Franco Paletta & The Stingers - I Like It Just Like That

Franco Paletta & The Stingers - I Like It Just Like That

 

Ja genau so mag ich Alben von einem guten Harpspieler: funkig, tanzbar, voller Gefühl und und Drive. Und fast noch am Wichtigsten: „I Like It Just Like That“ ist niemals ein Egotrip sondern von vorn bis hinten das Werk einer großartig zusammenspielenden Band.

 

Portland zählt aus deutscher Sicht nicht unbedingt zu den Brennpunkten der Bluesentwicklung. Aber die deutsche oder auch die europäische Sichtweise kann in die Irre führen. Schon seit den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts ist Harpspieler und Sänger Franco Paletta in der Gegend aktiv. Überregional wurde er spätestens mit der Teilnahme an der International Blues Challenge in Memphis bekannter. Und mit der Band, mit der er sich dem Vergleich mit den besten unbekannten Bands der Blueswelt stellte, hat er jetzt sein aktuelles Album eingespielt. Nur dass zur Standardbesetzung einer Chicago-Bluesband hier oftmals noch treibende Bläser hinzukommen.

Schon der Opener „Oh Baby“ setzt den Maßstab, an dem sich der Rest messen lassen muss: Eine treibend funkige Nummer, bei der sich Paletta heftige Duelle mit Gitarrist Jason Thomas liefert und die Bläserriffs das Ganze noch weiter antreiben. Unwiderstehlich auch der Groove von „She‘s My Little Girl“. Beim Titelsong zeigt sich Paletti auch als äußerst gefühlvoller Balladensänger. Und die Hammondorgel liefert für Stimme und Harp den passenden Teppich. Ausfälle gibt es auf dem Album keine, dafür immer wieder äußerst hörenswerte Überraschungen. Und wenn mal die Gefahr bestehen sollte, dass eine Ballade zu nahe am Schmalzigsein entlangschrammt, dann ist die schneidende Gitarre das richtige Mittel dagegen. Genau darum ziehe ich ein Stück wie "Livin The Blues Again" einem Schmachtfetzen wie Gary Moores "Still Got The Blues" jederzeit vor. Das macht den Unterschied aus zwischen einer Bluesballade und einem Radiohit der nur so tut als ob. Eine echte Hörempfehlung für jeden Bluesfan.