essen, wie in mutters küche: showcooking

Showcooking ist beliebt: täglich kochen Star- und Sterneköche auf unterschiedlichsten Fernsehkanälen direkt vor Publikum, bewerten Zuschauer-Kreationen und geben Tipps für die Zubereitung zuhause. In der Gastronomie öffnen sich ebenfalls immer mehr Küchen und der Gast kann hautnah miterleben, wie sein Essen zubereitet wird. Auf Parties und anderen Feierlichkeiten sorgt Showcooking für eine ganz besondere Atmosphäre und beim Schnack mit dem Koch gibt’s den einen oder anderen Tipp für den eigenen Kochtopf mit dazu.

„Showcooking spricht die Sinne an“, weiß Philipp Stollsteimer, Geschäftsführer beim Stuttgarter Catering-Unternehmen Stollsteimer. „Es gibt Dampfgeräusche, Zischen und Nebel – der Gast riecht und sieht intensiv, wie aus einzelnen Zutaten das Essen speziell für ihn zubereitet wird. Für mich ist Showcooking authentisch und ehrlich.“

ilzhoeferNicht nur die Gäste fühlen sich am offenen Herd wohl, auch für viele Köche ist die offene Atmosphäre angenehm: „Ich arbeite lieber unter Beobachtung“, sagt Jörg Ilzhöfer. „Dann sehen die Leute, wie viel Mühe man sich beim Kochen gegeben, wie viel Liebe man reingegeben hat und dafür erntet man auch größere Wertschätzung. In Restaurants mit geschlossener Küche finde ichs oft so anonym: da kocht irgendeiner irgendwas und der Einzige der ab und zu raus kommt, ist der Küchenchef um die Honneurs abzunehmen. Aber die, die gekocht haben, sieht man eigentlich nie.“

Jörg Ilzhöfer war der Erste, der sich in Esslingen auf die Finger schauen ließ – seit mehr als fünf Jahren setzt der versierte und umtriebige Koch auf Showcooking, seit 2014 gehören seine Mittags-Suppenküche „High Spoon“ und seine Kochschule zu den Top 10 der jungen Unternehmen in Baden-Württemberg. Von Dienstag bis Freitag serviert das Team mittags von 12 bis 14 Uhr Suppen direkt ab Kochtopf. Manchmal stehen auch Maultaschen und Kartoffelsalat auf der Karte. Einige Stammgäste bringen dafür sogar ein persönliches Suppenglas mit, das bei jedem Besuch ausgetauscht und frisch gefüllt wird. „Mein Gäste fühlen sich ein bisschen wie bei Muttern, denn sie sitzen da, wo es am schönsten ist: in der Küche“, sagt Jörg Ilzhöfer.

Mehr als 7000 Gäste pro Jahr genießen diesen Service und vor allem das offene Ambiente in Jörg Ilzhöfers Küche. „Für mich war von Anfang an klar: wenn ich eine eigene Küche betreibe, will ich das so offen und durchsichtig wie möglich machen. Und glücklicherweise hat unser Konzept von Anfang an eingeschlagen wie eine Bombe“, erinnert sich Ilzhöfer. Und er hat auch eine Erklärung: „Kochen und Essen findet beim Showcooking zentral statt – man ist als Gast dabei, kann beobachten, vielleicht schon vorher mal probieren und mit dem Koch schnacken, das schafft Vertrauen.“

Gut kochen allein reicht für gelungenes Showcooking allerdings nicht: „Kommunikationsfähigkeit ist mindestens genau so wichtig“, meint Philipp Stollsteimer. „Wenn bei uns jemand Showcooking als Event bucht, steht sicher niemand am Herd, der nicht mit Menschen umgehen kann.“ Und Jörg Ilzhöfer ergänzt: „Man muss auch Entertainer sein. Mit den Gästen mal gemeinsam abschmecken und den Leuten Geschichten erzählen, mit denen sie sich wohlfühlen.“

Das Konzept der offenen Küche lädt geradezu ein zum gemeinsamen Kochen. Tatsächlich bietet Jörg Ilzhöfer an seinen Küchenblöcken jeden Abend einen Kochkurs an. „Essen ist ja ein Grundbedürfnis und wenn man dann gemeinsam etwas zubereiten und genießen kann, das ist doch eine tolle Sache! Die Teilnehmer haben Spaß und lernen gleichzeitig, wie sie sich zuhause etwas Gutes tun können.“ Auch in seinen Kochkursen geht Jörg Ilzhöfer das offene, gemeinsame Erleben über alles: Damit erst gar keine Distanz aufkommt, arbeitet er mit Geräten, die von jedem Hobbykoch gekauft werden können. „Wenn ich in meinen Kursen mit einem Konvektomaten arbeite, fragen mich die Leute zu recht: und wie mache ich das zuhause? Dadurch entsteht Distanz und wo Distanz ist, gibts kein echtes Wohlfühlen“, ist Ilzhöfer überzeugt.

Foto: Ilzhöfers

 



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