Fluch oder Segen: Hurra - bedingungsloses Grundeinkommen für Alle !?

Nach dem Motto: Wer kennt sie nicht, die drei Musketiere Athos, Porthos und Aramis, die zusammen mit ihrem jungen Freund d’Artagnan den berühmten Spruch „Einer für alle, alle für einen“ geprägt haben. 

Fluch oder Segen: Hurra - bedingungsloses Grundeinkommen für Alle !?

Auch für Renter? Wohin geht die "finanzielle" Reise? Bild pixabay


Die Nachricht macht in den sozialen Netzwerken die Runde: Finnland will ein bedingungsloses Grundeinkommen einführen. Auch die Schweiz denkt darüber nach. Die radikale Reform des Sozialstaats, von manchen linken Aktivisten ebenso verfochten wie von Drogerieunternehmer Götz Werner oder einst vom liberalen Vordenker Milton Friedman, steht vor der Verwirklichung. Im Idealfall müsste niemand mehr arbeiten, der nicht will - ein Szenario, das die Befürworter ebenso utopisch finden wie die Gegner apokalyptisch.

 

How much - wie viel?

Wie das Informationsportal "Vox" berichtet, ist die Realität nicht ganz so dramatisch - der Vorstoß aber nichtsdestotrotz bemerkenswert.
Die weithin zitierte Zahl von 800 Euro im Monat, so die erste Erkenntnis, ist ziemlich aus der Luft gegriffen. Genauso gut könnte man die Einkommensgarantie auf 1000 Euro beziffern.
Das ist nämlich der von den Finnen im Durchschnitt gewünschte Betrag, wie Umfragen zur Vorbereitung des Programms ergeben haben. Und Forschungsleiter Olli Kangas vom staatlichen Sozialversicherer Kela, der im Regierungsauftrag Vorschläge erarbeiten soll, äußert sich gegenüber "Vox" auch in dieser Richtung. Noch ist überhaupt nichts entschieden, betont Kangas.

Noch wird "geforscht"

Am wichtigsten aber: Die finnische Regierung will keineswegs plötzlich ihr gesamtes Sozialsystem umstülpen. Vielmehr geht es um ein Experiment, das 2017 und 2018 stattfinden soll, bevor über eine generelle Reform entschieden wird - ein ziemlich großes allerdings.
Kangas kann mit einem Etat von 20 Milliarden Euro planen. Das sollte reichen, um neben einer Zufallsauswahl quer übers Land verteilter finnischer Bürger auch ganze Gemeinden einzubeziehen, und auch, um verschiedene Modelle auszuprobieren. In jedem Fall wäre es der weitestreichende Versuch bisher.
Auf kleinerer Ebene gab es bereits in den 70er Jahren Experimente mit Grundeinkommen in Nordamerika, die aber auf das Modell einer "negativen Einkommensteuer" beschränkt waren. Aktuell probiert die niederländische Großstadt Utrecht ein Grundeinkommen aus - aber nur für Kandidaten, die bisher schon Sozialleistungen empfingen.
Tja - sozial gerecht oder Lizenz zum Faulenzen? Egal ob für Maler, Manager oder Milliardär? Mehr Grundeinkommen, weniger Arbeitslose und weniger Bürokratie? Bedürftige bleiben auf der Strecke? Politiker allinclusive?  Im Gegenzug fallen alle bisherigen Sozialleistungen weg. Eine Idee, die auch hierzulande Schule machen sollte? Bedingungsloses Grundeinkommen – eine gute Idee? Fakt ist:  Ein spannendes Konzept mit vielen Facetten. Diskutieren Sie mit uns über Chancen und Risiken eines monatlichen Basislohns ...

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