Grillen im Schrebergarten

In diesem Beitrag möchten wir uns mit einem Thema befassen, welches für Hobbygärtner relevant ist, die in ihrem Garten nicht nur Obst und Gemüse anbauen, sondern die grüne Wohlfühloase auch zum Erholen und Entspannen nutzen. Grillen zählt zu den beliebtesten Freizeitbeschäftigungen in Kleingärten. Die Gesetzeslage darüber erscheint weniger eindeutig, dennoch sollten Sie einige Dinge beachten, damit das Grillvergnügen für Gartennachbarn, Verein und Anwohner nicht zum Ärgernis wird.

Welche allgemeinen Regeln gelten im Schrebergarten?

Schrebergarten mit kleinem Holzhaus und vielen PflanzenMit der Unterschrift auf dem Pachtvertrag willigen Sie ein, sich an die festgeschriebenen Regeln zu halten.

Bevor Sie Ihren Schrebergarten in Besitz nehmen können, ist ein Pachtvertrag mit dem Kleingartenverein zu schließen. Mit Ihrer Unterschrift willigen Sie ein, sich an die dort festgeschriebenen Regeln zu halten. Weiterhin greift im Streitfall das Bundeskleingartengesetz.

Ein Schrebergarten definiert sich durch folgende allgemeine Regelungen:

  • Ein Schrebergarten darf nicht größer als 400 Quadratmeter sein.
  • Die Gartenlaube darf Abmessungen von 24 Quadratmetern nicht überschreiten.
  • Das Gartenhaus darf nicht dauerhaft bewohnt sein.
  • Der Kleingarten muss zu mindestens einem Drittel gärtnerisch genutzt werden.

Auch bei der Bepflanzung des Areals gibt es Regelungen. Während es bei Blumen, Obst oder Gemüse kaum Einschränkungen gibt, sind bestimmte Bäume im Kleingarten nicht erlaubt:

  • Fichte
  • Eibe
  • Kiefer
  • Wacholder
  • Ahorn
  • Weide
  • Walnuss
  • Birke
  • Eiche

Tipp: Einen festen Pool dürfen Sie im Garten nicht installieren. Erlaubt sind lediglich mobile Pools.

Und hier noch ein Artikel zur Geschichte des Schrebergartens: deutsche-scholle-os.de

Welche Regeln gibt es beim Grillen im Schrebergarten?

Brennender Grill auf einer Wiese Das Aufstellen von Feuerschalen ist in Kleingärten meist untersagt.

Die ersten warmen Tage locken ins Freie und nicht selten wird im Garten der Grill angeworfen. Grundsätzlich spricht nichts dagegen, im Schrebergarten zu grillen. Die Frage ist viel mehr, welcher Grill benutzt wird, wo Sie diesen aufstellen und wie oft Sie der Grill-Leidenschaft nachgehen möchten.

Wer in Deutschland nach einer einheitlichen Gesetzgebung zum Grillen im Schrebergarten sucht, wird enttäuscht. Die Rechtsprechung macht Unterschiede deutlich und wird Grillen zum Streitfall vor Gericht, werden individuelle Urteile gesprochen.

Am besten lassen Sie es gar nicht erst so weit kommen und befolgen eine einfache Regel: Wenn sich niemand von Ihrem Grillvergnügen gestört fühlt, steht einer unbeschwerten Grill-Saison in der Regel nichts im Wege.

Bedenken Sie, dass nicht jeder Gartennachbar auch ein Grill Fan sein muss. Wird selbiger täglich mit Rauchschwaden belästigt, kommt es früher oder später zum Streit.

Das Gesetz verbietet es nicht, einen mobilen Grill im Garten aufzustellen. Wer dagegen einen gemauerten Grill aufstellen will, benötigt die Genehmigung des Vereinsvorstandes.

Tipp: Das Aufstellen von Feuerschalen und das Abbrennen von Lagerfeuern ist in Kleingärten meist untersagt.

Darüber, wie oft im Schrebergarten gegrillt werden darf, schweigt der Gesetzgeber. Nach einem Urteil des Amtsgerichts Bonn dürfen Gartenbesitzer zwischen April und September einmal monatlich den Grill anwerfen.

Achten Sie in jedem Fall darauf, den Grill so aufzustellen, dass sich die Nachbarn nicht durch den austretenden Rauch belästigt fühlen. Damit es nicht zum Streit im Kleingarten kommt, informieren Sie die Nachbarn rechtzeitig über das geplante Grillen. Dies ist auch wichtig, wenn die Grillparty etwas länger dauern soll. Ab 22 Uhr gilt das Grillvergnügen als Ruhestörung. Sie dürfen sich dann nur noch gedämpft unterhalten und sollten die Musik leiser stellen.

