Gibt es doch eine Winter-WM in der Wüste?

Es scheint, als wäre eine Winter-WM 2022 in Katar nun doch eine realistische Option. Nach anfänglichen Zweifeln hält die FIFA die Austragung des Turniers im Winter jetzt doch für möglich. Der Chef des Weltfußballverbandes Sepp Blatter hatte dies zunächst abgelehnt, sprach sich nun aber doch offen dafür aus. Im Fall einer Verlegung müssten allerdings einige organisatorische Probleme gelöst werden.

„Es sollte bei angemessenen Temperaturen gespielt werden, dabei denke ich vor allem an die Fußballer“

FIFA-Präsident Sepp Blatter hat sich nun erstmals eindeutig für eine Austragung der Fußball-Weltmeisterschaft 2022 in Katar im Winter ausgesprochen, nachdem er anfänglich einer möglichen Verschiebung kritisch gegenübergestanden hatte. „Ich unterstütze definitiv die Pläne, hier im Winter zu spielen“, sagte er am Rande der Fußball-Klub-WM in Abu Dhabi. „Es sollte bei angemessenen Temperaturen gespielt werden, dabei denke ich vor allem an die Fußballer“, begründete Blatter seinen Gesinnungswandel. In den Sommermonaten kann es in Katar bis zu 50 Grad heiß werden, was für die Gesundheit von Spielern und Fans eine Gefahr darstellen würde. „Die Aufgabe der FIFA ist es, eine Weltmeisterschaft auszurichten, die die Spieler schützt“, so Blatter.

Zuvor hatte bereits FIFA-Generalsekretär Jerome Valcke am Donnerstag signalisiert, dass eine Verlegung in die Wintermonate nicht ausgeschlossen sei. „Warum nicht? Das bedeutet, dass man die Weltmeisterschaften künftig auch für Länder öffnet, in denen man nicht im Juni oder Juli spielen kann, weil es nicht die richtige Zeit dafür ist“, so der Franzose. „Damit könnten Länder eine WM-Endrunde in der Zeit ausrichten, in der in Europa Winter ist, in der übrigen Welt aber nicht.“

Es ist ein Problem für den internationalen Kalender, aber in elfeinhalb Jahren sollte man das regeln können“

Eine Schwierigkeit stellen dabei die internationalen Spielkalender dar, die verändert werden müssten, da nicht alle Ligen im Januar eine Winterpause einlegen. Außerdem müsse das Einverständnis der nationalen Ligen und Verbände eingeholt werden, erklärte Valcke. „Man kann nicht einfach so entscheiden, das Turnier zu verlegen“, betonte der FIFA-Generalsekretär. „Es bedeutet, dass man Beginn und Ende des Ligen-Betriebs komplett verändern muss, vor allem in Europa. Im Rest der Welt wird dies weniger schwierig sein.“

Dass die Austragung der Weltmeisterschaft in Katar einigen organisatorischen Aufwand mit sich bringen würde, stand bereits bei der Vergabe am 2. Dezember fest. Unmittelbar nach der Bekanntgabe der WM-Vergabe nach Katar hatte DFL-Präsident Reinhard Rauball die Frage nach einer Austragung in den Wintermonaten aufgeworfen. „Es sollte ab sofort geprüft werden, unter welchen sportlichen Bedingungen eine WM in Katar am besten möglich ist. Voraussetzung ist aber eine signifikante Verbesserung der klimatischen Bedingungen durch die Verschiebung des WM-Turniers in den Winter“, so Rauball.

Unter den prominenten Fürsprechern für eine Verlegung in den klimatisch angenehmen Winter waren unter anderem auch FIFA-Exekutivmitglied Franz Beckenbauer, UEFA-Präsident Michel Platini und der jordanische Prinz Ali bin Al Hussein. Anfängliche Zweifel räumte Blatter nun aus: „Wenn man es wirklich will, sollte es möglich sein. Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Es ist ein Problem für den internationalen Kalender, aber in elfeinhalb Jahren sollte man das regeln können“, so der 74-Jährige, der sich selbst mit den konkreten Problemen des fast 12 Jahre entfernten Turniers wohl nicht mehr befassen werden muss.

Valcke zufolge haben die Verantwortlichen in Katar bisher eine Verlegung des Turniers weder persönlich angefragt, noch öffentlich erklärt, ob sie einem solchen Vorschlag zustimmen würden. Katar hatte angesichts des Klimaproblems allerdings zugesagt, alle Stadien und Trainingsplätze während der WM herunterzukühlen.

Magdalena Ehnes bloggt zur Fußball-Bundesliga und zum DFB-Pokal


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