Energieeffizienz muss ein Thema werden in Koalitionsverhandlungen

Eigentlich ist es eine Binsenweisheit, jeder weiß es, am günstigsten ist die  Energie, die nicht benötigt wird. Über eingesparte Energie muss man sich nicht streiten, die Art der Stromerzeugung spielt keine Rolle mehr – abgesehen davon, dass der Energieversorger kein Geld mehr verdient mit der Lieferung von Energie, sei es Gas, Öl, Wärme oder Strom. Dennoch scheint Energie sparen und Energieeffizienz keine Rolle zu spielen in den aktuell laufenden Koalitionsverhandlungen.

Bei Twitter haben das der Journalist Jakob Schlandt und Udo Sieverding von der Verbraucherzentrale NRW gut auf den Punkt gebracht:

@JakobSchlandt alles andere wäre nach #Strom + #EEG-Wahlkampf auch Überraschung gewesen. #Wärme u #Energieeffizienz fehlt mal wieder!!

— Udo Sieverding (@UdoSieverding) October 31, 2013

Mir fällt da aber gleich ein, dass es doch immer wieder um die Energiekosten geht in der öffentlichen Debatte um die Energiewende geht. Wie will man ohne den Wärmebereich und ohne Energieeffizienz glaubwürdig sich mit den Energiekosten befassen?

@UdoSieverding @JakobSchlandt Wie will man die #Energiekosten glaubwürdig reduzieren ohne #Energieeffizienz und #Wärme?

— Andreas Kuehl (@energynet) October 31, 2013

Das versteht natürlich auch der Bundesverband Wärmepumpe e.V. nicht und weist auf den hohen Anteil der Wärme im Energiemarkt hin:

@energynet @UdoSieverding @JakobSchlandt Geht bei 70-80% Wärmeanteil am Energieverbrauch gar nicht.

— BWP (@BWPev) November 1, 2013

Offener Brief fordert Fortschritte bei Energieeffizienz

Um öffentlichen Druck auf die Verhandlungspartner beim Thema Energieeffizienz auszuüben, hat die Deutsche Unternehmensinitiative Energieeffizienz (Deneff) 27 Verbände, Unternehmen und Persönlichkeiten versammelt, die in einem offenen Brief deutliche Fortschritte bei der Energieeffizienz in der neuen Legislaturperiode fordert und die Rolle der Energieeffizienz im Koalitionsvertrag deutlich zu stärken. (Download des Briefes als pdf-Datei)

Zu den Unterzeichnern des Briefes gehören:

  • Dr. Martin Pehnt und Markus Duscha, ifeu – Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg GmbH
  • Prof. Dr. Peter Hennicke
  • Prof. Dr. Eberhard Jochem. IREES GmbH
  • Prof. Dr. Claudia Kemfert Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung e.V. (DIW Berlin)
  • R. Andreas Kraemer. Ecologic Institute
  • Prof. Dr. Uwe Leprich, Hochschule für Technik
  • Malte Schmidthals, Unabhängiges Institut für Umweltfragen
  • Prof. Dr.-Ing. Dieter Wolff, Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften

Folgende Unternehmen sind auch dabei:

  • BIM Berliner Immobilienmanagement GmbH
  • BSH Bosch und Siemens Hausgeräte GmbH
  • co2online gemeinnützige GmbH
  • Deutsche Rockwool Mineralwoll GmbH & Co. OHG
  • GARANT Energiemanagement GmbH
  • Knauf Insulation GmbH
  • Modell Hohenlohe e.V.
  • Xella International GmbH

Und diese Verbände gehören auch den Unterzeichnern:

  • Bundesverband der Energie- und Klimaschutzagenturen Deutschlands (eaD) e. V.
  • Deutsche Unternehmensinitiative Energieeffizienz e.V. (DENEFF)
  • Deutscher Mieterbund e.V.
  • Deutscher Naturschutzring (DNR)
  • ENERGIESPARNETZWERK ESN GmbH
  • Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft e.V.(FÖS)
  • Industriegewerkschaft Bauen-Agrar Umwelt
  • ÖKOTEC Energiemanagement GmbH
  • Verband Beratender Ingenieure VBI
  • Verbraucherzentrale Bundesverband e.V.

Weitere Unterstützer für offenen Brief an Verhandlungspartner gesucht

Da sind zum Glück nicht nur die üblichen Verdächtigen dabei. Aber ich hätte mir gewünscht, dass man diese Liste offen gestaltet und die ersten 27 Unterzeichner nur als Grundlage nimmt. Also möchte ich hier aufrufen noch weitere Unterstützer für diesen Aufruf zu sammeln.

Wer den Brief an die Verhandlungspartner unterstützen möchte, kann sich hier gerne in den Kommentaren zu Wort melden, oder direkt an die DENEFF wenden. Ich werde alle Namen weiterleiten, die sich bei mir als Unterstützer melden.

Erfolgreiche Umsetzung der Energiewende braucht Energieeffizienz

In dem Brief heißt es: „Die Regierungsbildung bietet die Chance, die bisherige Energiepolitik zu korrigieren. Das bedeutet, die in allen Szenarien zur Energiewende erkannte, notwendige Grundvoraussetzung massiver Effizienzsteigerungen endlich zur politischen Priorität zu erklären. Die künftigen Kosten eines sicheren Energiesystems und damit die Belastungen für Verbraucher und Wirtschaft, hängen maßgeblich von der Höhe der Energienachfrage ab. Es duldet daher keinen weiteren Aufschub, den Kurs hin zu einer strategischen und zuverlässigen Energieeffizienzpolitik mit zusätzlichen Maßnahmen einzuschlagen, die gleichzeitig helfen, soziale Überforderungen zu verhindern. Nur so kann die deutsche Energiewende Erfolg haben.“

Als politische Meilensteine, die innerhalb der neuen Legislaturperiode abzuschließen sind, nennt der Brief ein eigenes Energieeffizienzgesetz mit verbindlichen Zielen und zusätzliche, zur Zielerreichung hinreichende politischer Maßnahmen. Die aus dem Energie- und Klimafonds finanzierten Programme müssen abgesichert und ausgeweitet werden (darunter das Energieforschungsprogramm, das KfW-Programm Energieeffizient Bauen und Sanieren, die nationale Klimaschutzinitiative und das Marktanreizprogramm) und die EU-Energieeffizienzrichtlinie und die Gebäuderichtlinie vorbildlich umgesetzt werden. Auch fordern die Unterzeichner von der nächsten Bundesregierung, die Fortführung der EU-Zieltrias für Klimaschutz, den Ausbau erneuerbarer Energien und die Steigerung der Energieeffizienz nach 2020 vorbehaltlos zu unterstützen und zu stärken.

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Eigentlich ist es eine Binsenweisheit, jeder weiß es, am günstigsten ist die  Energie, die nicht benötigt wird. Über eingesparte Energie muss man sich nicht streiten, die Art der Stromerzeugung spielt...


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