Ein Leben mit dem Stapel ungelesener Bücher

Schon wieder ist ein Monat vorbei und damit kommt auch wieder ein neuer Beitrag unserer drüber nachgedacht-Reihe! Kurz zur Erläuterung: der drüber nachgedacht-Post erscheint einmal im Monat und widmet sich jedes Mal einem anderen Thema, und zwar einem Thema, welches gerade aktuell ist oder uns eben im Moment beschäftigt. Jeder schreibt einfach seine persönlichen Gedanken dazu – und ihr dürft das natürlich gerne auch auf euren eigenen Blogs aufgreifen oder euch in den Kommentaren mit uns austauschen. Unser Thema diesen Monat: »Ein Leben mit dem Stapel ungelesener Bücher«.

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Als ich den Titel unseres neuen Themas so auf dem Bildschirm sah, dachte ich: Ein Leben mit dem Stapel ungelesener Bücher… ist schön! Ja, wirklich, schön.

Ich weiß, dass viele ein großer Stapel ungelesener Bücher nahezu in Panik treibt und gerne regelmäßig Leseflauten auslöst oder solche Gedanken hervorruft, wie Wann soll ich denn das alles lesen?!. Es werden Buchkaufverbote aufgehängt, Leselisten erstellt, um den SuB schrumpfen zu lassen, und vieles mehr. Und natürlich schaue auch ich mir manchmal meine ungelesenen Bücher an und wünschte mir, ich könnte mehrere Bücher gleichzeitig lesen, weil ich einfach zu viele tolle Bücher auf einmal entdecken möchte. Doch wisst ihr was? Ich liebe es, einen Stapel ungelesener Bücher zu haben. Einen recht großen noch dazu. Wie viele ungelesene Bücher ich tatsächlich besitze und wie viele davon sich gut sichtbar stapeln oder sich etwas weniger sichtbar auf den beiden Readern und dem Tablet tummeln, weiß ich gar nicht. Und brauche es gar nicht zu wissen. Denn – ich wiederhole mich – ich liebe meinen SuB.

Ich liebe es, so eine großartige und vor allem auch vielfältige Auswahl an ungelesenen Büchern zu besitzen. Da ich ein totaler Stimmungsleser bin, kann ich mir sicher sein, dass ich, egal worauf ich in einem bestimmten Moment Lust habe, das passende Buch dazu irgendwo parat habe. Und ich liebe es, meine ungelesenen Bücher durchzuforsten nach einer neuen Lektüre, die mich gerade anspricht. Sehr oft entdecke ich dabei tolle alte Schätze. Ich liebe es, dass ich weiß, noch so eine große Auswahl zu haben.

Ein Leben mit dem Stapel ungelesener Bücher

Denn diese Auswahl hatte ich tatsächlich nicht immer. Bis in meine früheren Teenagerjahre war ich nämlich gar nicht im Besitz vieler Bücher. Einen sehr, sehr großen Teil des Lesestoffs besorgte ich mir nämlich schon immer aus der Bibliothek. Ich hatte zwar durchaus ein Bücherregal mit wirklich eigenen Büchern, doch ungelesen stand da kein neues Buch. Meine Eltern konnten es sich schlichtweg nicht leisten, mir Woche für Woche so viele Bücher zu kaufen, wie ich lesen wollte – was auch absolut nachvollziehbar ist. Der Punkt ist: ich hatte diese große Auswahl an ungelesenen Büchern lange nicht. Sogar in der Bibliothek kam irgendwann der Punkt, an dem ich zu Büchern greifen musste, die mich im ersten Moment nicht interessierten, da ich einfach alles, was mich interessiert hätte, schon gelesen hatte. Und die Bücher, die ich selbst besaß, habe ich keine zwei Mal, sondern eher fünf bis zehn Mal gelesen. Deswegen: ich weiß meinen Stapel ungelesener Bücher zu schätzen.

Selbstverständlich enthält mein SuB nicht nur Bücher, die ich auch nach Monaten oder Jahren immer noch lesen möchte. Deswegen sortiere ich mittlerweile einfach regelmäßig aus. Und auch wenn ich vielleicht niemals alle Bücher lesen werde – ich habe kein Problem damit, dass mein SuB weiter wächst. Ganz im Gegenteil. Und ja, auch ich gerate hin und wieder in Panik darüber, wie viele Bücher ich mir da schon wieder neu gekauft habe und wie wenig Lesezeit mir im Verhältnis dazu bleibt. Auch gibt es Momente, bei denen ich „alte“ Bücher entdecke, von denen ich vergessen habe, dass ich sie überhaupt besitze – das mag einem vielleicht etwas harsch erscheinen, aber eigentlich ist das ein ziemlich cooler Überraschungsmoment, welcher sich ein bisschen wie Weihnachten anfühlt. Wenn man dann auch noch ein älteres Buch entdeckt und lieben lernt, ist das umso schöner – einfach weil auch Backlisttitel immer noch so lesenswert sind. Und das Tollste an Büchern ist doch eben, dass sie zeitlos sind. Es müssen nicht immer die neuesten Veröffentlichungen sein und schon alleine deswegen ist der SuB (oder auch RuB – Regal ungelesener Bücher) einfach etwas Wunderbares.

Wie immer gilt: wir möchten auch eure Meinung dazu erfahren! Erzählt uns doch in den Kommentaren oder in eigenen Beiträgen, wie euer Leben mit dem Stapel ungelesener Bücher aussieht!

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