Gelesen: Und Gott sprach, wir müssen reden von Hans Rath

Hallo zusammen!
Ich wundere mich gerade darüber, dass ich überhaupt noch die Augen offen halten kann, denn die Nacht war verdammt kurz und der Tag irgendwie sehr ermüdend. Aber der Elan kommt langsam zurück, ich merke es ;o) Zum Wochenstart möchte ich Euch ein ganz besonders schönes Buch vorstellen! Mein Dank für das Rezensionsexemplar geht an den Rowohlt Verlag.
Gelesen: Und Gott sprach, wir müssen reden von Hans Rath

Eckdaten

Titel: Und Gott sprach, wir müssen reden Autor: Hans Rath Genre: Gegenwartsliteratur Format: broschiert, 272 Seiten Verlag: Rowohlt Wunderlich; Dezember 2012 ISBN: 978-3-8052-5044-3 Euro (D): 14.95 beim Verlag Leseprobe

Inhalt - Klappentext

"Vor Ihnen sitzt der liebe Gott höchstpersönlich", erklärt mein Gegenüber und wischt sich die Lachtränen aus dem Gesicht. Wir schweigen. «Witzig», sage ich nach einer Weile und gebe mich unbeeindruckt. «Ich hab Sie mir immer anders vorgestellt.» Baumann hebt den Zeigefinger und sagt mit gespielter Strenge: «Das ist verboten. Man darf sich kein Bild von mir machen.» «Na, immerhin scheint Gott Humor zu haben», sage ich. Baumann nickt. «Es bleibt Gott nichts anderes übrig, als die Dinge mit Humor zu nehmen.» Sein Lächeln verwandelt sich in einen Anflug von Melancholie. Nachdenklich schaut er zu Boden. «Es ist die Wahrheit, Dr. Jakobi. Ich bin es wirklich.» Er beugt sich vor und sieht mir nun direkt in die Augen. "Ich bin Gott. Und ich bin, unter uns gesagt, ziemlich im Arsch. Es wäre also schön, wenn Sie mir helfen könnten, Doktor."

Meine Meinung

Ich bin sehr skeptisch an dieses Buch heran gegangen, weil es ja eigentlich nicht so mein Genre ist und ich mir auch nicht wirklich vorstellen konnte, dass es witzig sein soll. Nachdem ich es dann aber zugeschlagen hatte, war ich einfach nur angetan von diesem tollen Buch und habe wieder einmal die Erkenntnis mitgenommen: Vorurteile bringen nichts ;o)

Aber um was geht es eigentlich? Jakob Jakobi ist ein gescheiterter Psychiater - ohne Frau, ohne Geld und dann auch noch ohne Wohnung. Nachdem er von dem Neuen seiner Ex-Frau einen auf die Nase kriegt, landet er in der Notaufnahme und lernt dort Abel Baumann kennen. Dieser entpuppt sich zunächst als schrulliger Typ, der einen kleinen Unfall hatte. Als er Jakobi dann aber um eine Psychotherapie bittet, weil er als "Gott" so seine Existenzprobleme hat, wird es für den Psychiater erst so richtig interessant.
Man könnte jetzt sagen, dieser Roman ist irgendetwas zwischen esoterischer Spinnerei, Gesellschaftskritik und komischem Unterhaltungsroman. Irgendwie ist er das ja auch, aber das Buch versprüht so viel mehr Charme, als man das zunächst für möglich hält. Alleine die beiden Protagonisten und aber auch die Nebencharaktere muss man einfach mögen. Wie Jakobi zweifelt der Leser am Anfang daran, dass Abel Baumann wirklich Gott sein könnte - ich meine, nur ein Irrer kann auf so eine abstruse Idee kommen! Aber dann, dann passieren Dinge, für die weder Jakobi, noch der Leser von Welt seine Erklärungen finden kann. Und ob das nun Fiktion ist oder nicht - so ein kleiner Funken Wahrheit wird schon in dieser Geschichte stecken.
Was aber auf alle Fälle drin steckt, dass ist jede Menge kluges Gerede. Das klingt jetzt natürlich unglaublich abwertend, aber das soll es ausnahmsweise mal nicht sein, denn: die Gespräche die Gott und sein Psychiater führen, sind nicht nur witzig, sondern sie regen einen mächtig zum Nachdenken an. Überhaupt verleitet einen das ganze Buch dazu, viele Dinge mal gründlicher zu überdenken und das gerade zur Weihnachtszeit, in der das Buch spielt. Denn neben Abels und Jakobs Geschichte, hängen auch noch seine Mutter und sein Bruder da mit drin und diese Story ist nicht weniger aufschlussreich, wie die "Eigentliche".
Das Buch endet genau so unergründlich, wie es einen in vielen Belangen zurück gelassen hat. Da gibt es so viele Fragen, die einen während und nach dem Lesen bewegen, allen voran aber eine: ist es wirklich so?

Bewertung

Ich bin total angetan von diesem Buch, was man sicherlich auch an der Rezension merkt. Ich kann es Euch wirklich nur ans Herz legen, denn es vereint Humor mit tieferem Sinn und lässt sich einfach wunderbar lesen.
5 Punkte
Gelesen: Und Gott sprach, wir müssen reden von Hans Rath

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