Einfach „Made in Germany“ kaufen

img_1049„Buy American“ war lange Zeit ein bekannter Slogan zur Förderung der heimischen Industrie in den USA. In hiesigen Ohren klänge „kauft deutsch“ etwas merkwürdig und die schönsten Assoziationen stellen sich dabei auch nicht ein. Zudem ist es in vielen Produktsegmenten gar nicht so einfach Produkte zu finden, die „Made in Germany“ sind. Versuchen Sie mal ein deutsches Smartphone zu kaufen. Viel Spaß dabei.

Natürlich ist dies eine normale Folge der Globalisierung, lautet die allgemein anerkannte Erklärung. Doch ganz so einfach ist das nicht. Der Zusammenbruch der deutschen Textilindustrie etwa war auch die Folge der jahrelang vorherrschenden Geiz-ist-geil-Mentalität. Wenn man eine Kuh hat, muss man sich nun einmal entscheiden: entweder man nimmt das Steak oder die Milch. Gegen diese Naturgesetze hilft weder eine Gewerkschaft noch eine Demonstration.

Der deutsche Konsument wollte immer mehr für immer weniger Geld. Die Gewerkschaften pochten auf gute Löhne – und schon waren ganze Industrien weg. Erinnern Sie sich noch an Ihr Siemens Handy, Ihren SABA Videorekorder, den Grundig Fernseher und das Hagenuk Telefon? Alles Vergangenheit. Übertriebener Geiz war angesagt, Umweltauflagen wurden eskaliert, Gehaltsforderungen und Steuern maßlos gehalten und die Industrien, sie verschwanden nach China, Vietnam oder Südkorea.

Interessanterweise traf dies eben nicht die Premium-Hersteller, bei denen die Kundschaft nicht erwartete, dass finanziell auf Kante genäht wird. Beispiele dafür sind Miele, Bosch, BMW, Daimler, Porsche, Audi und andere, teuer aber immer noch deutsch und in aller Welt genau dafür geliebt. Marktwirtschaft ist Demokratie, in der die Kasse die Wahlurne ist. Viele Verbraucher scheinen dies zu vergessen.

Es gibt also gute Gründe, die heimische Wirtschaft zu stärken. Sei es durch den Kauf lokal produzierter Lebensmittel oder die Wahl hierzulande gebauter Gebrauchsgüter. Denn letztendlich können wir alle Deutschland nur so als Industriestandort erhalten. Großbritannien und die USA versuchen derzeit, ihre teils katastrophale Deindustrialisierung rückgängig zu machen. Wir haben es da einfacher und brauchen nur unsere noch vorhandenen Unternehmen zu halten, zum Beispiel, indem wir ihre Produkten kaufen.


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