Fortsetzungsroman: Kapitel 3

Fortsetzungsroman: Kapitel 3
Es ist wieder soweit! Ein neues Kapitel meines Fortsetzungsromans ist fertig geschrieben. Diesmal bekommt Lola eine wichtige Nachricht von ihren Eltern. Falls ihr die ersten beiden Kapitel noch nicht gelesen habt, könnt ihr das schnell hier nachholen: 

Fortsetzungsroman: Kapitel 1
Fortsetzungsroman: Kapitel 2
„Was meinst du, mein Schatz?“, fragt meine Mutter verunsichert. Sie versucht immer noch zu lächeln, doch ich sehe ihr an, dass sie nicht mit meiner direkten Frage gerechnet hat.  „Bestell dir doch erst mal einen Wein und schau dir die Speisekarte an“, mein Vater hält mir das überschaubare Menü hin. „Du bist ein bisschen spät“, fügt er hinzu. So ist er. Meine Unpünktlichkeit hat ihn schon immer gestört. Nie kann er sich einen Tadel dazu verkneifen. Dabei hält sich das mit dem Zuspätkommen bei mir eindeutig noch in Grenzen. Ich bin vielleicht mal fünf oder zehn Minuten zu spät. Das ist doch in Ordnung. Oder etwa nicht? Jedenfalls habe ich Freunde, Lucie zum Beispiel, die verspäten sich um Stunden. Da bin dann ich die, die warten muss. Doch in meiner Familie zählt Unpünktlichkeit zu den Todsünden. Steht gleich hinter „anderer Meinung als mein Vater sein“.    Die Speisekarte ist wirklich nicht besonders lang. Es gibt mehr Weine als Hauptgerichte. Das ist typisch für diese Spießerschuppen. Alles muss exklusiv und besonders sein. Ich entscheide mich für Tagliatelle mit Steinpilzweißweinsauce. Das einzige vegetarische Gericht auf der Karte. Selbst die Salate enthalten allesamt so etwas Aufregendes wie Shrimps oder Putenbrustfilet. Wenn ich ehrlich bin, dann hören sich die Tagliatelle sogar ziemlich gut an. Haben bloß zu viele Kohlenhydrate. Aber dann mache ich morgen eben einen Safttag.   Das Gespräch dreht sich um Belanglosigkeiten, wie den geplanten Hawaii-Urlaub unseres Nachbarn, bei dem meine Mutter die Blumen gießen muss oder die neue Umgehungsstraße, die dieses Jahr endlich umgesetzt werden soll. Erst als das Essen kommt, rücken meine Eltern mit der Sprache raus. Da macht man einmal einen Cheat-Day und den müssen sie einem direkt versauen.   „Wie läuft denn dein Studium?“, stellt meine Mutter eine vermeintlich harmlose Frage. Bei mir läuten jedoch sofort die Alarmglocken. Mit meiner Studienwahl (Anthropologie und Germanistik) waren meine Eltern ohnehin nie zufrieden. Ständig kam die Frage „Was willst du denn später einmal damit machen?“ auf. Dass ich das selbst noch nicht so genau wusste, versteckte ich für gewöhnlich hinter Standardfloskeln a lá „Also Journalismus würde mich schon interessieren.“ Dass ich die Regelstudienzeit von sechs Semestern mittlerweile zwei Semester überzogen habe, ist ihnen ein zusätzlicher Dorn im Auge.

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