Garten im September: 20 wichtige Arbeiten als Checkliste

Im Garten im September beginnt der Übergang vom Spätsommer zum Herbst. Jetzt ist Erntezeit, zugleich kannst du freie Beete neu bestellen, den Rasen ausbessern und Frühblüher für das nächste Jahr pflanzen. Komplett winterfest muss der Garten aber noch nicht werden: Viele Pflanzen wachsen weiter, Tiere finden in Samenständen und Laub Nahrung und manche Arbeiten sind erst im Oktober sinnvoll.

Diese Checkliste zeigt dir, welche Gartenarbeiten im September wirklich anstehen – und welche verbreiteten Herbsttipps du besser nicht befolgst.

Das Wichtigste in Kürze: Säe bis Mitte September Feldsalat und – je nach Witterung – Spinat, Radieschen oder Winterportulak. Pflanze Stauden, Containerrosen und erste Blumenzwiebeln. Bessere kahle Rasenstellen möglichst früh im Monat aus. Ernte reifes Obst und Gemüse regelmäßig. Ein starker Heckenschnitt ist bis einschließlich 30. September verboten; erlaubt sind nur schonende Form- und Pflegeschnitte, wenn keine Tiere gestört werden.

Gartenarbeiten im September: die Checkliste auf einen Blick

GartenbereichWas jetzt zu tun istBester Zeitpunkt

GemüsebeetFeldsalat, Spinat, Radieschen oder Winterportulak säenAnfang bis Mitte September

ZiergartenStauden teilen und pflanzen, Frühblüher setzenbei mildem, feuchtem Wetter

GehölzeContainerrosen und Hecken pflanzenab Mitte September, solange frostfrei

Heckenur schonend in Form schneiden, vorher auf Tiere prüfenbis 30. September nur Pflegeschnitt

Rasenkahle Stellen lockern und nachsäenmöglichst früh im September

Obstgartenreifes Obst pflücken, Fallobst sortierenlaufend

NaturgartenSamenstände sowie Laub- und Reisighaufen teilweise stehen lassenden ganzen Monat

Balkon und TerrasseVerblühtes ausputzen, Herbstbepflanzung ergänzennach Bedarf

Was kann man im September pflanzen und säen?

Der passende Termin hängt von Region, Höhenlage und Wetter ab. In milden Gegenden bleibt mehr Zeit als in rauen Lagen mit frühem Frost. Entscheidend sind außerdem die Angaben auf der Saatgutpackung.

KulturIm September möglichWichtiger Hinweis

FeldsalatDirektsaat bis etwa Mitte Septembergleichmäßig feucht halten; spätere Saat unter Glas möglich

SpinatDirektsaatwinterharte Sorte wählen und die Fruchtfolge beachten

Radieschenfrühe Septemberaussaatschnell wachsende Sorte und geschützten Platz wählen

WinterportulakDirektsaatkeimt bei kühleren Temperaturen zuverlässig

HerbstsalateAnfang September pflanzenin kühlen Regionen mit Vlies schützen

Knoblauchje nach Region ab Ende September steckendurchlässiger Boden verhindert Fäulnis

Staudenpflanzen oder teilenausreichend angießen; spät blühende Arten erst nach der Blüte teilen

ContainerrosenpflanzenBallen vor dem Pflanzen wässern; Veredelungsstelle 8 bis 10 cm tief setzen

FrühblüherNarzissen, Krokusse und weitere Zwiebelblumen setzenTulpen dürfen auch später im Herbst in den kühleren Boden

Mehr Ideen für das Gemüsebeet findest du in unserem Ratgeber Gemüse im Herbst pflanzen. Für Kübel und Kästen haben wir außerdem eine Übersicht zur Herbst- und Winterbepflanzung im Blumenkasten zusammengestellt.

Ziergarten und Gehölze im September

Stauden und Topfpflanzen im Ziergarten

1. Verblühtes gezielt ausputzen

Bei Dahlien, vielen Rosen und anderen dauerblühenden Pflanzen fördert regelmäßiges Ausputzen weitere Blüten. Schneide Verblühtes bis zu einem gesunden Blatt oder einer Seitenknospe zurück. Lass dagegen Samenstände von Sonnenhut, Disteln, Fetthenne und Ziergräsern stehen: Sie sehen im Winter attraktiv aus und bieten Vögeln sowie Insekten Nahrung und Schutz.

2. Stauden pflanzen oder teilen

Der noch warme Boden und die meist höhere Bodenfeuchte erleichtern vielen Stauden das Anwachsen. Teile vor allem Arten, die bereits verblüht sind. Spätblüher setzt du besser nach der Blüte oder im Frühjahr um. Lockere das Pflanzloch mit einer Grabegabel – ein Vertikutierer ist für Rasen gedacht und gehört nicht ins Stauden- oder Rosenbeet.

