Familie 2017: einfach nur überleben oder wo ist das Glück geblieben?

Mit meinem Vorsatz, vor der Arbeit nicht auf Facebook rumzugammeln, klappt es leider mehr schlecht als recht. Furchtbar, ich weiß. Heute jedoch, fand ich dort einen Artikel, der mich endlich mal wieder aus meinem nachweihnachtlichen Koma herausgeholt und mir die Lust am Schreiben zurückgebracht hat.

Familie 2017: einfach nur überleben oder wo ist das Glück geblieben?

Konsti, ist der Mann hinter Große Köpfe und der Mann von Alu. Bestimmt kennen viele von Euch die beiden Berliner Familienblogger als Organisatoren der Blogfamilia.

Ich habe nachgelassen beim dritten Kind

Der Beitrag ist nicht besonders lang, beschreibt den Zustand, den auch ich allzugut kenne jedoch so treffend, dass ich beim Lesen Gänsehaut bekomme.

Gerade zu poetisch traurig beschreibt Konsti seine Gefühle und ich möchte beide am liebsten in den Arm nehmen und sagen: Leute, es wird besser! Wirklich!

Das Problem ist nur, dass ich im Moment selbst nicht daran glauben kann…

…Ich ertappe mich dabei, wie ich mich auch weit weg wünsche. Nur nicht mit ihr oder den Kindern, sondern allein. Der Tag hatte versteckte Schönheit und doch hängt er uns nun in den Knochen wie die Nässe in der Kleidung nach einem Tag im Regen. (Konstantin)

Wo ist es, das Familienglück? Und was genau macht Familienglück überhaupt aus? Muss man schon glücklich und dankbar sein, dass alle gesund sind und die Familie ein Auskommen hat?

Und wenn man dann doch mal leise sein Herz ausschüttet, über fehlenden Schlaf, knappes Budget oder einfach, weil man Zeit für sich selbst vermisst, heißt es nicht selten: Du hast doch Glück! Du hast vier wunderbare, gesunde Kinder, einen Mann, ein Haus, einen tollen Job, ein Auto…. oder noch besser: Du bist halt einfach doch schon 45….  Na, danke auch!

Ja, das stimmt. Die Kinder sind gesund. Zum Glück.

  • Leider streiten sie sich den ganzen Tag wie Hund und Katze. Zumindest drei davon.
  • Kind 2 ist ständig der Meinung, es hätte zum 22. Geburtstag einen Erziehungsauftrag bekommen und bezweifelt täglich meine Kompetenzen
  • Kind 3 und 4 haben mittlerweile den motzigen Ton von Kind 2 übernommen und sind permanent zum verbalen und körperlichen Angriff bereit.
  • Unter “vernünftigen Umgang mit Medien” wie Nintendo DS, Fernseher oder Handy versteht Kind 3 etwas völlig anderes als ich
  • Harmonie ist hier im Haus ein Fremdwort mit 8 Buchstaben….
  • ich könnte noch viel mehr schreiben, aber eigentlich will ich das gar nicht…

Es macht mich traurig. Es laugt mich aus. Vor allem, wenn der Mann am Abend heimkommt und sich über die schlechte Stimmung beschwert. Dann falle ich jedesmal vom Glauben ab. Ist Familie wirklich toll? Mache ich vielleicht einfach alles nur falsch?

…als ob es schon in der Nacht auf mein Bett geregnet hätte…

Je mehr ich darüber nachdenke, desto trauriger werde ich. Ich suche Auszeiten und klammere mich an jede, die ich finden kann. Ich verfalle oftmals in eine Lethargie, aus der ich mich nur schwer selbst befreien kann.

Der Haushalt, die Wäsche, einkaufen, kochen, alles wird zur Herausforderung. Ich möchte die Herausforderung auch annehmen, merke aber, dass ich scheitere. Warum? Keine Ahnung, wie war das? Der Tag …hängt in den Knochen wie die Nässe in der Kleidung nach einem Tag im Regen…. ja, das tut er und mittlerweile fühlt es sich so an, als ob es schon in der Nacht auf mein Bett geregnet hätte.

Wo ist die schöne, heile Welt?

Nicht selten ertappe ich mich dabei, wie ich in der heilen Familienblogger-Welt versinke, obwohl ich natürlich nur zu gut weiß, dass die gezeigte Realität oftmals nicht wirklich realitätsnah ist. Bei mir hier ist das nicht anders.

Versteht mich nicht falsch, das ist in Ordnung. Ich mag die “Heile Welt”, ich möchte glückliche Mamablogger (und natürlich auch Papablogger) sehen, strahlende und zufriedene Kinder und tolle Väter, die Blumen mit nachhause bringen.

Ich bin ein Hater! Ich hasse das Wort VEREINBARKEIT

Ich will eigentlich gar nichts dazu sagen. Dieses Wort erzeugt, zumindest bei mir Brechreiz. Sorry. *

Erziehen oder einfach nur überleben?

Kinder brauchen Grenzen. Nein, Kinder kennen ihre Grenzen  – oder doch nicht? Keine Ahnung! Nachdem meine Tochter mich vor einiger Zeit immer und immer wieder gefragt hat, ob sie nun doch endlich fernsehschauen dürfe und ich wieder und wieder NEIN gesagt habe, meinte sie irgendwann: Mama, das ist jetzt aber falsch. Du musst  sagen, ist mir egal, mach was du willst…. Aha, so ist das also.

Ja, so einfach könnte es sein. Ich lasse sie machen was sie wollen, mein Mann macht was er will und ich dann auch. Einfach nur überleben. Irgendwie.

Nein, das will ich nicht. Ich werde einen Weg finden. Wir werden einen Weg finden. Irgendwann wird der Regen aufhören und die Kleider werden trocknen.

Sandra

*Das muss ich mal extra verbloggen…