Gauck: Kein wirklicher Wunschkandidat

An und für sich erleben wir einmal mehr, wie ARD und andere Medien, die insbesondere der Bundeskanzlerin hörig sind, die Wahrheit verdrehen.

Jedenfalls wird der designierte Kandidat für das höchste Staatsamt jetzt in den höchsten Tönen gelobt; wenn es möglich wäre, dann würde die JOURNAILLE eine Zustimmung von mindestens 200 % verkünden.

Aber die Realität sieht anders aus. Bei JAUCH wurden gestern weitaus realistischere Zahlen kurz gezeigt. Die Zustimmung lag bei 47 %, die Ablehnung bzw. “Enthaltung” lag bei 53 %.

“Jauchzen”, nach einer Veröffentlichung von SPON, sieht anders aus, zumal überschwängliche Zustimmung eher darauf hindeutet, dass die “Personalprobleme” der UNION in der Bevölkerung inzwischen als unerträglich wahrgenommen werden.

Ob der Bundespräsident in spe überhaupt ein Mann des Volkes sein kann, ist eher unwahrscheinlich. Denn seine Äußerungen zur Occupy – Bewegung zeigen eine KÄLTE, die bei ehemaligen DDR-Bürger häufiger feststellbar ist, da ergänzen sich anscheinend calvinistische Grundhaltungen und der verinnerlichte, nicht reflektierte, rigorose Umgang der SED-Funktionäre mit den Normalbürgern, die schlicht den Weisheiten der abgehobenen Eliten in der DDR folgsam, ja geradezu devot folgen, mussten.

Diese bei ihm immer noch erkennbare Grundhaltung drückt sich in seiner Sprache aus, die bei der Süddeutschen wie folgt zum Thema “Occupy-Bewegung” wiedergegeben wurde:

Weltweit demonstrieren Hunderttausende gegen die Macht der Märkte, doch Joachim Gauck glaubt nicht an die Bewegung: Der Ex-Bürgerrechtler, Ex-Leiter der Stasi-Unterlagenbehörde und Ex-Kandidat für das Amt des Bundespräsidenten, spricht von "romantischen Vorstellungen" und "Irrtum". Gleichzeitig warnt er vor einer Protestkultur, die "aufflammt, wenn es um den eigenen Vorgarten geht". Die deutsche Neigung zu Hysterie und Angst sei "abscheulich".

Keine guten Aussichten für die Jugend und die von den Gierigen und Abzockern durch UNION/FDP geprellten Bürger, die über die EU(RO)-Rettungspakete beinahe alleine die Zeche bezahlen sollen.

Wer die berechtigte Angst der Bürger als “abscheulich” einstuft, der sieht die westliche Welt mit einem calvinistisch verklärten Blick. Mit der Realität hat das jedenfalls nichts zu tun.

Und anscheinend hat der “Bürgerrechtler” nicht verstanden, dass die Occupy-Bewegung keineswegs “antikapitalistisch” ist, wie er vorschnell urteilt und behauptet, sondern angesichts der unübersehbaren Verwerfungen durch den neoliberalen Zeitgeist WIRTSCHAFT neu DENKEN und strukturieren will! Und urteilen sollte man erst, wenn die Denkergebnisse vorliegen oder sich abzeichnen und auf Vorurteile verzichten.

Und nicht “antikapitalistisch” zu sein bedeutet zunächst nur, dass man die Verwerfungen (Stichworte: unzählige Kriege, Rüstungsirrsinn, Geldschöpfung aus dem Nichts, sich ausbreitende Armut, vielfältiger Tod durch VERHUNGERN, …) analysiert und über eine alternative Organisation der Wirtschaft und der Machtstrukturen nachdenkt, die im Sinne der Menschen die nur rudimentär angedeuteten Verbrechen der Eliten eindämmt.

Aber soweit reicht seine “Kompetenz” augenscheinlich nicht; er versteht die JUGEND mit ihren berechtigten Protesten noch nicht einmal im Ansatz.

Ganz merkwürdig ist, dass er sich mit Nachdruck gegen die Stuttgart-21-Bewegung gewandt hatte:

Mit Blick auf die Proteste beim Bahnprojekt Stuttgart 21 warnte Gauck vor einer Protestkultur, "die aufflammt, wenn es um den eigenen Vorgarten geht". Die deutsche Neigung zu Hysterie und Angst nannte er "abscheulich".

Wer die Sendungen bei PHOENIX mit dem (demokratischen) Moderator Heiner Geißler (CDU) verfolgt hatte der weiß, dass es geradezu nicht um eine “diffuse” Protestkultur ging, sondern um fundierte Kritik, die die Versäumnisse der Bahn und der Politik aufzeigte und nachwies.

Wer das übersieht, hat m.E. Schwierigkeiten oder mangelnden Willen durch calvinistische Engstirnigkeit, die Realität wahrzunehmen. Es gehört zu den calvinistischen Überzeugungen, dass sich die Gläubigen gefälligst in die Obrigkeitsstruktur einzufinden haben und die ihnen zugewiesene Rolle klaglos annehmen müssen. Dazu gehört auch eine “ideologische” SCHULDTHESE, die den Armen die SCHULD an ihrem Schicksal nahezu vollständig selbst zuweist. Auch auf diesem Boden einer religiösen, die Menschen verachtenden Ideologie, die zu einer Gefühlskälte bezogen auf Mitmenschen führt, konnte in der Historie viel Unrecht gedeihen, bis hin zum Nationalsozialismus mit seinen Auswüchsen.

