Eisenmangel als Hindernis beim Stoffwechsel ankurbeln

Eisenmangel als Hindernis beim Stoffwechsel ankurbeln

Vermutlich werden sich alle Mütter unter Ihnen daran erinnern, wie sorgfältig während Schwangerschaft und Stillzeit der Eisenwert im Blut überwacht wird. Doch auch, wenn Sie große Operationen überstanden haben, oder an Organerkrankungen leiden, wird Ihnen der Eisenwert immer wieder begegnen. Tatsächlich hat ein Eisenmangel erhebliche Konsequenzen, vor allem wenn er lange Zeit sehr ausgeprägt vorhanden ist. Doch auch schon geringe Mängel sollten Beachtung finden. Warum das Spurenelement Eisen so wichtig ist, woran Sie erkennen, wenn Ihr Wert nicht optimal ist und was Sie dagegen tun können, soll in diesem Artikel unser Thema sein.

Eisen wird für verschiedene Vorgänge im Körper gebraucht

Eine der wichtigsten Aufgaben des Eisens, genauer, des Ferrumoxyds (auf gut Deutsch: Rost) ist die Bildung der roten Blutkörperchen. Diese sind für den Gasaustausch zuständig. Das bedeutet, sie transportieren Sauerstoff in Ihr Gewebe und bringen Kohlendioxid, also verbrauchte Luft, zurück in die Lungen, damit sie ausgeatmet werden kann.

Sicher haben Sie in einem Krankenhaus schon einmal diesen Klipp gesehen, der an den Finger des Patienten kommt. Dieses Gerät heißt Puls-Oxymeter, misst also die Pulsschläge und die Sauerstoffsättigung im Blut. Wenn diese unter 95% fällt, wird das bedenklich, fällt sie auf 80% oder weniger, werden die betreuenden Ärzte sehr hektisch und geben dem Patienten zusätzlichen Sauerstoff.

Der Grund: Vor allem unsere empfindlichen Nervengewebe sterben ab, wenn sie zu wenig Sauerstoff bekommen. Das Gehirn ist bei Sauerstoffunterversorgung schon nach zwei Minuten schwerst und unheilbar geschädigt.

Eisenmangel hat mehrere Auswirkungen:

  • Bei leichtem Eisenmangel ist die Transportfähigkeit für Sauerstoff bei den roten Blutkörperchen nachweislich herab gesetzt.
  • Bei schwerem Eisenmangel werden nicht mehr genügend rote Blutkörperchen gebildet, die Medizin nennt das Anämie („Blutarmut“)

Die Folgen und Symptome sind für Betroffene belastend. Sie sind deutlich weniger belastbar, geraten bei jeder Anstrengung schnell „aus der Puste“ und brauchen sehr lange, um sich zu erholen. Die Symptome können so heftig werden, dass sie an einen ausgewachsenen Burn-Out erinnern.

Durch die schlechtere Sauerstoffversorgung altern alle Gewebe in Ihrem Körper vorzeitig. Das zeigt sich an der blassen, fahlen Haut von Eisenmangel-Patienten ganz deutlich. Es kommt zu Haarausfall, und vermehrter Blutungsneigung, vor allem am Zahnfleisch. Der Grund ist die Mangelversorgung des Zahnhalteapparates, die berühmte Schwangerschafts-Parodontitis, die bis zum Zahnverlust führen kann.

Alle oxydativen Prozesse, also die, die für ihren Ablauf Sauerstoff brauchen, werden verlangsamt oder laufen nicht mehr richtig ab. Unser Stoffwechsel kann mit einem Verbrennungsmotor verglichen werden, für ihn sind die Folgen eines chronischen und sei es nur milden Eisenmangels fatal.

