Fleischmann insolvent: Die Modelleisenbahnbranche legt sich die Karten - Teil II

Kurz nach Fleischmanns Insolvenzmeldung von der vorigen Woche flattert uns nun schon der zweite Flyer mit Sonderangeboten eines in Sachsen ansässigen Modelleisenbahnunternehmens ins Haus, wo es einem nur noch die Sprache verschlägt.
Reihenweise wird plötzlich mit satten Rabatten geworben, die wirklich schon nichts mehr mit einer seriösen Kalkulation zu tun haben. Beispiele gefällig?
Fangen wir klein an. Ein Güterwagen wurde von einst 12,50 Euro auf 7,90 Euro gesenkt. Ist schon mal fast die Hälfte!
Es geht aber noch doller :-( Eine E-Lok wurde von ursprünglich 174,90 Euro auf sage und schreibe 89,90 Euro gesenkt. D.h. Sie bekommen plötzlich für nur 4,90 Euro mehr gleich zwei Elektroloks der gleichen Bauart! Das muss man sich wirklich einmal auf der Zunge zergehen lassen.
In diesem Stil reihenweise sogenannter Sonderangebote, die natürlich den Modelleisenbahner nicht gerade erfreuen werden, der noch vor gar nicht allzu langer Zeit den vollen Preis bezahlte und sein Gewissen vielleicht gar damit beruhigte damit wenigstens etwas für die hiesige Wirtschaft zu tun.
Ob er das dann auch wirklich tat, kann leider nicht so genau gesagt werden. Da besagte Produkte nicht als Made in Germany ausgewiesen sind ist durchaus möglich, dass sich zwar der Unternehmssitz in Sachsen befindet um vielleicht auch den einen oder anderen Euro aus dem Aufbau Ost zu schnorren aber die Produktion vielleicht zu Dumpinglöhnen in Fernost erfolgt.
Ein Indiz dafür ist dieser massive Preisverfall. Bei einer seriösen Kalkulation auf Basis hiesigen Lohnniveaus kann sich nämlich kein Unternehmen dieser Welt leisten, plötzlich seine Preise reihenweise um fast 50% zu senken. Denn hier geht es wohl gemerkt nicht um die Promo von ein, zwei, drei Produkten sondern eben ein schon lange zu beobachtende massive Preissenkung. Denkt man das dann nämlich zu Ende, dann bedeutet dies, dass ja irgendwo die Betriebskosten und damit die Löhne in gleichem Niveau sinken müssten. Sonst hat das ja keinen betriebswirtschaftlichen Sinn.
Nun passiert aber sehr wahrscheinlich folgendes: 
Diejenigen die besagtem Hersteller bis dato die Treue hielten, werden sich natürlich ganz genau überlegen, ob sie dort noch einmal einkaufen werden. Wer einmal so verprellt wurde, möcht sehr sicher nicht, dass ihm gleiches noch einmal passiert.
Damit gut möglich, dass Fleischmanns Insolvenz der vorigen Woche vielleicht nur eine Insolvenz von weiteren evtl. bald folgenden ist.
Gut möglich, dass dann vielleicht in ein, zwei Jahren die deutsche Modelleisenbahnbranche vollkommen anders aussieht und sich vielleicht dann endlich auf das besinnt, was Modelleisenbahnen schon immer ausmachten. Modelleisenbahnen sind ein sehr schönes Hobby und Spielzeug aber eben kein Spekulationsobjekt wo es darum geht, mal eben schnell Kasse zu machen.
Dies auch der Grund warum teilweise uralte bespielte Märklinmodelle heute immer noch Spitzenpreise erzielen und eben fabrikneue Modelleisenbahnprodukte momentan teilweise dann doch mehr oder weniger verramscht werden, weil die Masse der Käufer eben doch schon lange durchschaut hat, was in der deutschen Modelleisenbahnbranche so läuft.
Sehr sicher würden nämlich die Entscheider besagten obign Beispieles auch ganz schön dumm aus der Wäsche schauen, wenn Ihnen der Verkäufer Ihres Dienstwagens plötzlich mitteilt, dass er gleiches Modell plötzlich zum nahezu halben Preis im Angebot hat. Ob dann wohl diese irgendwo zwischen ZITTAU und PLAUEN tätigen Entscheider noch einmal bei diesem Autohaus ein Auto kaufen würden?

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