3. Blumenzwiebeln für das Frühjahr setzen

Narzissen, Krokusse, Blausterne, Schneeglöckchen und Zierlauch können im September in die Erde. Als Faustregel gilt: Pflanze eine Zwiebel etwa zwei- bis dreimal so tief, wie sie hoch ist. Der Boden muss wasserdurchlässig sein, damit die Zwiebeln nicht faulen. Tulpen kannst du auch im Oktober oder November setzen, sobald der Boden kühler ist. Bei starkem Wühlmausdruck helfen engmaschige Pflanzkörbe; Narzissen werden meist gemieden.

Welche Arten zusammenpassen, zeigt unser Beitrag über Zwiebelblumen im Frühling.

4. Rosen richtig pflanzen – aber nicht vorschnell umsetzen

Containerrosen lassen sich im September gut pflanzen, solange der Boden nicht ausgetrocknet ist. Tauche den Topfballen vorab so lange ins Wasser, bis kaum noch Luftblasen aufsteigen, und gieße die Rose nach dem Pflanzen gründlich an. Wurzelnackte Rosen kommen dagegen gewöhnlich erst während der Vegetationsruhe ab Oktober oder November in den Boden.

Willst du eine eingewachsene Rose umpflanzen, warte möglichst bis zum Laubfall. Dann verdunstet sie weniger Wasser und verträgt den Eingriff besser. Schneide beim Umsetzen keine Wurzeln unnötig ab und bereite das neue Pflanzloch vor, bevor du die Rose ausgräbst.

5. Hecken pflanzen und nur schonend schneiden

Container-Heckenpflanzen kannst du grundsätzlich lange pflanzen; ab der zweiten Septemberhälfte ist der Boden häufig wieder feuchter. Gieße neue Pflanzen tiefgründig und kontrolliere die Feuchtigkeit auch nach Regen, denn der Wurzelballen kann trotzdem trocken bleiben.

Für den Schnitt gilt eine klare Grenze: Nach § 39 Bundesnaturschutzgesetz dürfen Hecken vom 1. März bis einschließlich 30. September nicht stark zurückgeschnitten, auf den Stock gesetzt oder beseitigt werden. Erlaubt sind lediglich schonende Form- und Pflegeschnitte. Prüfe die Hecke vorher immer auf belegte Nester und andere Tiere. Gefundene Nester dürfen nicht einfach entfernt werden. Einen kräftigen Rückschnitt planst du frühestens ab Oktober und beachtest zusätzlich kommunale oder landesrechtliche Regeln.

Rasenpflege im September

Rasen im September mähen und pflegen

6. Kahle Stellen früh nachsäen

Für eine Rasennachsaat ist der frühe September oft günstig: Der Boden ist noch warm, während Verdunstung und Hitzestress abnehmen. Entferne abgestorbenes Material, raue den Boden auf, verteile eine zum vorhandenen Rasen passende Saatmischung und drücke sie an. Halte die Fläche bis zur Keimung gleichmäßig feucht, ohne sie zu verschlämmen. Je später im Monat du säst, desto größer ist in kühlen Regionen das Risiko, dass junge Gräser vor dem Winter nicht mehr kräftig genug werden.

Wie lange die Saat braucht, erklären wir im Ratgeber Wie lange braucht Rasen zum Keimen?

7. Weiter mähen, solange der Rasen wächst

Der September ist meist nicht der Monat für den letzten Rasenschnitt. Mähe weiter nach Bedarf, solange die Gräser wachsen. Entferne dabei höchstens etwa ein Drittel der Halmlänge und stelle die Schnitthöhe im Herbst nicht zu niedrig ein. Der letzte Schnitt fällt je nach Wetter häufig erst im Oktober oder November an.

8. Rasen nur nach tatsächlichem Bedarf düngen

Eine pauschale Herbstdüngung ist nicht für jede Fläche notwendig. Stark stickstoffbetonte Dünger fördern weiches Wachstum, das empfindlicher in den Winter geht. Orientiere dich am Zustand des Rasens und im Zweifel an einer Bodenanalyse. Laub solltest du von einer dichten Rasenfläche regelmäßig entfernen, damit die Halme abtrocknen und Licht bekommen.

Obst und Gemüse im September

Fallobst unter einem Obstbaum

9. Obst zum richtigen Zeitpunkt ernten

Äpfel und Birnen sind pflückreif, wenn sie sich mit leichtem Anheben und Drehen vom Zweig lösen. Nicht jede Sorte reift gleichzeitig; gehe deshalb mehrmals durch den Baum. Pflücke Lagerobst vorsichtig mit Stiel und sortiere Druckstellen oder beschädigte Früchte aus. Reifezeit und Lagerfähigkeit unterscheiden sich deutlich nach Sorte.

