Gründe warum Autoreisen mit Kindern die Hölle sind

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Gründe warum Autoreisen mit Kindern die Hölle sind

Dieser Text ist im überwiegenden, ironisch und sarkastisch gehalten. Sensiblen-, Super- oder Übereltern wird nicht empfohlen, diesen Text zu lesen! Das hier Geschriebene soll eine humorvolle und übertriebene Darstellung einer Alltagssituation schildern! Ich liebe meine Kinder!

Letztes Jahr hatte ich die äußerst glorreiche Idee mit den Kindern nach Köln zu fahren. Von uns aus sind es etwa 3,5 Stunden bis Köln. Das heißt insgesamt etwa 7 Stunden Autofahrt. Mögliche Staus außer Acht gelassen. Was mich erwartete war ein 7 Stündiger Trip durch die Hölle. 7 STUNDEN – in einem Auto – Mit den Kindern!!! Eigentlich hätte alleine schon der Gedanke daran mich daran hindern sollen und müssen, denn schon eine 1-stündige Autofahrt macht völlig verrückt. Ich denke, die meisten Eltern schütteln gerade heftig zustimmend und mit einem Schmunzeln im Gesicht, den Kopf. Alles in allem ist es der pure Wahnsinn. Es gibt viele Gründe warum so ein Trip nur etwas für Hartgesottene ist, ich habe mir mal die Mühe gemacht nur ein paar Punkte zu nennen.

