Familienbett ???

by Nina in Mami-Themen • 0 Comments

Ein Thema welches heiß diskutiert wird. Nicht jeder befürwortet es und ich bin auch einer der Gegner des Familienbettes. Warum ich es so doof finde und warum es vielleicht auch eine Erziehungssache ist…

Wir leben in einer Zeit in der wir unser Leben sehr stark auf unsere Kinder ausrichten. Stillen nach Bedarf, solange es geht das Kind tragen statt zu schieben und zu guter letzt das Familienbett. In den vergangenen Tagen konnte man zu diesem Thema sehr viele Meinungen lesen. Die einen sind dafür und die anderen sind eben nicht dafür. Und auch ich habe meinen Senf dazu abzugeben…

Leider ließt man dazu wieder mal nur sehr viele weibliche Meinungen und Stimmen. Ich finde wir fragen dabei viel zu wenig die Herren der Schöpfung. Wo ist denn plötzlich all die Emanzipation und die Vereinbarkeit hin, wenn dabei wieder nur die Stimmen der Mütter zählen. Wo sind denn all die aufopfernden Männer und Väter, die dazu doch bestimmt auch eine Meinung haben. Und da ja Vereinbarkeit und die damit verbundene gleichberechtigte Aufteilung der Erziehung sowieso so ein großes Thema ist, finde ich, dass die Väter dabei auch ein Mitspracherecht haben.

Ich frage mich auch immer was denn das Familienbett jetzt genau ist. Denn ich kenne es nicht und glaube auch nicht das es eine Glückssache ist, dass mein Sohn von Anfang an freiwillig in seinem Bett schläft. Ehrlich gesagt habe ich immer gedacht, dass es die Ausnahme sei und das es nur sehr wenige Eltern gibt die das Familienbett praktizieren. Nur leider habe ich in den vergangenen Tagen etwas anderes gelesen. Ich war erstmal sehr verwundert, das doch so viele Eltern sich das Bett mit den Kindern teilen. Ich hätte es wirklich nicht gedacht, das es mittlerweile ja als normal angesehen wird, wenn alle in einem Bett schlafen. Ich fühle mich ja jetzt fast wie einen Rabenmutter, weil mein Sohn in seinem Bett schlafen muss. Immer wenn mir von Freunden erzählt wurde, das es ein Familienbett bei ihnen gibt, habe ich das zu den besonderen Ausnahmen gezählt. Da habe mich wohl grob vertan!?

Daraufhin habe ich die letzten Tage sehr viel darüber nachgedacht..

Was ist das Familienbett denn jetzt genau?

Da gibt es ja die einen, die das Kind Nacht für Nacht irgendwann mit ins Elternbett nehmen, weil es nicht mehr im eigenen Bett einschlafen will oder kann. Das ist ja auch noch ganz ok. Und solange wir dabei auch nur dieses Modell des Familienbettes meinen, frage ich mich warum wir überhaupt diskutieren. Jedes Kind hat mal etwas. Entweder bekommt es Zähne, es hat einen Nachtschreck oder es ist krank. Dann ist es doch völlig ok sein Kind mit ins Elternbett zu nehmen. Es braucht halt Trost und Nähe…

Aber da gibt es ja noch die anderen, die täglich brav zusammen mit dem Kind nach dem Sandmann ins Bett gehen und dort auch bleiben, weil das Kind ohne Mama einfach nicht schlafen will.. Was ist los?

Nein danke, dann bleibe ich doch lieber von Anfang an konsequent und bringe es meinem Kind bei, allein in seinem Bett zu schlafen. Auch wenn es ein paar Nerven kostet…Bisher kenne ich persönlich nur ein paar Pärchen bei denen das so abläuft und muss wirklich sagen, dass ich das für mich und uns nicht befürworten kann. Ich gehe jetzt mal davon aus das man die zweite Variante mit “Familienbett” meint.

Was sagen wohl die Männer dazu?

Ich kann mir nicht vorstellen, dass es unsere Männer so gut finden, wenn der Nachwuchs Nacht für Nacht den Liebestöter und den Platzkiller im gemeinsamen Elternbett spielt. Ehrlich gesagt habe ich auch bis jetzt keinen Mann getroffen oder gesprochen der das Familienbett befürworten würde. Im Gegenteil, in unserem Bekanntenkreis gibt es ja besagte Pärchen bei denen das so abläuft und immer finden es nur die Mütter in Ordnung. Die Väter aber finden es nervig und ätzend. Warum ist das wohl so ? Nun ja, ich denke unseren Männern gelingt es einfach besser auch noch Wert auf die eigenen Bedürfnisse zu legen.

Somit sehe ich es auch auf lange Sicht als potenziellen Beziehungskiller an, wenn Kinder sogar im Schlafzimmer den Ton angeben. Ich meine, bei aller Familienliebe ist man doch trotzdem noch ein Paar und sollte das auch pflegen. Wer will denn schon nach Jahren des Familienlebens plötzlich vor den Scherben der Beziehung stehen und feststellen müssen, das man sich als Paar ganz vergessen hat. Ich will damit nicht sagen, dass sich eine Beziehung nur über das Liebesleben definiert aber unwichtig ist das eben auch nicht.

