Falsches Spiel im Fußball

Manipulationsvorwürfe im Sport machen auch vor König Fußball nicht halt. Von millionenschweren Bestechungsgeldern im Zusammenhang mit der Vergabe von Weltmeisterschaften unter Ex-FIFA-Chef Joseph Blatter bis zu einer drohenden Zehn-Jahres-Suspendierung für den sechsfachen albanischen Landesmeister Skenderbeu reißen die Skandale nicht ab.

Skenderbeu wird vorgeworfen, in den Jahren 2010 bis 2016 zahlreiche Spiele manipuliert und weltweit kriminelle Wettgeschäfte getätigt zu haben. Als ersten Schritt hatte die UEFA das Team für ein Jahr gesperrt, als zweiter Schritt wird eine zehnjährige Suspendierung erwogen. Skenderbeu geht vor dem Internationalen Sportsgerichtshof dagegen an.

Versuchte Erpressung im Zusammenhang mit Spielmanipulation in Deutschland wird drei Fußballprofis vorgeworfen. Die 2016/2017 beim VfL Osnabrück spielenden Marc Heider, Addy Menga und Tobias Willlers sollen vor dem Match gegen den Abstiegskandidaten SC Paderborn Spieler der ebenfalls um den Klassenerhalt zitternden Clubs Werder Bremen U 23 und Rot-Weiß Erfurt kontaktiert und Geld für einen Osnabrücker Sieg gefordert haben.

Das Sportgericht des DFB hatte als erste Maßnahme befristete Sperren gegen die Verdächtigen verhängt. Der Fall wurde ans Amtsgericht weitergeleitet.

Wie ernst entdeckte Betrugsmanöver genommen werden, musste 2005 Schiedsrichter Robert Hoyzer erfahren. Er manipulierte im Auftrag der Wettmafia in der ersten Runde des DFB-Pokals 2004 das Match zwischen Erstligist HSV und Drittligist Paderborn. Das Spiel endete 4:2 für Paderborn.

Die darauffolgende Untersuchung löste einen bundesweiten Skandal aus, der über Jahre hinaus Auswirkungen hatte. Im Zuge der gemeinsamen Untersuchungen von DFB und Justiz kamen weitere verschobene Partien ans Tageslicht, Spieler gestanden Bestechungsangebote und auch Annahmen, und der HSV erhielt zwei Millionen Euro als Entschädigung.

Hoyzer wurde im November 2005 wegen Beihilfe zu Betrugs zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und fünf Monaten ohne Bewährung verurteilt, aber wegen guter Führung nach 14 Monaten vorzeitig entlassen. Die ursprünglich lebenslange Sperre wurde 2011 nach einem Gnadengesuch aufgehoben.

Noch schwerer wurde die deutsche Fußballwelt 1970/1971 erschüttert, als der damalige Präsident von Kicker Offenbach, Horst-Gregorio Canellas, einen bis dato undenkbaren Skandal öffentlich machte. Er lieferte anhand von aufgezeichneten Telefonaten den unwiderlegbaren Beweis, dass in der Bundesliga gegen Geld Spiele verschoben wurden, und zwar in großem Stil.

Fast zwei Jahre ermittelte Hans Kindermann, der Vorsitzende des DFB-Kontrollausschusses. Sogar Morddrohungen gingen gegen ihn ein, aber er ließ sich nicht davon abbringen, den Korruptionssumpf trockenzulegen und das Vertrauen in den deutschen Fußball wiederherzustellen.

In die verschobenen Spiele verwickelt waren unter anderem Schalke 04 und Arminia Bielefeld - die abstiegsbedrohte Arminia hatten 40.000 Mark für ihren 1:0 Sieg bezahlt. Doch das reichte nicht für den Klassenerhalt, und so zahlte die Arminia am letzten Saisonspieltag eine Viertelmillion an Hertha BSC für ein 1:0 und den Verbleib in der Bundesliga.

Doch auch andere Vereine waren an Manipulationen beteiligt. Das Ergebnis waren eine gigantische Prozesslawine, zerstörte oder zumindest lädierte Karrieren und ein Rückgang der Bundesligazuschauerzahlen um 800.000 in der Spielzeit 1971/1972. Im Folgejahr waren es sogar 1,3 Millionen Fans weniger, die die Stadien besuchten.

Inzwischen haben DFB, UEFA und FIFA Frühwarnsysteme eingeführt, die auch ohne einen Whistleblower wie Cannelas Betrugsmanöver aufdecken sollen. Der albanische Verein Skendebeu hat das nur zu schmerzhaft festgestellt.


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