Green Angels

Florian (Didi, in Bezug auf seinen Nachnamen benannt), studierter Architekt und ehemaliger Klassenkamerad von Jere war in Thailand zusammen mit seinem Studienkollegen Olli unterwegs. Die beiden hatten den Teil des Landes erforscht, den wir uns für unsere nächste Thailandreise aufheben: Den Süden, die Inseln, die schönen Strände. Doch weil es sich so ergeben hat und sie noch einen ganz anderen Teil Thailands kennen lernen wollten, entschieden sie sich, uns zu besuchen und ihre letzten Tage in Thailand bevor es zurück nach Bangkok ging, mit uns zu verbringen. Und auf einmal standen sie in unserer Hotellobby. Natürlich nicht unerwartet, aber irgendwie nimmt man es gar nicht so wahr, bis man sie dann tatsächlich sieht. So geht es wahrscheinlich unseren Eltern im Moment.

Wir haben also bisher kein Land Bereist ohne alte Freunde zu treffen. In Neuseeland und Australien waren es Flo, Yvi und Roland und hier in Thailand besucht uns Didi. Die erste Aktion der Jungs, nachdem sie ihre Sachen bei uns in Zimmer gestellt hatten: Einen Roller mieten, was sonst? Zu viert auf drei Rollern düsten wir über die Insel und alle hatten den gleichen Eindruck: Die Motorradgang Green Angels (grün, weil unsere Motorräder im Vergleich umweltfreundlich sind) ist unterwegs. Thailänder lächelten, wenn wir irgendwo hielten, die Ausländer noch mehr, weil man den Jungs den Spaß am Grinsen ansah und sie es nachvollziehen konnten. Am „großen“ Strand (ca. 70 Meter lang) besorgten sich die Jungs zwei Zimmer für nicht mal die Hälfte des Preises unseres Hotels. Wir düsten noch ein wenig über die Insel, aßen (was sonst) zusammen und holten die Koffer der beiden, die in einer anderen Unterkunft abstiegen.

Die folgenden Tage waren ähnlich, unterbrochen nur durch ein paar Regenschauer, der erste Regen seit wahrscheinlich über einem Monat, den wir unterwegs sind. Immer wieder legten wir uns an den Strand, probierten die örtliche Küche und besuchten weitere Teile der Insel. Besonders herausstechend dabei war die Mumie eines seit vier Jahre toten Mönchs, die jetzt in einem Glaskasten mit Lichterkette ausgestellt war, sowie der Tempel im Felsen. Eher abschreckend war die Entdeckung der Müllverbrennung auf einem Hügel der Insel. Hier wird der gesamte Müll verteilt und dann angezündet.

Was die Insel sympatisch macht, ist die tatsächliche Ursprünglichkeit. In Straßenständen bekommt man wie in Ubon auch sein Mittagessen für unter einem Euro und überall wird gekocht gegrillt und gegessen. Lange muss amn sich hier nicht aufhalten, aber wer nicht weit weg von Bangkok mal richtiges thailändisches Leben sehen möchte: Ko Sichang ist ein guter Ort dafür.

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