EHEC: Der nächste Lebensmittelskandal

Ein Bazillus geht um in Deutschland. Ein Bazillus, das in Mägen von Wiederkäuern zu finden ist – und bei industriell produzierten Wiederkäuern in besonders hohen Konzentrationen. Und neuerdings lauert es auch im Salat. Das Bazillus ist mitunter tödlich und verbirgt sich hinter dem Kürzel EHEC. EHEC steht für Enterohämorrhagische Escherichia coli. E. coli ist ein normalerweise harmloses Darmbakterium, das sich in dieser seltenen Variante aber nur als harmlos ausgibt, tatsächlich aber extrem schädliches Gift produziert und in die befallen Zellen abgibt. Mehrere Menschen sind in Deutschland bereits daran gestorben, Mediziner rechnen damit „weitere Patienten zu verlieren“ wie es auf medizinisch heißt.

Das Robert-Koch-Institut warnt inzwischen vor rohen Tomaten, Salatgurken und Blattsalaten. Ausgerechnet die ach so gesunde Rohkost soll also schuld an der mysteriösen Seuche sein.

Was immer die Quelle dieses Erregers sein sollte, es steckt garantiert wieder so ein für unsere Wirtschaftsweise typischer Skandal dahinter. Dabei ist eigentlich schon Skandal genug, wie in unserer Welt Fleisch produziert wird. Einer der dabei anfallen Abfallstoffe, die Gülle, verursacht Entsorgungsprobleme wie so viele andere Abfallprodukte auch: Sie entsteht in rauen Mengen, ist schädlich für Mensch und Umwelt und man weiß nicht, wohin damit. Also wird sie auch dort ausgekippt, wo man sie eigentlich nicht auskippen soll.

Hat jemand zufällig diese Somalia-Doku gesehen, die vor ein paar Tagen auf arte lief? Es ging darum, wie die europäische Giftmüllmafia in Somalia ihre hochgiftigen Abfälle los wird.

Die Leute dort bekommen rätselhafte Krankheiten, insbesondere die Kinder. Es gibt weder die Möglichkeit, die Erkrankten angemessen zu behandeln, noch, zu analysieren, was überhaupt die Ursache für die mysteriösen Leiden ist. Die Leute haben einfach kein Geld dafür. Es gibt keine Labors, keine Medikamente, keine Therapie. Und so nimmt das Elend seinen Lauf. Über die EHEC-Panik hier im Land können die Somalis vermutlich nur müde lächeln. Womit ich keineswegs gesagt haben will, dass nicht schlimm sei, was hier gerade passiert.

Noch ist die Infektionsquelle nicht bekannt, aber man kann schon sagen, dass viele der tödlichen Keime, an denen man auch hierzulande sterben kann, von unserer Lebensweise produziert werden. Die zu großzügige und deshalb auch immer wieder inkonsequente Verwendung von Antibiotika hat diese eigentlich sehr wirksame Waffe im Kampf gegen bakteriell hervorgerufene Krankheiten schon wieder fast wirkungslos gemacht. Dem Mastvieh wird neben allem möglichen anderen Dreck auch Antibiotika ins Futter gemischt, damit die Tiere trotz extrem ungesunder Lebensweise wachsen und ansetzen.

Der gnadenlose Kostendruck, unter dem Nahrungsmittel produziert werden, führt fast zwangsläufig zu Lebensmittelskandalen – es wird am Ende buchstäblich Scheiße ins Essen gekippt, einfach um sie loszuwerden. Und schon ist EHEC sehr viel weniger mysteriös. Aber nicht weniger tödlich.



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