In einem anderen Artikel war vom sogenannten „oxydativen Stress“ die Rede, der zur vermehrten Bildung Freier Radikale bildet. Dieser Vorgang ist bei einem Eisenmangel geradezu zwingend. Wenn man nun bedenkt, dass der Stoffwechsel einer Schwangeren für zwei arbeiten muss, wobei das Baby Vorrang hat, wird klar, warum auch geringste Eisenmängel in der Schwangerschaft sofort mit zusätzlichen Eisengaben kompensiert werden müssen. Seit es diese Überwachung gibt, gilt auch nicht mehr die Volksweisheit, nach der jedes Kind einen Zahn kostet.

Eisenmangel – woran merke ich, dass ich handeln sollte?

Wenn Sie dauernd müde sind, zu Zahnfleischbluten oder auch Nasenbluten neigen, schnell blaue Flecken bekommen oder auch unter Haarausfall leiden, ist es sinnvoll, den Eisenwert überprüfen zu lassen. Subtilere Symptome sind etwa Schwierigkeiten, sich Sachen zu merken, hohe Stressanfälligkeit oder auch die Tendenz zu Panik (eine unmittelbare Reaktion des Gehirns auf Sauerstoffmangel; Wenn wir Angst haben, atmen wir schneller). Auch die Neigung zu sogenannten Lage-Ohnmachten, also wenn Ihnen schwarz vor Augen wird, wenn Sie aufstehen, ist ein Hinweis. Gegenwärtig wird der Frage nachgegangen, inwiefern Eisenmangel Einfluss auf den Blutdruck und Irritationen der Herzleistung hat.

Es ist sicher keine schlechte Idee, ein- oder zweimal im Jahr den Eisenwert kontrollieren zu lassen. Wie bei den meisten anderen Mängeln auch bemerken Sie es erst, wenn der Mangel schon erheblich, dem Wert oder der Dauer nach, ist.

Wie kann ich Eisenmangel vermeiden?

Ferrumoxyd, die für den Körper verwertbare Form des Eisens, ist rot-braun. Das ist sehr nett von diesem wichtigen Stoff, denn so lassen sich die Nahrungsmittel in denen er enthalten ist leicht erkennen. Viel Eisen finden Sie zum Beispiel in:

  • Spirulina (Mikroalgen)
  • Hülsenfrüchte und Nüsse
  • Weizenkleie, Hirse und unbehandelte Vollkorn-Haferflocken
  • Kräuter wie Thymian, Petersilie, grüne Minze
  • Bierhefe (getrocknet)
  • Fleisch (Pech für Vegetarier, aber immer noch der mit beste Eisenlieferant)

Wenn Sie es noch genauer wissen möchten, finden Sie hier eine Tabelle der eisenhaltigen Lebensmittel.

Landläufig als Eisenspender bekannte Nahrungsmittel wie Rinderleber oder Spinat enthalten hingegen kaum nennenswerte Mengen des wichtigen Spurenelementes. Es gibt auch Nahrungsergänzungsmittel, die Eisen enthalten. Hier ist aber etwas zu beachten: Eisen braucht Vitamin C als „Helfer“ das es bioverfügbar (für den Körper verwertbar) wird.

Auch sollte darauf geachtet werden, dass Calcium und Magnesium nicht zusammen mit einem Eisenpräparat eingenommen werden, denn sie hemmen die Eisenaufnahme im Darm. Ebenso übrigens schwarzer Tee und auch Milch und Käse. Auch Medikamente, wie etwa Aspirin oder einige Präparate gegen Sodbrennen, blockieren die Eisenaufnahme.

Übrigens, Omas Rat, einen Apfel mit rostigen Nägeln zu spicken und nach einem Tag zu essen hilft tatsächlich! Das ist aber eine Methode der Mangelbekämpfung, die einen sehr toleranten Geschmackssinn voraussetzt. Außerdem ist so schlecht zu kontrollieren, wie viel Eisen im Blut ankommt. Viele Beschwerden resultieren aus Eisenmangel. Wie Sie gesehen haben, auch bei den Männern. Der Eisenwert sollte, auch wenn Sie keine Frau oder gerade nicht schwanger sind, Beachtung finden. Bleiben Sie fit und gesund!