  1. Die Kinder ins Auto bringen. Den ganzen Tag versuche ich, die Kinder nach draußen zu locken, damit sie zumindest ein wenig ausgepowert sind. Ausgerechnet an diesem Tag haben sie überhaupt keine Lust. Mittags schnappe ich das Gepäck, die Kinder und als die Türe hinter uns ins Schloss fällt sehe ich, wie sie draußen ausflippen, rennen, toben, das geheiligte Land erkunden. Dieses überragende, magische, gelobte Land das sich „Draußen“ nennt. Warum haben wir zuvor noch nie etwas von diesem „Draußen“ gehört?
  2. Anschnallgurte. Wooooow, jetzt mal ganz locker! Unser Vater verlangt was? Anschnallen? Das ist ja zutiefst empörend! Hallo Kinder! Das ist keine Neuheit die ich über Nacht, im Schutze der Dunkelheit, ins Auto montiert habe und die ich nun das erste Mal von euch verlange. Sehet Kinder, ein Gurt! Eine spezielle Apparatur das euch hoffentlich schützt im Falle wir mit einem anderen Auto zusammen stoßen ……. Während ich schimpfend in den Rückspiegel schaue. Der Gurt ist euer Freund. Und jetzt schnallt euch verdammt nochmal an!
  3. Das Radio. Um stundelange Dauerschleifen eines bestimmten Titels zu verhindern, habe ich mir angewöhnt das Radio einzuschalten. Das Radio muss aber natürlich in seiner Lautstärke getoppt werden. Kommt ein guter Song, der dem Einen, der Anderen oder uns allen gefällt, drehe ich das Radio durchaus mal lauter und die Kinder singen mit. Beim versuch mich gesangstechnisch mit einzuklinken, werde ich aber jäh mit einem „Papaaaaa, du nicht!“ gestoppt. Warum nicht? Ihr krakeelt doch auch mit, da macht mein liebliches Stimmchen doch auch kein Unterschied! Bis das ausdiskutiert ist, ist der Song vorbei. „Nooochmal!“ – „Mach zurück“ – Hallo! Das ist ein Radio, kein IPhone, kein Smartphone, kein MP3Player, keine CD, nur ein gutes altes Radio! Zurückspulen is‘ nich’….! Ziemlich Oldschool, wa?!
  4. Sind wir schon da? Die Fragen aller Fragen! Reiht sich in der Häufigkeit der meistgestellten Fragen wohl direkt hinter dem „Warum?“ ein. Das erste Mal wird diese Frage nach dem Verlassen der eigenen, heimatlichen Ortschaft – auf dem Weg zum Autobahnzubringer – gefragt. In regelmäßig unregelmäßigen Intervallen wird man mit der Frage konfrontiert. Versteht der Erwachsene die Frage nicht, formuliert man sie eben nochmals lauter. Irgendwann besteht die Reaktion aus der Androhung von Ärger wenn man jetzt noch einen Pieps hört. Ich habe zwar überhaupt keine Ahnung wie der Ärger ausfallen könnte, aber es wird bestimmt schrecklich werden. Jedenfalls hat sich für einen Moment die Frage nach der Ankunft erledigt und wurde gegen ein „Pieps!“ „hihihi“ „Pieps!“ „hihihi“ „Pieps!“ „krch krch krch“…….. getauscht. Denn das ist jetzt unheimlich lustig!
  5. Der Rücksitzfahrer. Ich habe also 2 Kinder auf der Rückbank. Der Größere darf in etwa 5 Jahren hinter dem Lenkrad sitzen. Auf so einem Trip mutiert ein Kind zum Rücksitzfahrer! (ich nenne keine Namen) „Papa, das ist der falsche Weg“ – „He, warum fährst du so langsam?“ – „Ist das die Autobahn?“ „Warum sind wir nicht auf der Autobahn?“ „Sind wir an der einen Stadt schon vorbei?“ „Du solltest rechts abbiegen!“ Hast Du die Ausfahrt verpasst?“ ….. „sind wir nicht vor ein paar Minuten erst an diesem Haus vorbei gefahren?“ NEIN! Verdammt! Wir sind nicht schon mal an diesem Haus. ….oh halt, doch! Ähm! Ja!
  6. Drive In. Es ist absolut keine gute Idee am Drive In Schalter 1000x in erhöhter Lautstärke zu bekunden dass man keine Currysoße zu den Nuggets haben möchte – vor allem wenn gerade bestellt wird. Nicht dass man schon vor einer halben Stunde von der Rückbank darauf hingewiesen wurde dass Currysoße eklig ist. Der Mitarbeiter am Schalter versteht natürlich nur Wortfetzen und zwischenrein fällt „Currysoße!“ – also packt er nochmals eine extra Portion hinzu. Ach! Und wo wir gerade bei Fastfoodketten sind. Es ist nicht lustig bei Burger King ein Happy Meal („Hihi“) oder ein Big Mac („krch krch“) zu bestellen! Ich kann in deinen Augen dein innerliches High-Five ablesen und wie Ihr euch gegenseitig auf die Schulter klopft als seid ihr lebende Legenden! Aber das ist definitiv nicht mehr lustig!
  7. Ankunft. Eine Leichtigkeit, sollte man meinen, die Kinder zum Aussteigen zu bewegen. Wir sind da! Raus aus dem Auto! Auf geht’s! Raus mit euch! Bewegt euch! Aber Nein, keine Spur sich aus den urgemütlichen Kindersitzen zu bewegen! Man sollte meinen, nach all den (oft und ausdauernd betont!) langweiligen Stunden Autofahrt, würden die Kinder aus dem Auto springen, rennen und toben wie die Wilden. So a la Bruce Willis, der aus dem action-gecrashten-flammenden-durchlöchertem Auto hechtet, sich über den Boden rollend abfedert und rennt wie der Teufel weil das Auto jeden Moment explodieren könnte. Klar, 10 Minuten vor der Ankunft ist man ja auch eingeschlafen und da bewegt man sich ungern aus seinem gemütlichen Autositz!

Das wars, wir sind angekommen! Jippiejahjeh Schweinebacke! Ich bin total fertig und ausgelaugt! Klar ist das nicht alles was auf so einer Fahrt passiert. Davon abgesehen wie viele Pipi-Pausen wir einlegen mussten und wie viele (bereits erhärtete) Gummibärchen ich beim Putzen des Vehikels entfernt habe, ist eines klar! Autotrips ja, lange Autotrips nur im äußersten Notfall oder gar ganz von der Liste streichen! Das nächste Mal werden wir evtl. gemeinsam die Bahngäste terrorisieren. Wenn sie zufällig im gleichen Zug sitzen, lächeln sie mir einfach mitleidig zu!

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