Dabei ging es in Stuttgart keineswegs nur um den eigenen “Vorgarten”, wie Gauck unterstellt hatte, sondern erkennbar um das Gesamtkonzept bis hin zur Analyse des Gütertransportes. Gauck wünscht sich offenbar nur Bürger, die sich in den ihnen zugewiesenen Rollen bewegen und dort ihre Leistung kritiklos entfalten, zum Wohlgefallen der abgehobenen Eliten, zu denen er sich immer gezählt hatte.

Auch bezogen auf die Nutzung der “Atomkraft” verstieg er sich in merkwürdige Ansichten:

Man könne wichtige politische Entscheidungen, wie etwa den Ausstieg aus der Kernkraft, nicht von der Gefühlslage der Nation abhängig machen. Genau das aber tue die Regierung Merkel, weil die Furcht vor der nächsten Wahlniederlage das politische Handeln dominiere. "Ich fürchte mich vor einem modernen Politikertyp, der völlig auf Inhalte verzichtet", so Gauck.

In diesen Äußerungen zeigte sich erneut, was er von den Bürgern hält. Er behauptet völlig undifferenziert, dass die Entscheidung der Kanzlerin bzw. dann der Bundesregierung lediglich auf der “Gefühlslage” der Bevölkerung basierte.

Auch hier strickte er sich ein einfaches, offenbar calvinistisch geprägtes Weltbild, das an Oberflächlichkeit bezogen auf die harschen Schlussfolgerungen kaum zu überbieten ist.

“Tschernobyl” und die vielen anderen kleineren und größeren Unfälle, von Fukushima ganz zu schweigen, im Sinne von TATSACHEN hatten jedenfalls seine Wahrnehmung nicht erreicht. Und dass in der “Asse” droht, dass radioaktiver Müll das Grundwasser kontaminiert, mit unabsehbaren Folgen für die Gesundheit der Bürger, hatte er bei der Bewertung der “Gefühlslage” der Bürger offenbar auch übersehen.

Inwieweit seine Aussagen und Bewertungen durch mangelnde Lebenserfahrung verursacht werden, weil der “Horizont” in der DDR-Vita alleine durch das Abschneiden von Informationen mit verursacht sein könnte, mögen andere beurteilen. Er macht es sich jedenfalls erkennbar zu einfach, er urteilt vorschnell und oberflächlich.

Ein Präsident der Jugend und der Bürger in prekären Lebenssituationen wird er offenbar nicht, weil er erkennbar von den Zusammenhängen zu wenig versteht.

Pikant ist, dass ausgerechnet Partei-Jung-Chef RÖSLER die Chance nutzte, um die Bundeskanzlerin bei der Nominierung geradezu vorzuführen.

Das begann bereits mit der eiligen Ankündigung, dass UNION und FDP den Kandidaten nominieren werden. Angela Merkel suchte sich dann aus der strikten Vorgabe der 2 % – Partei zu befreien, als sie die Einbeziehung der Opposition (ohne Die Linke) sogleich verkündete.

Hier zeigte Rösler (FDP) dann erstmals Widerstand, als er mit Unterstützung seiner Fraktion sich auf GAUCK festlegte; ein offener Affront gegen die häufig substanzlos taktierende Kanzlerin, die offenbar nur den Medien-Effekt suchte, um von ihren “Fehlgriffen” der Vergangenheit abzulenken.

Aber waren es überhaupt “Fehlgriffe”? Ganz im Gegenteil.

Die Wahrheit ist, dass sich ihre Kandidaten unerwartet als selbst denkende Präsidenten herausstellten, die sich bei abweichender Auffassung auch gegen die Regierungspolitik aussprachen.

Wulff und Köhler “scheiterten” daran, dass beide Präsidenten von der EU(RO)-Politik der Kanzlerin nicht überzeugt waren.

Ganz im Gegenteil, Christian Wulff kritisierte die EU(RO)-Politik der Bundesregierung in aller Schärfe vor Nobelpreisträgern in 2011. Seine Kritik wiederholte er sogar noch vor wenigen Tagen in Italien.

Wer nachlesen will, mit welcher Intensität Christian Wulff die Regierungspolitik kritisierte, kann das in dem Artikel

Wulff’s Rücktritt: EU(RO)-Kritik kostet ihn sein Amt

mit seinen “Redebeiträgen” nachlesen.

In einem weiteren Artikel

Merkel/Schäuble stürzten Wulff und Köhler

wurden die tatsächlichen Hintergründe mit Zitaten belegt.

Bezogen auf GAUCK war die Bundeskanzlerin nicht sicher, ob er folgsam die Begleitgesetze zu der Gründung der ESM-Bank mit weitreichenden Konsequenzen für Deutschland so einfach unterschreiben wird. Sein Vorgänger müsste Gauck eigentlich eine Abschrift seiner Rede, die er vor den Nobelpreisträgern gehalten hatte, wärmstens zur Lektüre empfehlen.

Angesichts der Bedeutung dieses Vorganges, nämlich die damit verbundene Durchsetzung des “EU-Einheitsstaates”, also die Abschaffung der Reste der Demokratie, wollte sie einen “verlässlichen” Kandidaten.

Jetzt erhält sie einen Präsidenten, der eine Nähe zur Atlantikbrücke hat und über den zumindest “Gerüchte” (?) im Umlauf sind (IM Larve) und der in Wirklichkeit (siehe oben) ein gestörtes Verhältnis zur sich entwickelnden Bürger-Demokratie hat.

Sie trifft auch auf jemanden, der möglicherweise ihre eigene “FDJ- bzw. DDR-Historie” besser kennt, als die Öffentlichkeit.



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