Ein Treffen

“Na Servus”, sprach er als er die doch etwas eigenartig und traurig anmutende Person traf. “Wir kennen uns doch von irgendwoher?, nicht?” Er zuckt zusammen, ein vorsichtiger Blick in die Augen des Mannes gegenüber. Groß, mächtig, als läge im die Welt zu Füßen, die Sorte Mensch, die alles bekommt was sie will, die schon von Kindheit an, alles in die Wiege – nein, in den Schoß gelegt bekommen hat. Wenn man fällt dann doch auf die Butterseite oder?

Autos rauschen an den beiden vorbei, Passanten schlendern, vollbepackt mit den Einkaufstaschen, voller bunter Logos, die uns suggerieren wie gut es uns allen doch nicht geht und wie glücklich wir sind.

Nervös an der Zigarette ziehend, zuckt er mit den Schultern, ein verzagtes ‘weiß nicht’, rollt vorsichtig, fast ängstlich über seine Lippen.
Unterschiedlicher könnten diese beiden Menschen gar nicht sein, während der eine all die ganzen beruflichen wie privaten erfolge verkörpert, macht die kleine Gestalt einen fast schon trostlosen Eindruck von Traurigkeit.

Es scheint so, als wären dem einen alle Türen offen gestanden. Alles was er sich vorgenommen hatte, ist so eingtroffen, wie er es erhofft hatte. Man kann ihm wohl kaum einen Vorwurf machen. Neid. Eifersucht. Klischees prallen aufeinander. Nein, jemand der es im
Leben gut hat, dem kann man keinen Vorwurf machen oder? Schon gar nicht, wenn er den als ‘Looser’ wirkenden Typen
noch anspricht, in ein Gespräch verwickelt.

Da war doch noch was…

“Du wirkst mir sehr ähnlich, ich weiß, das mag jetzt wohl paradox klingen, ich mein’ auch gar nicht die Äußerlichkeiten, ich spüre, ich fühle, wie dein Herz schlägt, wie das Blut durch deinen Körper gepumpt wird, ich fühle die Gansehaut, die dir widerfahren ist, als ich dich angesprochen habe…”. Das Überbleibsel der Zigarette landet auf dem Boden, der Kopf ist gesenkt.
“Ich fühle den Schmerz, den du wohl schon so viele Jahre mit dir tragen musst, die Angst, die dich auffressende Einsamkeit, die Zerrissenheit, die dein Leben prägt, die Gedanken, die dir ein Abschalten und glücklich sein schwer machen…”

‘”Hast du Geschwister?, wo bist du aufgewachsen?”, wird fragend zwischen die zwei Menschen geworfen, noch bevor es zu einer Antwort kommt, pfeift ein heftiger Windstoß durch die zwei unfreiwilligen Gesprächspartner. Es scheint sich hier etwas ganz eigenartiges, etwas ungewöhnliches aufzubauen, eine Aura, die so voller Stärke und gleichzeitig voller Schwäche ist, eine eigene Atmosphäre, wie eine Kuppel über die zwei Menschen gestülpt. Ein eigenes kleines Universum in dem sich nur diese zwei Personen befinden.

Plötzlich beginnt die kleinere der beiden Personen zu laufen, so schnell wie selten zuvor in seinem Leben. Er kennt wohl kaum
das Ziel, laufen – scheint jetzt in erster Linie sein Ziel zu sein. Es ist wohl egal wohin, einfach nur dieser Situation entkommen.
Weg von hier, von diesem Gefühl, das einerseits so bekannt und andererseits so fremd erscheint. Ist es die Intensivität, das
bekannte Fremde oder die fremde Bekanntheit, ein zu Hause oder gar der abgelegenste Winkel der Welt?

Wie es wohl sein muss, sich zu treffen, sich zu erkennen, sich selbst, nicht das Spiegelbild, welches wir mehr oder weniger voller Freude jeden Morgen in unseren Badezimmer wiederfinden. Der mensch an sich, nur das andere Entscheidungen im Leben getroffen worden sind, als die, die wir in unserer jetztigen Existenz getroffen haben.

Der mensch denkt wohl oft daran, was wäre, was wäre wenn… hätt’ ich damals doch…
Warum hab’ ich das gemacht? Wäre mein Leben besser? Oder gar glücklicher?

Es ist meiner Meinung nach wohl nicht das Rezept des Lebens, Entscheidungen zu treffen, die nur auf ein “so wird es wohl besser sein” zielen, man muss es wollen. Das ist wohl das wichtigste oder? Was nützt dir dein Verstand? Was nützen dir die Regeln, die Verantwortung, wenn tief in dir drinnen, deine Seele unglücklich damit ist?

Glück kann man nicht erzwingen und je mehr man es versucht, desto weniger sucht es einen Heim. Das Leben so zu leben, wie man es will, es geht nicht immer das ist klar, doch es zu versuchen, so zu leben wie man will, das macht einen doch glücklicher und zufriedener oder!?

WTF?

Es gibt eine neue Kategorie im Blog: Brainstorming.

Gedanken, Gedankenstürme. Oft gehen mir viele, teilweise verwirrende, fiktive und doch sehr wirkliche Gedanken durch den Kopf, die ich in einer Art von Gedichten bzw. Kurzgeschichten niederschreibe. In dieser Kategorie werde ich einige dieser Texte veröffentlichen.  Auf konstuktive Kritik freu ich mich natürlich, also feel free to comment… :)

Weitere Beiträge, die dich interessieren könnten:

  1. Was bleibt von Maria Zell?
  2. Herbstgedanken

wallpaper-1019588
Im Weltraum hört dich niemand stalken
wallpaper-1019588
Spielend Neues Lernen mit der Sprachhexe von Ravensburger und Tipps zur Sprachförderung + VERLOSUNG
wallpaper-1019588
Tokyo Ghoul:re nun endlich vorbestellbar
wallpaper-1019588
Von unsichtbaren Machtverhältnissen – Culk im WhatsApp-Talk
wallpaper-1019588
Gibt es ihn noch lange?
wallpaper-1019588
Erste Hitzewelle wird diesen Mittwoch eintreffen
wallpaper-1019588
[Werbung] Weleda Granatapfel Regenerations-Öl
wallpaper-1019588
Belinda Bencic verliert den Mallorca-Final