Aber nicht nur das, ich finde auch das ein Mann sich schrecklich fühlen muss, wenn er Nacht für Nacht aus dem gemeinsamen Bett ausziehen muss um Platz zu schaffen für die Kids und sich dann auch noch in das viel zu kleine Prinzessinnenbett herein quälen muss um wenigstens etwas Schlaf zu bekommen. Das ist ja fast als würde man das Kind auf dem Beifahrersitz platzieren, während das Familien-Oberhaut im Auto hinten hinter den WinniePuh-Blenden sitzen muss… Aber in den meisten Fällen haben ja sogar 4 Personen in einem 2-Meter-Bett Platz und keiner der beiden Elternteile muss ausziehen. Familienbett um jeden Preis, auch wenn das heißt sich eine bescheuerte Riesenmatratze ins Schlafzimmer zu legen?

Weil es nur im Schlafzimmer geht…

Klar kann man jetzt sagen das es ja noch viele andere Möglichkeiten gibt die Beziehung und das dazu gehörige Liebesleben zu pflegen. Ja aber wann denn Bitteschön? Zwischendurch auf der Küchenzeile während das Kind im Zimmer spielt? Wohl kaum! Das ging vielleicht bevor Kinder da waren aber sobald Nachwuchs da ist, geht das meiner Meinung nach nicht mehr. Die Kinder sind eben präsent von morgens bis abends und somit ist auch für die Eltern keine Zeit zu zweit außer eben wenn die Kinder in ihren eigenen Betten schlafen. Oder aber der Nachwuchs schläft im Elternbett auch allein ohne Mamas Hand halten zu müssen. Dann kann es ja auch in seinem eigenen Bett schlafen oder stelle ich mir das jetzt zu einfach vor?

Ich finde es wichtig, sich auch mal Zeit nur zu zweit frei zu schaufeln. Sei es um nur mal in Ruhe zu quatschen oder mal für sich allein zu entspannen. Mir persönlich ist meine Mami-freie Zeit am Abend sehr wichtig. Ich will auch mal abschalten, vielleicht in meinem Buch lesen oder sonst irgendwas.

Freie Zeit, das muss nicht nur Abends oder in der Nacht sein. Man kann ja auch mal ein Wochenende nur für sich haben. Wie soll das aber bitte gehen, wenn der Nachwuchs nur im elterlichen Bett einschläft und dadurch auch nicht bei den Großeltern schlafen würde? Ich nehme also mal stark an, dass Familienbett-Kinder nie bei den Großeltern übernachten. Auch eine Sache die ich eigentlich nur kaum kenne.

Ich kann es mir gar nicht vorstellen 24/7 immer nur für mein Kind da zu sein ohne mal Zeit nur für mich zu haben. Irgendwann ist einfach der Akku leer und der muss aufgeladen werden, zum Beispiel durch eine ordentliche Portion Schlaf auf meinen eigenen 90 cm…

Vielleicht ist es eine Erziehungssache!

Männer hin oder her, Liebesleben hin oder her, ich glaube fast daran das es eine Erziehungssache ist. Unser Sohn hat von Anfang an in seinem Bett geschlafen. Die ersten 6 Monate stand sein Bett neben unserem, alleine wegen dem Stillen in der Nacht. Natürlich ist er auch die ersten Wochen immer wieder in der Nacht wach geworden. Ich habe ihn trotzdem nicht mit zu uns ins Bett genommen. Zum einen weil ich es gefährlich finde, denn wer sich mit dem Thema Kindstod mal intensiv auseinander setzt weiß, dass die Gefahr im Elternbett sehr viel höher ist. Und zum anderen weil ich wollte das er sich an sein Bett gewöhnt. Ich habe ihn also immer wieder beruhigt, gestillt, eingepuckt und ihn immer wieder in sein Bettchen gelegt.

Wir blieben also hartnäckig und haben durchgehalten und das hat sich auch bezahlt gemacht. Wir schlafen selbst viel besser und ruhiger, wenn unser Kind nicht zwischen uns liegt und übertragen auch so keine Unruhe auf ihnMit etwa 4 Monaten hat er durchgeschlafen und mit 6 Monaten haben wir sein Bett in sein Zimmer gestellt. Von da an haben wir vielleicht 3 oder 4 Nächte gehabt in denen er mal für eine halbe Stunde mit zu uns ins Bett gekommen ist. Entweder wegen einem Nachtschreck oder weil er krank war. Er möchte sogar freiwillig dann immer wieder in sein Bett zurück. Er kennt es eben nicht anders und deshalb ist es auch für mich eine Erziehungssache. Klar haben wir beim Thema Schlafen ein sehr pflegeleichtes Kind aber das er so gut in seinem eigenen Bett schläft ist nicht nur Zufall oder Glückssache.

Mein Fazit

Die ersten Monate oder Jahre mag das zwar für Mama sehr schön sein, wenn das Kind neben ihr schläft. Nach einer gewissen Zeit wird es jedoch anstrengend und nervig und dann bekommt man das nicht mehr so schnell raus. So wurde es uns immer wieder von Bekannten und Freunden bestätigt und deshalb war es für uns auch so wichtig von Anfang an klare Regeln zu setzen. Wir haben zwar bis jetzt auf viel Nähe zu unserem Sohn verzichten müssen aber wir wissen auch die Vorteile zu schätzen. Er ist eben nicht gerade das anhänglichste Kind.

Klar sind wir liebende Eltern und opfern uns genauso für unseren Sohn auf wie andere Eltern, aber wir sind eben auch ein Paar und wollen das auch bleiben. Ich denke also es macht uns nicht zu schlechten Eltern nur weil wir das Familienbett nicht praktizieren. Und in der Nacht will ich auch mal meine Ruhe haben und zu meinem wohlverdienten Schlaf kommen…

Eure Nina

Bildquelle: http://pixabay.com/de/users/ranii-19980/

Tags:Familienbett Nachteile Familienbett


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