Filme ohne Farbe: „Ein Herz und eine Krone“ (1953) mit Audrey Hepburn

Wir leben in einer Franchise-Welt. Aber das soll nicht immer so gewesen sein? Humbug! Schon 1953 wurden Stars wie Audrey Hepburn und Gregory Peck bedrängt, ein Sequel zu ihrer wundervollen RomCom Ein Herz und eine Krone (Roman Holiday) von Regisseur William Wyler zu drehen. Kein Wunder, so beliebt ist diese romantische Geschichte einer Prinzessin und eines Reporters, die charmant-unschuldig  die ewige Stadt  Rom erkunden.

Hepburn spielt Ann, die Prinzessin irgendeines fiktiven europäischen Landes, die gerade in einer Botschaft in Rom residiert. Ihre Frustration über ihren Alltag wächst besorgniserregend schnell. Ihre alltäglichen Verpflichtungen nehmen überhand und die Prinzessin erleidet einen Zusammenbruch. Während ihrer vom Arzt verordneten Bettruhe blickt Ann sehnsüchtig aus dem Fenster und beschließt kurzerhand, die Stadt zu erkunden. Aus der Botschaft geflüchtet, schläft sie auf einer Bank ein, wo sie von dem amerikanischen Reporter Joe Bradley (Peck) aufgegriffen wird.  

Filme ohne Farbe: „Ein Herz und eine Krone“ (1953) mit Audrey Hepburn

Ein Herz und eine Krone

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Reporter Joe Bradley (Gregory Peck) findet Prinzessin Ann (Audrey Hepburn).

Schon hier muss man auf die Schönheit Roms verweisen, die durch Regisseur Wyler und seine Kameramänner Henri Alekan und Franz Planer eingefangen wird. Wir streifen nicht nur durch das ganz normale Gewusel einer Großstadt, sondern können unsere Blicke auf Cafes am Straßenrand werfen, machen Sightseeing am Pantheon, dem Forum oder der Engelsburg und dem Palazzo Barberini.

Am schönsten allerdings ist es, wenn der Film Audrey Hepburn auf die Stadt loslässt. Sie erkundet mit ihrem naiven Kulleraugen-Blick die Stadt als die unerfahrene Prinzessin, die bisher weggesperrt so viele Dinge zum ersten Mal erleben darf. Ein Friseurbesuch wird zum aufregenden Charakterwandel, die erste Zigarette zum rebellischen Aufbegehren und eine Roller-Fahrt quer durch Rom zum amüsanten Comedy-Intermezzo.

Ein Herz und eine Krone ist zwar nicht die erste Rolle für Audrey Hepburn, aber eine sehr frühe. Doch schon hier zeigt sie all ihre Stärken. Durch ihre elfengleiche Erscheinung könnte sie all die Pretty Nice Girly-Rollen für sich beanspruchen, hat aber immer schon lieber die – wenn auch nette – Rebellin verkörpert, die sich keinesfalls irgendwem unterordnen möchte. Sie entdeckt hier auf eigene Faust das Leben, ihre Freiheit und ganz nebenbei noch die Liebe.

Die Liebe tritt in Form von Gregory Peck ins Bild. Ein Darsteller, der ebenso wenig der Macho ist, wie Hepburn der heiße Feger. Beide erzeugen eine überaus natürliche Wirkung, weswegen die Paarung so wundervoll funktioniert. Während Hepburns Prinzessin Ann auf die Stadt losgelassen wird, muss Pecks Reporter Schritt halten und herausfinden, ob er diese Frau lieben möchte oder sie zu seiner nächsten Story machen will.

Filme ohne Farbe: „Ein Herz und eine Krone“ (1953) mit Audrey Hepburn

Ein Herz und eine Krone

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Audrey Hepburn als Prinezssin Ann in EIN HERZ UND EINE KRONE.

William Wyler hat Ein Herz und eine Krone nach einem Drehbuch von John Dighton und Dalton Trumbo gedreht. Trumbo, der US-Autor, der auf der Schwarzen Liste landete und eigentlich nicht praktizieren durfte, findet sich namentlich erst seit einem Re-Release in 2003 wieder an den Film gebunden. 2011 wurde ihm erst die Drehbuch-Verantwortung wieder offiziell zugesprochen.

Und das, wo Ein Herz und eine Krone sogar einen Oscar für das beste Drehbuch erhalten hat, der seinerzeit an Ian McLellan Hunter verliehen wurde, der als Stand-In für Trumbo eingesetzt wurde. Auch das Kostüm Design und Audrey Hepburn als beste Hauptdarstellerin wurden von der Academy ausgezeichnet, während sich der Film selbst gegen Verdammt in alle Ewigkeit geschlagen geben musste, der als bester Film des Jahres auserkoren wurde.

Wylers Ein Herz und eine Krone behandelt am Rande die übermäßigen Abläufe der gehobenen Gesellschaft, konzentriert sich dann aber weitaus mehr auf den Ausbruch aus diesem Lebensstil. Seine Prinzessin findet in dem Reporter ihren Bettelknaben, mit dem sie zwar nicht den Platz tauscht, von dem sie sich aber mit dem für uns ganz normalen Leben bekannt machen lässt.

Die Geschichte funktionierte schon 1934 in Es geschah in einer Nacht von Frank Capra, wo es noch Clark Gable als Reporter und Claudette Colbert als geflüchtetes Mädchen aus reichem Hause waren, die sich in verspielter Zweisamkeit durch die Welt schlugen. Aber gerade Audrey Hepburn und Gregory Peck können diese Verspieltheit und Leichtigkeit noch ein wenig besser auf ihren Film übertragen – vielleicht weil sie sich in einer ebenso verspielten Stadt wiederfinden, die ihnen an jeder Ecke neue Möglichkeiten bietet, ihren Tatendrang auszuleben.


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