10. Fallobst täglich sortieren

Sammle Fallobst regelmäßig auf. Einwandfreie Früchte kannst du rasch verarbeiten, beispielsweise zu Mus, Saft oder Kompott. Faulige, von Schädlingen befallene oder verschimmelte Früchte gehören nicht ins Lager. Kleine Mengen gesunden Fallobsts können, gemischt mit grobem trockenem Material, auf den Kompost. Krankes Material und Fruchtmumien entsorgst du entsprechend den örtlichen Vorgaben, damit sich Erreger nicht weiterverbreiten.

11. Fruchtgemüse vor kalten Nächten schützen

Tomaten, Gurken, Zucchini, Paprika und Chilis tragen bei mildem Wetter oft weiter. Ernte reife Früchte regelmäßig und beobachte die Nachttemperaturen. Grüne Tomaten können frostfrei im Haus nachreifen. Entferne bei Tomaten braunfaule Früchte und Blätter zügig und lege stark befallenes Material nicht auf den offenen Gartenkompost.

12. Ernteüberschüsse haltbar machen

Paprika und Chilis lassen sich einfrieren, trocknen oder einkochen. Auch Bohnen, Rote Bete, Kürbis und viele Obstsorten eignen sich zum Einlagern oder Konservieren. Verarbeite nur gesundes Erntegut und beachte beim Einkochen die für das jeweilige Lebensmittel erforderlichen Temperaturen und Zeiten.

Dieser Beitrag auch als Video:

Beete und Pflanzen auf den Herbst vorbereiten

13. Freie Gemüsebeete direkt wieder begrünen

Lass abgeerntete Flächen nicht unnötig nackt. Feldsalat, Spinat und Winterportulak liefern eine Nachkultur; alternativ schützt eine Gründüngung den Boden und bindet Nährstoffe. Anfang September sind unter anderem Phacelia, Inkarnatklee, Winterwicke oder Gelbsenf möglich, Winterroggen kann noch später gesät werden.

Achte auf die Fruchtfolge: Senf, Ölrettich und Raps gehören wie Kohl, Radieschen oder Rettich zu den Kreuzblütlern. Wo diese Gemüsearten angebaut werden, sind andere Gründüngungen wie Phacelia oder Winterroggen meist die bessere Wahl.

14. Beete nicht pauschal umgraben

Lockere verdichtete Stellen bei Bedarf vorsichtig mit der Grabegabel. Ein flächiges, tiefes Umgraben ist im frühen Herbst meist nicht nötig und kann die Bodenstruktur sowie das Bodenleben stören. Bedecke freie Erde mit Gründüngung, Laub oder geeignetem Mulch. Wurzelunkräuter entfernst du gezielt.

15. Kranke Pflanzenteile von gesundem Material trennen

Gesundes Schnittgut, Laub und Erntereste sind wertvolle Rohstoffe für Kompost oder Mulch. Stark krankes Pflanzenmaterial, Fruchtmumien und samentragende Problemunkräuter behandelst du getrennt und entsorgst sie nach den örtlichen Regeln. So reduzierst du das Risiko, Krankheiten und unerwünschte Samen im Garten zu verteilen.

16. Schädlinge erst bestimmen, dann handeln

Nährstoffmangel zieht nicht automatisch Schädlinge an. Kontrolliere Pflanzen regelmäßig und kläre zunächst, ob tatsächlich ein Schädling, eine Krankheit oder ein Standortproblem vorliegt. Entferne befallene Pflanzenteile nur, wenn dies fachlich sinnvoll ist, fördere Nützlinge und nutze mechanische oder biologische Maßnahmen zuerst. Chemische Pflanzenschutzmittel sind im Hausgarten die letzte Wahl und dürfen nur eingesetzt werden, wenn sie ausdrücklich für nicht berufliche Anwender und den jeweiligen Anwendungsfall zugelassen sind.

17. Empfindliche Kübelpflanzen im Blick behalten

Noch müssen nicht alle Kübelpflanzen ins Winterquartier. Halte aber Vlies und einen frostfreien Platz bereit und informiere dich über die Kältetoleranz der jeweiligen Art. Tropische Pflanzen reagieren oft schon auf einstellige Temperaturen empfindlich, während robuste mediterrane Arten länger draußen bleiben können. Dünge überwinternde Kübelpflanzen nun nicht mehr stark stickstoffbetont und reduziere das Gießen mit sinkenden Temperaturen.