Der Schrebergarten befindet sich am eigenen Haus – was ist zu beachten?

Gill mit Lebensmitteln belegt, im Hintergrund Familie auf einer Bank Aus juristischer Sicht liegt erst bei intensiver Rauchentwicklung eine Belästigung vor.

Befindet sich der Garten am eigenen Haus, greifen weniger Vorschriften. Sie müssen nicht mit dem Gartenvorstand über Zeit und Ort der Grillparty diskutieren. Auch die Wahl des Grills bleibt Ihnen überlassen.

Tipp: Nur für das Grillen im Wald existieren einheitliche Gesetzestexte.

Das Grillen in der Parzelle im Kleingartenverein oder im Garten am Haus entbehrt verbindliche gesetzliche Grundlagen. In Einzelfällen wird häufig auf Urteile aus der Vergangenheit zurückgegriffen.

Wer nach rechtlichen Grundlagen sucht, landet beim Landes-Immissionsschutzgesetz. Dieses  greift, wenn das Grillvergnügen mit einer starken Rauchentwicklung einhergeht.

Aus juristischer Sicht liegt bei intensiver Rauchentwicklung eine Belästigung vor. Greifen die Rauchschwaden aus dem Garten auf die Wohn- und Schlafzimmer der Anwohner über, sind diese berechtigt, sich zu beschweren. Werden Polizei oder Ordnungsamt hinzugezogen, ist der Erlass von Bußgeldern keine Seltenheit.

Rechtliches zu Grillen im Garten unter der Lupe

Grill mit glühender Grillkohle Beim Grillen im Schrebergarten ist der Geruch, häufig der Grund für einen Nachbarschaftsstreit.

Sie können, wie bereits erwähnt, keine einheitliche Gesetzeslage erwarten. Um sein Verhalten entsprechend anzupassen, kann es hilfreich sein, sich einige bereits gesprochene Gerichtsurteile näher anzuschauen.

  • Amtsgericht Bonn (Az.: 6 C 545/96)

Dieses Urteil enthält den Verweis auf eine sogenannte Vorlaufzeit. Wer beabsichtigt zu grillen, sollte dies 48 Stunden vorher bei Nachbarn und Anwohnern ankündigen. Weiterhin legten die Richter in diesem Urteil fest, dass während der Sommermonate einmal monatlich gegrillt werden darf.

  • Amtsgericht Oldenburg (Az.: 13 U 53/02)

In diesem Fallbeispiel haben die Richter entschieden, dass Grillen im Garten oder auf Balkon und Terrasse viermal jährlich als sozialverträglich einzuschätzen ist.

In einigen Fällen endete der Gang vor Gericht auch mit einem vollständigen Grillverbot. So verbot das Amtsgericht Hamburg-Mitte, auf dem Balkon einen offenen Holzkohlegrill einzusetzen. Das Grillen im Schrebergarten war von diesem Urteil nicht berührt. Als der Mieter bei einem Streitfall vor dem Landgericht Essen seinen Auflagen nicht nachkam, wurde ihm gekündigt.

Beim Grillen im Schrebergarten ist neben dem Geruch häufig auch die Lautstärke Anlass für einen handfesten Nachbarschaftsstreit. Nicht nur bei Nacht, sondern auch am Tage sollten bestimmte Grenzwerte nicht überschritten werden.

Diesbezüglich sind wir auf ein Urteil des Oberlandesgerichts Düsseldorf gestoßen. Gegrillt wurde zwischen 19 und 21.30 Uhr. Die ersten Beschwerden der Gartennachbarn und Anwohner gingen gegen 20 Uhr ein. Anlass hierfür war die Rauchentwicklung. Die Lärmbelästigung hielt an und wurde zum Hauptanklagepunkt. Der Kläger bekam Recht und der Veranstalter der Grillparty im Schrebergarten musste wegen widerrechtlichem Grillen ein Bußgeld zahlen.

Sicher Grillen im Schrebergarten – darauf kommt es an

Grill indem ein Feuer brennt auf dem Boden liegt Holz Grillen im Freien gilt immer ein Stück weit als Sicherheitsrisiko.

Die Sicherheit besitzt beim Grillvergnügen im Garten oberste Priorität. Dabei geht es um Ihre eigene Gesundheit wie auch darum, durch die Nutzung des Grills kein öffentliches Ärgernis zu erzeugen.

Grillen im Freien gilt immer auch ein Stück weit als Sicherheitsrisiko. Ein Grill wird als offene Feuerstelle angesehen und damit geht von jedem im Garten aufgestellten Grill auch eine indirekte Gefahr aus.

