Formel 1: Kovalainens schneller Weg zu Lotus

_L0U0946

_L0U0946 Raikkönens kurzfristige Absage brachte das Team aus Enstone zu ungewollt schnellem Handeln. Obwohl man zwar offizielle Ersatzfahrer hat, wurde dennoch großräumig anderswo angefragt.

Die Ankündigung des Finnen vergangenes Wochenende brachte Lotus in ungewollte Schwierigkeiten: Das klar verfolgte Ziel in der Konstrukteurswertung mit dem derzeit wettbewerbsfähigen Auto noch mindestens einen Platz gutzumachen schien einen klaren Dämpfer zu bekommen.

Man hat zwar mit GP2-Champion Davide Valsecchi und Jerome D’Ambrosio zwei Ersatzfahrer aus den eigenen Reihen, die aber entweder keine oder wenig GP-Erfahrung haben. Für Lotus war das allerdings in der aktuellen Situation zu riskant. Man brauchte einen Fahrer, der wie Raikkönen in der Regel konstant hohe Punkteergebnisse erzielt. Grosjean ist als einziger Punktesammler in den USA und Brasilien nicht ausreichend.

Sogar F1-Rentner Michael Schumacher wurde kontaktiert, der aber kein Interesse an einer kurzfristigen Rückkehr hat. Sein F1-Hunger wurde durch das Comeback mit Mercedes gestillt und er genießt jetzt sein neues Leben.

Chance für Hülkenberg?

Desweiteren legte man Nico Hülkenberg einen Vertrag für die letzten beiden Saisonrennen vor. Der Emmericher war sogar in dieser Woche zu einer Sitzanpassung nach Enstone. Der Sauber-Pilot entschied sich allerdings gegen das Angebot, weshalb er die aktuelle Saison bei den Schweizern beenden wird.

Wie zu hören ist, war es zu riskant mit sich mit Grosjean messen zu müssen, der mit dem E21 in letzter Zeit sogar besser zurechtkam als Kimi Raikkönen. Es wäre mit Sicherheit eine Herausforderung für den aktuellen Sauber-Piloten gewesen, dessen Fokus allerdings eher Richtung 2014 geht.

Diverse Medien berichteten außerdem, dass Hülkenberg rechtlich sogar hätte zu Lotus wechseln können, da Sauber ebenso vertragsbrüchig wurde, weil sie ihrem Piloten noch Gehaltszahlungen schuldeten. Diese wurden Gerüchten zufolge kurzfristig von Ferrari gezahlt, damit Hülkenberg seine Pflicht erfüllen muss um bei Sauber die letzten beiden Rennen zu fahren.

Das klingt nach einem kontroversen Schritt die Konkurrenz mit dem stärkeren Auto auf anderem Wege zu schwächen, damit Ferrari mit dem derzeit weniger wettbewerbsfähigen Fahrzeug zumindest Platz 3 halten kann.

Raikkönen, der vergangene Woche noch zur Sitzanpassung in Maranello war, soll dort ebenso nahelegt worden sein, die ohnehin anstehende Operation schnellstmöglich durchführen zu lassen, um einerseits für 2014 uneingeschränkt fit zu sein, aber anderseits auch Lotus im Kampf um die Teamwertung zu schwächen.

Weg frei für Heikki Kovalainen

Während all diese Spekulationen andauerten machte der ehemalige finnische F1-Pilot Mika Salo öffentlich den Vorschlag auf seinen Landsmann Heikki Kovalainen zu setzen. Nach Hülkenbergs Absage kam es auch zu einer raschen Umsetzung dieser Idee, die der Finne natürlich gerne annahm.

Es mussten allerdings im Vorfeld noch einige vertragliche Details sowie die Freigabe von Caterham geklärt werden. Kovalainen war nach seinem unfreiwilligen Abschied als Einsatzfahrer 2012 dieses Jahr bereits einige Male für Caterham als Freitags-Testfahrer im Einsatz.

Man sollte auch den Rechtsstreit um den Teamnamen ‘Lotus’ nicht außer Acht lassen, weshalb Lotus-Renault seit 2012 ‘Lotus’ heißt und ‘Lotus’ seitdem ‘Caterham’. Dennoch tut Tony Fernandes seinem Fahrer den Gefallen um zwei Rennen für die Konkurrenz zu fahren.

Der Finne war auch diese Woche kurzfristig zur Sitzanpassung und im Simulator um sich kurzfristig auf das Rennen in Austin vorzubereiten. Es wird nicht sein erstes Gastspiel beim Team aus Enstone sein, da er dort bereits seine Debut-Saison 2007, allerdings noch unter dem Namen ‘Renault’, bestritten hatte, bevor er für zwei Jahre zu McLaren wechselte.