Frankreichs Nationalteam laufen die Sponsoren davon

June 19, 2010 - Paris, FRANCE - epa02211364 A photograph taken on 19 June 2010 of the front page of French sports daily L'Equipe shows French national soccer team player Nicolas Anelka (L) and French head coach Raymond Domenech (R) under an insulting phrase attributed to the player. According to the French Sports newspaper Anelka insulted Domenech at half time in the locker room during the match played by the team against Mexico in South Africa on 17 June 2010. Domenech, who had demanded Anelka a tactical repositioning for the second half, decided to replace the player by teammate Andre-Pierre Gignac. The match ended 0-2, and France sees its qualifying possibilities diminished. 

Das Verhalten der französischen Fußball-Nationalmannschaft bei der WM ist ein riesen Desaster. Die jüngsten Eskapaden schlagen nun auch auf Sponsorenebene erste Wellen. Wie die Zeitschrift Sponsor’s am 22.6.2010 berichtet, hat der wichtigste Geldgeber der blauen Nationalelf, die Bank Crédit Agricole, die Ausstrahlung von Werbespots mit Franck Ribéry, Thierry Henry und Co mit sofortiger Wirkung gestoppt. Die französische Fastfoodkette Quick ließ binnen der letzten Tage sogar sämtliche Werbeplakate auf denen Nicolas Anelka zu sehen ist, von den Straßen entfernen.

 

Streit, Intrigen und Revolte

Das französische Nationalteam ist raus. Wer das genau zu verantworten hat, ist natürlich strittig. Coach Raymond Domenech sei ein unfähiger, arroganter Rechthaber, und Anelka habe ihn angeblich mit den Worten „Fick dich in den Arsch, du dreckiger Hurensohn“ beschimpft. Was darauf folgte war Anelkas Rausschmiss, und eine kollektive Mannschaftsrevolte. Soviel zur Vorgeschichte.

Dass man ein solches Verhalten bei einer öffentlichkeitswirksamen Veranstaltung wie der Fußball WM einfach nicht bringen kann, müsste einem als Spieler bzw. Trainer allerdings schon klar sein. Da geht’s auf Sponsorenebene um so viel Geld und Imagewerte, dass die Geldgeber mehr als sensibel sind was Skandale betrifft.

Das Verhalten sei „riesen Enttäuschung“

So teilte der Sprecher der Bank Crédit Agricole auch offen mit, dass die Entscheidung zum Stopp der Werbekampagne mit Ribéry, Henry und Co klar „vor dem Hintergrund der jüngsten Ereignisse“ getroffen wurde.

Auch Anelka darf nicht mehr von Plakaten lachen. Die französische Fastfoodkette Quick reagierte prompt auf die wüsten Äußerungen des Spielers, und ließ sämtliche Plakate mit dem Konterfei Anelka’s von den Straßen entfernen. „Die Enttäuschung ist so groß, dass die Leute die Plakate als Provokation interpretieren könnten“ lautet die Begründung des Quick-Firmensprechers dazu.

Krise ist Staatssache

Nun ist die „Équipe Tricolore“ nicht nur “psychisch, technisch und moralisch ein Trümmerfeld” (französische Sportministerin Roselyne Bachelot), sondern offensichtlich auch imagemäßig. Da werden wohl noch einige verantwortliche Köpfe rollen, und tief greifende Umstrukturierungen im Verband notwendig sein. Sogar Staatspräsident Nicolas Sarkozy hat aus gegebenem Anlass bereits eine Kabinettssitzung einberufen.

Die französische Zeitung „L’Equipe“ dazu: „Die Regierung muss ihren Weg zu Ende gehen, damit der französische Fußball-Verband nicht mehr in den Händen von Hampelmännern ist.“ Gut wird’s sein…

Links:
Artikel sport.freenet.de (23.06.2010, Frankreich am Boden)  
Artikel sport.freenet.de (23.06.2010, gesammelte Pressestimmen)  
Sponsor’s

 


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