Geht’s Dir gut oder musst Du das Buch von Anke Willers lesen?

Heute habe ich ein paar Auszüge des Buchs von Anke Willers„Geht’s dir gut oder hast du Kinder in der Schule?“, das in der FAZ seine kostenfreie Werbung bekommen hat, gelesen.

Der Grundtenor ist einfach. Eine Mutter beklagt sich darüber, mal unterhaltsamer, mal ziemlich platt, dass sie ihren Kindern bei den Schulaufgaben helfen muss. Gähn.

Aber gut, man kann sich der Thematik annehmen. Und wenn man mehr Lust hat, darüber ein Buch zu schreiben anstatt in der Zeit dem eigenen Nachwuchs lerntechnisch unter die Arme zu greifen, Chapeau. Mit der Gratis-Werbung in der FAZ kommt dann vielleicht das Geld für den Profi-Nachhilfeunterricht rein.

Soweit zur Polemik. Nun aber zur Sachfrage.

Kann man, darf man, soll man den eigenen Schulkindern bei den Hausaufgaben über die Schultern schauen?

Für mich ganz klar eine Frage, die man nicht mit einem klaren Ja oder einem klaren Nein beantworten kann.

Ich erinnere mich an Elternabende in der Grundschule, wo das Thema ‚Hausaufgaben und wer hilft?“ extrem kontrovers diskutiert wurde. Es gab – in der Regel berufstätige Eltern – die ihr Kind fix und fertig (und damit auch hausaufgabenfertig) nach der Nachmittagsbetreuung abholen wollten. Und es gab Eltern, bei denen man das Gefühl hatte, die schulischen Lernmaterialien sind nur ein kleiner Teil dessen, was das Kind in seiner Lernerbibliothek zu Hause noch erwartete. Und es gab dankenswerterweise Lehrerinnen, die klare Kante zeigten: Es sei nicht der Auftrag der Schule, das Kind umfassend inhaltlich und pädagogisch auf das Leben vorzubereiten, dies sie die Aufgabe in erster Linie von Schule und Eltern gemeinsam. Wie wohltuend!

Ach, und noch was. Bei aller Debatte um das ‚Für und Wider‘ der elterlichen Hausaufgabenunterstützung. Wer mal – um es ganz platt zu formulieren – Kinder die Welt gesetzt hat, wird doch hoffentlich aus eigenem Antrieb heraus auch das Gefühl, die Lust und Freude daran finden, seinem Kind auf dem Weg in die Selbstständigkeit zu helfen, oder? Mal mehr Hilfe, mal mehr Selbstständigkeit. Ich persönlich freue mich daran, wie ich mit meinen Kindern ausgehend von Hausaufgaben plötzlich in einem spannenden Thema lande und etwas von meiner Großmutter erzähle, der Uroma, die zum Beginn des Ersten Weltkriegs eingeschult wurde. Oder schmunzelnd daran erinnere, wie mich die Musiklehrerin nicht sonderlich leiden konnte, weil mich Arnold Schönbergs Zwölftontechnik ganz häufig dazu brachte, den Kurzschluss-Stecker zu benutzen. Kein Strom, keine atonale Musik. Ach, und übrigens, hilft Lebenserfahrung auch bei Hausaufgaben. Das binäre Stellenwertsystem, Mathestoff der 5. Klasse, das, lieber Nachwuchs, lernen wir nur für die nächste Mathearbeit. Es sei denn, du möchtest Informatiker werden.

Liebe Frau Willers und noch ganz konkret zu der ein oder anderen Zeile aus Ihrem Buch: Auch der Kindsvater, der am anderen Ende der Stadt Vollzeit arbeitet, kann übrigens auch mal ran, wenn Sie gerade wieder an Ihrem Buch schreiben. Und „abends um 5“ kann man übrigens ganz gut lernen. Es sei denn, ihre großen Kinder liegen schon weit vor Sandmännchen in den Federn.

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