Gelesen – François Loeb: Sternenzimmer

Cover_SternenzimmerGeschichten, die sich rund um Hotels, deren Betten und Angestellte drehen, wecken Assoziationen von besonderer Atmosphäre: leer stehende Zimmer, fremde Gerüche, Geheimnisse, Paare, die sich selbst etwas vormachen oder betrügen. Zimmermädchen, die sich beim Saubermachen in die Kleider der Frau verlieben, die persönlichen Dinge von Fremde berühren, neugierige Kinder, die sich durch die Gänge treiben.

Doch mit seinem Erzählband Sternenzimmer bricht Loeb mit den Erwartungen, die ein Hotel wecken kann. In den 28 Erzählungen treten meist sehr geschwätzige Ich-Erzähler auf, die alle sehr ähnlich klingeln, obwohl in den Geschichten unterschiedliche Figuren auftreten. Sie erzählen von rätselhaften Beobachtungen in und um Hotels wie z.B. einem Gast, der ins Feuer starrt oder einer Apfeluhr, mit der der Hotelgast durch die Zeit reist.

Die Erzähler berichten von ungewöhnlichen und surrealen Hotelkonzepten: von weißen Zimmer, Gartenhotels oder das Hotel zur sonnigen Weltuhr:

In ihm herrscht ein lärmstummes Ticken, denn an jedem freien Platz im Hause, insbesondere an den Wänden, sind Uhren angebracht, deren Genauigkeit durch einen Zeitdompteur gesichert wird.

Die Geschichten sind meist zwei bis drei Seiten lang und offensichtlich auf Pointen hingeschrieben, die leider eher schwach ausfallen; wie die Geschichte einer Frau, die sich für eine längere Zeit in einem Hotel einquartiert, um den Mann mit der schönen Stimme ausfindig zu machen, bei dem sie reserviert hat. Es stellt sich allerdings heraus, dass es sich bei der Stimme um die eines Computers handelt.

Fazit

François Loebs Kurzgeschichten Sternenzimmer spielen mit Lesererwartungen, sind reich an Ideen und bedienen keine Klischees, die man über Hotels haben mag. Sie lassen sich leichtfüßig lesen, doch sind nicht rund genug und wirken flach. Das hat möglicherweise mit der Länge zu tun, denn die meisten Geschichten sind kurz und enden konfus – und treffen dabei sicher nicht den Humor jeden Lesers.

2 Sterne



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