Frühes Chan zu Angst, Karma, Nicht-Denken und Nirwana

"Dieser Weg ist vollständig von falschen Gedanken geschaffen. Wie sieht die Schöpfung durch falsche Gedanken aus?"   "Der Dharma kennt kein groß oder klein, kein hoch oder niedrig, keine Formen und Charakteristika. Es ist, als gäbe es an deiner Wohnstätte einen großen Stein im Garten; würdest du auf diesem einschlafen oder sitzen, hättest du dabei doch keinerlei Angst. Plötzlich bekommst du die Idee, ein Bild zu erzeugen. Du heuerst jemanden an, ein Buddhabild auf den Stein zu malen. Nun hat dein Geist eine Deutung Buddhas erschaffen und du fürchtest, eine 'Sünde' zu begehen, und kannst nicht länger auf dem Stein sitzen. Da ist noch der ursprüngliche Stein, doch die Buddha-Deutung wurde von deinem Geist erschaffen. Wie ist dieser Geist? Es ist stets der Pinsel deines Geist-Bewusstseins, der solche Deutungen schafft. Du bringst selbst Furcht über dich. In Wirklichkeit gibt es im Stein weder 'Sünde' noch Verdienst."
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"Wie kann das Karma abgeschnitten werden, das vom Geist geschaffen wurde?"   "Da es keinen Geist gibt, ist es unnötig, etwas abzuschneiden. Dieser Geist hat keinen Ort des Entstehens und keinen des Auslöschens, nur falsche Gedanken lassen die dharmas entstehen. In einem Sutra heißt es: 'Die 'Sünde' karmischer Hindernisse kommt weder aus den vier Richtungen noch von oben oder unten. Sie entsteht aus verdrehten Ansichten.'"
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Dhyana-Meister Chüeh sagte: "Wenn du zu der Erkenntnis erwachst, dass der Geist nichts hat, woran er sich binden kann, dann hast du Fußspuren auf dem Weg erlangt. Warum? Augen sehen jede Form, doch sind sie nicht an irgendeine Form gebunden. Augen sind also wirklich befreit. Ohren hören jeden Ton, doch sie sind nicht daran gebunden. Der Geist durchstreift alle dharmas, doch ist an keines gebunden. Er ist wirklich befreit. Ein Sutra sagt: 'Es ist so, weil die dharmas miteinander unverbunden sind.'"
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"Auch wenn du sagst, dharmas bänden das Ego, so hat die Essenz der dharmas doch weder Binden noch Befreien. Würden fühlende Wesen dies von sich aus erkennen, dann wäre da Nirwana, selbst wenn ihre Gefühle in Bewegung sind. Verstehen sie dies jedoch nicht, dann gibt es kein Nirwana, ob ihre Gefühle in Aufruhr sind oder nicht."
"Wenn du recht verstehst, dann sind die fünf skandha hier und jetzt das vollständige, reine Nirwana, und dieser Körper und Geist ist mit den zehntausend Übungen ausgestattet."
[aus Jeffrey L. Broughton: The Bodhidharma Anthology. University of California Press 1999]

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