Glaube

Glaube hat in diesem Land eine hohe Präsenz. Die 3 stärksten Glaubensrichtungen werden durch die Bevölkerung repräsentiert wird. Juden, Muslime und Christen leben einträchtig nebeneinander, zumindest meist.

Viele Männer tragen eine Kippa, stecken sie mit Klämmerchen am Hinterkopf fest, egal wie lang oder besser wie kurz die Haare sind, auch bei vielen jungen Männern konnte ich das beobachten. Hier im Haus wird morgens und natürlich an Shabbat gebetet, also die Männer beten, mit dem Gebetsriemen Tefillin und dem Gebetsschal Tallit. Viele Frauen unterwerfen sich den Anforderungen ihrer Glaubensrichtung, sie tragen Perücken, Mützen, Schals, lange Röcke bei 45 Grad im Schatten, sie verhüllen Arme, Beine und selbstverständlich das immer gern gesehene Dekoltee.

Im Reisebus kann schon passieren, dass vor Reisebeginn gebetet wird. Auf der letzten Reise wurde während der Rückfahrt gepredigt. Der Besuch religiöser Stätten ist Tagesordnungspunkt 1, egal ob in Jerusalem oder im restlichen Land. Das Land ist gespickt mit Nachbauten aus der Zeit Jesu Christi, egal ober er nun Prophet oder Gottes Sohn war, das Land schwappt über mit Erzählungen aus der Bibel, alles was geschah, es geschah hier, oder im nächsten Ort.

Wirklich überrascht hat mich das junge Paar, mit dem ich mich schon öfter unterhalten habe. Nach Glaube zu fragen, ist natürlich nicht meine Sache. Aber als ich sie neulich im Speisesaal sah, war ich beeindruckt. Sie standen am Tisch, die Hände gefaltet, die Köpfe gesenkt, sie bedeckte ihr Haar mit einem weißen Schleier und ohne von dem Betrieb des großen Saals Notiz zu nehmen, sprachen sie ein Tischgebet, ernst, würdevoll und in sich gekehrt.