Granular: Gern mal größer

Granular: Gern mal größerGranular
„XI“

(Little Jig Records)
Ein wenig mehr Mut, ein bisschen größer gedacht – manchmal würde man sich das schon wünschen. Pop ist nun mal auch die Kunst der Übertreibung, der Vielfarbigkeit, der Opulenz, wer hier dick aufträgt, muß nicht immer gleich ein Angeber sein, der nur auf dicke Hose macht, aber bei genauem Hinsehen (bzw. –hören) eher einem Heißluftballon gleicht. Substanz ist das Stichwort, Ideen, Originalität, solche Dinge. Hätten Bands wie Coldplay oder The Boxer Rebellion über die Jahre nicht den Großteil davon über Bord geschmissen, sie müßten sich heute nicht so viel Spott gefallen lassen. Vielleicht sind das Gedanken, die sich auch Sebastian Meyer, Christian Cotting, Matthias Cotting und Leroy Biscette aus Luzern gemacht haben, als sie ihre Band Granular ins Leben riefen (nachdem sie sich vom letzten Projekt Augustine’s Suspenders verabschiedet hatten) und auch später, als es die Songs für die erste Platte auszuwählen galt. Diese müssen sich, gerade weil es quasi wieder ein Debüt ist, keineswegs verstecken. Granular versuchen sich am großen Entwurf und er gelingt ihnen mehr als ordentlich: Zehn Stücke, meistenteils als Zusammenspiel raumgreifender Synthesizer mit eingängigen Gitarrenhooks angelegt, dazu Meyers sanfte, klare Stimme – das wippt schon alles sehr fein. Alle Vergleiche, die einem zum Sound der Schweizer einfallen, können als Kompliment verstanden wissen, The Whitest Boy Alive, Sizarr, The Notwist hierzulande, die französischen Her, Tender aus London und – schon wieder größer gedacht – durchaus auch die britischen Neofolkies Alt-J. Der Track mit dem hartnäckigsten Widerhaken ist vielleicht „Something In Between“, perlende Akkorde, verträumte Melancholie, sehr viel perfekter kann man’s nicht machen. „Seven Weeks“ und „Youth“ dagegen wippen entspannt und luftig durchs Programm, der ganze Gegensatz zu den meterhoch geschichteten, dronigen Arrangements der restlichen Songs. Zum Ausklang „All Again“ darf man sich noch eine dezente Prise Soul auf dem Zettel notieren, danach kommt das Album in die ohnehin schon prall gefüllte Schublade mit den angenehmen Überraschungen des ausklingenden Jahres.
Anmerkung: Das Brutalismus-Cover passt im Übrigen gut zum Familienalbum von Soft Error - einfach mal reinschauen...

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