Gestatten, Walter – Seite 72 – Teil 1 – Donnerstag, Walter

Täglich wird hier eine Seite einer Geschichte veröffentlicht – sie trägt den Arbeitstitel Gestatten, Walter und untersteht dem alleinigen Copyright von Pascal Wiederkehr. Die Geschichte stammt aus einem Manuskript, welches nur grob überarbeitet wurde, und kann deshalb Fehler in Grammatik und Rechtschreibung aufweisen.

Donnerstag, Walter
Zürich

Halleluja, ich hab mindestens neunundneunzig Probleme, aber zum Glück keine mit Frauen. Wobei Probleme mit Frauen würden ja bedeuten dass ich im Moment ne Braut am Start hätte. Leider hast du keine Zeit dafür. Wie willst du länger mit einer Frau zusammenleben und ihr dann deinen Job wie verkaufen? Schatz ich gehe auf Geschäftsreise auf eine Zahnärztemesse. Komme zurück wenn ich genug Meter Zahnseide verkauft habe. Mit drei Kilometer bin ich zufrieden. „Möchten Sie etwas trinken?“ Hmm ne Coke wäre jetzt was. „Ja gerne, bitte eine Cola. Danke.“ Ich liebe kühle Getränke, so du Cola geh in meinen Plastikbecher. Eigentlich mag ich fliegen nicht, aber sonst kommt man ja viel zu langsam irgendwo hin. Mein liebstes iPad sagt mir, selbstverständlich im Flugmodus, dass der liebe Moritz Wegmüller in Hammersmith, London lebt und dort wohl auch stirbt. Der letzte, dann gibt’s Ferien, hoffentlich schöne Ferien zum ausspannen. Die Tötungsmethode muss ich noch den dortigen Gegebenheiten anpassen, meine Glock fällt leider aus, die lebt ein Einsiedlerleben, zusammen mit anderen Utensilien im Wald. Ne neue kann ich mir ja unter den Christbaum legen. Oh Glock, heilige Glock, alles schläft, die Glock wacht, nur die traute Glock, wie geht’s weiter? Bald treffen wir in London Heathrow ein. Hier oben gibt’s wenigstens keine Regenbögen. Planung war alles, natürlich hatte ich die Schweiz nicht mit der gleichen Identität betreten mit der ich sie verlassen habe. Manchmal denke ich schon, dass ich nicht ganz normal im Kopf bin aber hier darf man nichts dem Zufall überlassen. Ja genau dafür verlasse ich mich auf meine planerischen Fähigkeiten um wieder aus brenzligen Situationen herauszukommen. Es gibt nicht schlimmeres als in unvorhergesehene Situationen zu kommen, dann reagiert man gestresst, auch wenn es vielleicht nur für eine Millisekunde ist. Alles hängt an einem seidenen Faden, das Damokles Schwert hängt über jedem und wartet auf seinen Auftritt. Irgendwann fällt es, deshalb sollte man das Leben leben, solange man kann.

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