabonos genannt werden. Jede Familie hat ihre eigene Feuerstelle, wo gekocht wird. In der Nähe des Feuers werden für die Nacht Hängematten aufgehängt, in denen die Familien schlafen. Die Nacht hindurch wird das Feuer geschürt, damit es die Bewohner warm haben.

Die Ureinwohner sind ein friedliebendes Volk. Es gibt keinen Anführer, die Gemeinschaften sind unabhängig voneinander. Gibt es doch Meinungsverschiedenheiten, werden diese in meist sehr langen Debatten ausdiskutiert, wobei jeder ein Mitspracherecht hat.

Auch hier gibt es eine klare Rollenverteilung bei der Nahrungsbeschaffung. Die Männer gehen auf die Jagd, um Pekari, Tapir, Reh und Affen zu erlegen. Die Frauen pflegen die Gärten, in denen etwa 60 verschiedene Feldfrüchte angebaut werden. Bei einem erlegten Wild wird das Fleisch an Freunde und Familie verteilt. Im Gegenzug erhält man auch Fleisch von den anderen.

Anders wie in unserer modernen Zeit benötigen die Yanomami nur 4 Stunden am Tag, um ihre materiellen Bedürfnisse zu befriedigen. Die restlichen Stunden bleiben für soziale Aktivitäten und der Freizeit übrig.

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Unterwegs im Dschungel

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Tagged as: Guaraní, Indigene, Natur, Religion, Südamerika, Tradition, Yanomami


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