Fremde Federn: Die Wahrheit, so fern

Fremde Federn: Die Wahrheit, so fernDas poltert, das bollert und prügelt, seit Monaten nun schon. Und der Sack ist immer derselbe: "Märkte", "Banken", Spekulanten", konkreter haben sie es nicht, die Schwätzer unterm Rettungsschirm, die genau wissen, dass es auch niemand genauer wissen möchte. Dass die eigene Lebensversicherung mitspekuliert? Mit Nichtwissen bestritten. Dass der Sparbrief von der Sparkasse ein verkappter Call auf einen höheren Platinpreis ist? Mit Nichtwissen bestritten, Dass der DWD-Vermögensbildungsfonds 3 gelegentlich Gelegenheiten nutzt? Das Kleingedruckte haben wir doch nie gelesen!

Drei Jahre nach dem Beginn der großen Krise redet niemand mehr von Landesbanken, keiner erwähnt mehr Männer wie Jörg Asmussen und Peer Steinbrück, die die Verbriefung von fremden Schulden hoffähig machten und in den Aufsichtsräten der großen Pleiteinstitute saßen. Die Krise, so heißt es bei den Männern, die inwzischen die Rolle als Warner und Retter spielen, kam von draußen rein. Nichts konnte man tun außer entschlossen zu gucken.

Denn so ist er, der Kapitalismus. Irgendwie am Ende, findet sogar Frank Schirrmacher, als Chef der FAZ eine Art Marktwirtschaftsprediger. Abern wenn auf einmal alles so kaputt geht, muss man da nicht daran zweifeln, ob das wirklich der richtige Weg, die richtige Art zu wirtschaften ist?

Schirrmacher hat keine Alternative zu bieten. Er will nicht zurück zum Sozialismus, er will aber eben auch keine Krisen im Kapitalismus. Für sein Gebet darum hat der journalistische Großdenker wie immer viel Aufmerksamkeit eingeheimst - dabei zeugen schon die vermeintlichen Voraussetzungen für seine Zweifel von einer völligen Vermeidung von Recherche im Vorfeld, wie ihm jetzt auch Spiegel-Kolumnist Jan Fleischhauer bescheinigt.

"Schon die Annahme, die derzeitige Vertrauenskrise sei Folge einer enthemmten Finanzökonomie, könnte ja weiter entfernt von der Wahrheit nicht sein", schreibt er. Am Beginn dieser Krise habe nämlich "eine Politik billigen Geldes" gestanden, "die erst dem Parkplatzwächter in Amerika zu einem Eigenheim verhalf und dann jedem zweiten Griechen zu einem Golf". Der erste konnte die Raten nicht mehr bezahlen, als begonnen wurde, das viele Geld wieder einzusammeln. Der zweite blieb die Rückzahlung schuldig, als seine Regierung niemanden mehr fand, der ihr glaubte, dass sie nicht über ihre Verhältnisse lebte.

Wer aber war verantwortlich? Für Fleischhauer keine Frage. "Es ist genau dieses, aus den Regierungszentralen orchestrierte Leben auf Pump, das die Grundlagen soliden Wirtschaftens korrumpierte und die Kreditwirtschaft an den Rand des Abgrunds führte. Das ist die Reihenfolge, nicht umgekehrt."

Der ganze Text steht hier.


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