Naturgarten, Laub und Tiere

Laubhaufen als Winterquartier im Garten

18. Laub nur dort entfernen, wo es stört

Auf Rasen, Wegen und im Gartenteich sollte eine dichte Laubdecke nicht liegen bleiben: Rasen bekommt zu wenig Licht, Wege werden rutschig und im Teich setzt die Zersetzung Nährstoffe frei. Unter Hecken, Sträuchern und auf geeigneten Beeten ist gesundes Laub dagegen ein wertvoller Mulch. Es schützt den Boden, wird zu Humus und bietet Tieren ein Winterquartier.

Was du mit größeren Mengen machen kannst, liest du in Herbstlaub sinnvoll nutzen.

19. Insekten nicht nur ein Hotel anbieten

Eine gut gebaute Nisthilfe kannst du auch im September anbringen – sonnig, trocken, regengeschützt und stabil. Ein beliebiges „Insektenhotel“ garantiert aber weder Überwinterung noch Artenvielfalt; viele Modelle sind ungeeignet und die meisten Wildbienenarten nisten im Boden. Wichtiger ist ein vielfältiger Lebensraum mit offenen Bodenstellen, heimischen Blütenpflanzen, Totholz, hohlen Stängeln sowie Laub- und Reisighaufen. Bereits belegte Röhren bleiben unberührt.

20. Terrasse, Balkon, Teich und Geräte ordnen

Entferne kranke und abgestorbene Pflanzen aus Kästen, ergänze eine standortgerechte Herbstbepflanzung und kontrolliere den Wasserabzug der Gefäße. Fische Laub aus dem Teich, bevor es absinkt. Reinige Gartengeräte nach dem Einsatz, schärfe bei Bedarf die Klingen und lagere leere Pflanzgefäße trocken. Bewässerungssysteme müssen erst vor den ersten Frösten vollständig entleert werden – nicht pauschal schon Anfang September.

Fazit: Im September ernten, pflanzen und gezielt vorbereiten

Der Garten im September braucht keinen radikalen Herbstputz. Jetzt zählen die richtige Ernte, eine rechtzeitige Aussaat, gute Pflanzbedingungen und eine naturnahe Vorbereitung auf kühlere Wochen. Wenn du Rasenlücken früh schließt, freie Beete begrünt, starke Heckenschnitte auf Oktober verschiebst und Laub sinnvoll nutzt, startest du mit gesunden Pflanzen und weniger Arbeit in die nächste Saison.


Häufige Fragen zum Garten im September

Was muss man im September im Garten machen?

Zu den wichtigsten Gartenarbeiten im September gehören die Obst- und Gemüseernte, die Aussaat schneller Herbstkulturen, das Pflanzen von Stauden und Blumenzwiebeln, eine frühe Rasennachsaat sowie das Sortieren von Fallobst. Außerdem solltest du freie Beete begrünen und empfindliche Kübelpflanzen auf kalte Nächte vorbereiten.

Was kann man im September noch pflanzen?

Im September kannst du unter anderem Stauden, Containerrosen, Heckenpflanzen, Narzissen, Krokusse und weitere Frühblüher pflanzen. Im Gemüsebeet sind Anfang September noch Herbstsalate möglich. Knoblauch kann je nach Region ab Ende September gesteckt werden. Pflanztermine hängen immer von Witterung und Standort ab.

Was kann man im September noch säen?

Bis etwa Mitte September eignen sich je nach Region Feldsalat, Spinat, Radieschen und Winterportulak. Auf leeren Beeten kannst du außerdem eine zur Fruchtfolge passende Gründüngung aussäen. Je später die Aussaat, desto wichtiger sind ein geschützter Standort und gegebenenfalls ein Vlies.

Darf man im September die Hecke schneiden?

Ein starker Rückschnitt, das Auf-den-Stock-Setzen oder Beseitigen von Hecken ist bundesweit bis einschließlich 30. September verboten. Schonende Form- und Pflegeschnitte am diesjährigen Zuwachs sind erlaubt, sofern keine Tiere oder Lebensstätten beeinträchtigt werden. Prüfe die Hecke deshalb vor jedem Schnitt sorgfältig.

Kann man im September noch Rasen säen?

Ja, vor allem Anfang September sind die Bedingungen oft gut, weil der Boden warm und die Witterung feuchter ist. Die Saat muss bis zur Keimung gleichmäßig feucht bleiben. In kühlen Regionen oder bei später Aussaat kann es sinnvoller sein, bis zum Frühjahr zu warten.

Soll man im September schon alles winterfest machen?

Nein. Viele Pflanzen wachsen und blühen noch, Rasen wird häufig bis Oktober oder November gemäht und zahlreiche Tiere nutzen Samenstände, Laub und hohle Stängel. Bereite empfindliche Pflanzen und Technik schrittweise auf Frost vor, statt den Garten im September vollständig abzuräumen.

Quellen und weiterführende Informationen


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