Ein zweiter Blick auf eine unmögliche Kampfansetzung

Auf den ersten Blick ist diese Kampfansetzung eine Zumutung. Da boxt jemand mit einem richtig guten Kampfrekord (23 Kämpfe, 23 Siege, 17 durch KO) gegen einen anderen mit einem sehr schlechten (7 Kämpfe, 1 Sieg, 6 Niederlagen, 3 durch KO). Oder anders ausgedrückt, ein 22 Jahre alter aufstrebender Boxer, der die Nummer 233 in der Welt im Junior Weltergewicht ist, boxt gegen einen nicht gerankten 41-jährigen. Aber hinter dieser doch unmöglichen Kampfansetzung verbirgt sich mehr.
Am Samstag, dem 16.04.2011 boxt Gabor Veto gegen Freddy Lemmer im Hotel Marsoel, in Chur/Schweiz. Dieser Kampf ist sportlich nicht von sonderlichem Interesse. Aber er zeigt sehr deutlich, mit welchen Schwierigkeiten Boxer zu kämpfen haben, die nicht das Glück haben, bei einem großen Veranstalter unter Vertrag zu sein.
Veto kann zwar als eines der größten Talente im Junior Weltergewicht betrachtet werden, aber er hat noch keinen Veranstaltervertrag. Er hat einen ganz normalen Beruf, der ihn ernährt. Nach Feierabend trainiert er. Er muss gegen jeden boxen, der mit ihm in den Ring steigt. Zum Teil boxt er selber sogar umsonst, weil er von der eigenen Börse seinen Gegner bezahlt. Daher ist auch der Kampf Gabor Veto gegen Freddy Lemmer zwar keine gute, aber eine verständliche Kampfansetzung. Veto muss aktiv bleiben, um sich in der Rangliste weiter hochzuarbeiten. Daher muss er auch gegen einen Mann wie Lemmer boxen.
© Uwe Betker



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