Schlagen aus dem Grill Flammen, können an warmen Sommertagen umliegende Gegenstände und Pflanzen schnell Feuer fangen. Daher ist es wichtig, dass Sie den Grill auf einer möglichst freien Fläche aufstellen. Halten Sie Abstand zu Gartenmöbeln aus Holz und Blumen und Sträuchern. Größere Bäume sollten sich in einem Umkreis von 100 Metern nicht befinden.

Wer im Schrebergarten sicher grillen möchte, sollte sich bereits bei der Anschaffung des Grills Gedanken machen.

Folgende Grills stehen zur Wahl:

  • Holzkohlegrill
  • Gasgrill
  • Elektrogrill
  • Einweggrill
  • Kugelgrill
  • Lavasteingrill
  • Tischgrill

Der Holzkohlegrill ist in Kleingärten am beliebtesten, sorgt er doch für das typische Grillaroma und schafft gleichzeitig eine Wärmequelle. Achten Sie beim Kauf des Holzkohlegrills auf geprüfte Qualität. Hochwertige Geräte erkennen Sie am GS-Zeichen oder am TÜV-Siegel. Verwenden Sie lediglich geeignete Holzkohle und nutzen spezielle Grillanzünder.

Achtung: Brandbeschleuniger wie Brennspiritus oder Benzin sind beim Grillen im Schrebergarten tabu.

Wenn Sie nur gelegentlich grillen möchten, kann sich ein Einweggrill anbieten. Diesen sollten Sie nie direkt auf dem Rasen aufstellen. Durch die entstehenden Brandflecke kann trockenes Gras sich schnell entzünden. Sorgen Sie für eine geeignete Unterlage und einen sicheren Stand dieser einfachen Vorrichtungen für den einmaligen Gebrauch.

Tipp: Lassen Sie einen Grill im Schrebergarten niemals unbeaufsichtigt.

Bei Holzkohlegrills lässt sich eine starke Rauchentwicklung kaum unterbinden. Verwenden Sie einen Gasgrill, ist die Geruchsbelästigung geringer. Für ein umweltgerechtes Grillen bietet sich der Elektrogrill an. Sie verzichten dabei zwar auf intensive Röstaromen, können dafür aber jederzeit grillen, ohne zum öffentlichen Ärgernis zu werden.    

5 Tipps für stressfreies Grillen im Schrebergarten

Mann sitzt auf Gartenstuhl im Schrebergarten und ließt Zeitung Grillen ist im Schrebergarten nicht verboten.

Sie wissen nun, dass Grillen im Schrebergarten zwar nicht verboten ist, aber auch nicht ohne Vorbehalt immer und jederzeit geduldet wird.

Folgende Tipps können Ihnen bei einem entspannten Grillvergnügen im Freien helfen:

Aufstellort bewusst wählen

Beim Grillen mit einem mobilen Grill sind Sie flexibel. Wählen Sie den Aufstellort möglichst so, dass direkte Nachbarn nicht belästigt werden.

Wetterbericht beachten

An Tagen mit starkem Wind ist die Rauchentwicklung entsprechend hoch. Weht der Wind ungünstig, sind die Nachbarn schnell in eine Rauchwolke gehüllt. Grillen Sie an einem windstillen Tag, kann der Rauch nicht verwehen und die Belästigung der Nachbarn hält sich in Grenzen.

Grillvergnügen mit Ansage

Um Streitigkeiten zu vermeiden, sollten Sie die Gartennachbarn rechtzeitig über das Grillen informieren. Diese können sich darauf einstellen und ggf. an diesem Abend dem Schrebergarten fernbleiben. Noch besser: Laden Sie Ihre Nachbarn einfach zu einer Bratwurst vom Grill ein. Dann wird schnell klar, das Problem sind nicht Rauch und Lärm, sondern Enttäuschung und Ärger, nicht zur Grillparty gebeten worden zu sein.  

Gasgrill anstatt Rauchwolke

Wenn Sie häufiger grillen möchten, sollten Sie sich mit einem Gasgrill anfreunden. Dieser ist schnell einsatzbereit und arbeitet sauber. Asche und Ruß gehören ebenso der Vergangenheit an, wie Streitigkeiten mit den Nachbarn.

Grillspaß mit Absicherung

Wer im Schrebergarten grillt, muss nicht nur mit Streitigkeiten rechnen, sondern sollte auch mögliche Schäden, die durch offenes Feuer entstehen können, einkalkulieren. Die Privathaftpflichtversicherung greift bei Schäden, die Feuer und Rauch hinterlassen haben.

Tipp: Pro Jahr passieren in Deutschland etwa 4.000 Grillunfälle.


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