First Aid Kit: Die ganze Palette

First Aid Kit: Die ganze PaletteFirst Aid Kit
Support: Jo Rose
Muffathalle, München, 5. Oktober 2014
Es ist schon verblüffend, mit welch einfachen Mitteln man die Lautstärke einer aufgekratzten Halle auf Wohnzimmernivau herunterdimmen kann. Da taten also die beiden goldgewandeten Schwestern Johanna und Klara Söderberg zur Hälfte ihres Konzerts jeweils zwei Schritte aufeinander zu, weg von den Mikrophonen, die Gitarre wurde ausgestöpselt und dann sangen sie das anrührende „Ghost Town“ von ihrer ersten Platte. Ohne jede elektrische Verstärkung, unplugged in die aufgeregte Masse hinein und plötzlich hätte man die berühmte Stecknadel fallen hören können, kein Nebengeräusch, kein Gebrabbel, alles lauschte und als mittendrin ein Mobiltelefon bimmelte, war tatsächlich ärgerliches Zischen die Folge – keine drei Minuten davor oder danach wäre es zwischen Sound und Stimmengewirr einfach untergegangen. Nur einer von vielen bemerkenswerten Momenten, die der Abend mit First Aid Kit, dem schwedischen Folkpopduo zu bieten hatte, aber mit Sicherheit der schönste.
Das Edelmetall, mit dem die Geschwister die Bühne und sich selbst ausstaffiert hatten, folgte ja dem Titel ihres nunmehr dritten Albums, „Stay Gold“ schreibt seit dem Sommer die Erfolgsgeschichte des engelsgleichen Paares fort, die mit dem Vorgänger „The Lion’s Roar“ vor zwei Jahren mächtig Fahrt aufnahm. Mittlerweile sind First Aid Kit häufige und gern gesehene Festivalgäste, junge Männer verfallen ihnen reihenweise, den Mädchen gelten sie als stilbildende Rolemodels in Sachen neuer Blumenkindkultur und auch die älteren Generationen dürften sie mit Charme und Liebreiz im Handumdrehen gewonnen haben. Die Art und Weise, wie sie aus geschmeidigen Akkustikakkorden und dem verführerischen Schmelz ihrer Stimmen einen Hit nach dem anderen präsentieren, kann einen schon zum Schwärmen bringen – „Waitress Song“, „Cedar Lane“, „Shattered And Hollow“, „My Silver Lining“, sie könnten es wohl endlos so weiterspielen.
Ganz so brav und vorhersehbar wollten sie dann aber doch nicht erscheinen, und so gab‘s neben dem besagten A-Capella-Intermezzo auch schmissigen Country („Heaven Knows“) und ordentliche Abrocke zu hören – beim Cover von Jack White’s „Love Interuption“ hätte nicht viel gefehlt und eine der beiden wäre nach dem Mähneschütteln noch in die begeistere Menge gesprungen. Am Ende blieb’s aber bei ein paar kehligen Lachern und wohl dosierter Koketterie, die Palette, die sie für ihre Show aufboten, war – gemessen an den Erwartungen – auch so schon erstaunlich groß ausgefallen. Die Rollen für überspannte Popgeschwister sind ohnehin mit Haim, Hockeysmith oder Cocorosie schon ausreichend besetzt, da kann es sicher nicht schaden, wenn man bei beginnendem Bodenfrost und der Aussicht auf jede Menge trübe und dunkle Tage eine Extraportion wohlkalkulierter Streicheleinheiten anzubieten hat.

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