Federal Reserve: Deregulierer Summers könnte Bernanke folgen

Im Rennen um die Nachfolge Ben Bernankes um den Vorsitz der US-Notenbank "Federal Reserve System" gibt es derzeit zwei Top-Kandidaten: Den skandalumwitterten ehemaligen Harvard-Präsidenten Larry Summers, und Janet Yellen, die aktuelle Nummer Zwei der amerikanischen Zentralbank.

FED_LogoLaut einem Bericht des US-Senders CNBC gilt Summers als einer jener Architekten der Finanzmarktderegulierung, welche im Jahr 2008 zur geplatzten Immobilienblase und der weltweiten Finanzkrise führte.

Deregulierung als Ursache der Finanzkrise

Ökonomen zufolge wurden im Zuge der kollabierenden Finanzmärkte alleine in den USA private Vermögen im Höhe von rund 11 Milliarden Dollar ausgelöscht und Millionen von Arbeitsplätzen vernichtet. Dies als Folge einer verantwortungslosen Deregulierung und Liberalisierung der Finanzmärkte. So stellte die Enquete-Kommission zur Finanzkrise fest, dass diese vermeidbar gewesen wäre und nur deshalb ausbrach, weil "minderwertige Hypotheken durch die exzessive Verpackung und den anschließenden Verkauf an Investoren, sowie riskante Wetten auf die kreditgesicherten Wetten" ermöglicht wurden.

Die Finanzmarktregulatoren waren machtlos und konnten die riskanten und schon an Betrug grenzenden Investitionen nicht verhindern. Sie mussten zusehen, wie die Märkte kollabierten und Millionen Menschen von Zwangsversteigerungen bedroht waren.

Verantwortlich für Harvards Milliardenverluste

In seiner Zeit als Präsident der renommierten US-Universität Harvard verlor Summers eine Milliarde Dollar, nachdem er 3,52 Milliarden Dollar in riskante Finanzderivate steckte. Die US-Zeitschrift "Vanity Fair" bezeichnete dies als "schlimmste finanzielle Implosion" in der 373-jährigen Geschichte Harvards.

Sicher, mit einem Stiftungsvermögen von rund 30 Milliarden Dollar kann die Eliteuniversität diesen Verlust durchaus verkraften, dennoch zeigt sich deutlich, wie riskant dieser eventuell schon bald auf dem Chefsessel der wichtigsten Zentralbank der Welt sitzende Summers agiert. Für die ohnehin schon fragile und überdimensionierte Finanzindustrie wäre er der zum Gärtner gemachte Bock.

Obama als Marionette der Finanzindustrie?

Noch im Jahr 2010 sagte US-Präsident Obama bei der Unterzeichnung der Dodd-Frank Wall Street Reform und des Consumer Protection Act: "Skrupellose Kreditgeber sperrten die Verbraucher in komplexe Darlehen mit versteckten Kosten. Firmen wie AIG platzierten mit geliehenem Geld riskante Wetten. Und während die Regeln missbraucht und Exzesse nicht kontrolliert wurden, ließen sie die Steuerzahler am Haken hängen, wenn eine große Bank oder ein Finanzinstitut scheiterte." Eine Finanzmarktreform, welche solche Exzesse in Zukunft verhindern soll.

Mit der möglichen Ernennung Summers jedoch, führt Obama diese rudimentären Reformen jedoch ad absurdum. Selbst wenn diese Gesetze zumindest die riskantesten Spekulationen verhindern sollen, so findet Summers garantiert Wege, dieses System auszuhebeln. Immerhin war er 1999 die treibende Kraft zur partiellen Aufhebung des Glass-Steagal-Gesetzes, welches 1933 als Reaktion auf die Katastrophe der Großen Depression beschlossen wurde. Er war es, welcher das bis dahin geltende Trennbankensystem aufheben ließ. Und wenn ihn Obama tatsächlich zum Vorsitzenden der FED macht, dann zeigt er abermals, dass seinen großen Worten immer wieder gegenteilige Taten folgen.

Wäre Yellen die bessere Besetzung?

Janet Yellen gilt allgemein nicht als Befürworterin der Deregulierung. So hatte sie die Vorzeichen der nahenden Krise schon im Jahr 2007 erkannt, als sie noch in anderen Positionen diente. So kann sie auf eine solide Bilanz aus der Zeit der Bankenaufsicht der FED-Filiale in San Francisco aufweisen. Als eine der ganz wenigen innerhalb des Zentralbanksystems hatte sie frühzeitig vor der Subprime-Krise gewarnt. Ungehört.

Und so wäre es wohl deutlich sinnvoller, Janer Yellen zur neuen Vorsitzenden des Federal Reserve Systems zu ernennen. Immerhin besitzt sie scheinbar jenen Weitblick, den die Deregulierungsfanatiker Larry Summers, Tim Geithner und Bob Rubin mit Sicherheit nicht haben. Allerdings werden die Lobbyisten der Finanzmärkte sicher massiven Druck auf Obama ausüben, so dass die besonnene Yellen das Nachsehen haben wird. Leider.

 

 

 


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