Edwart Stewart über die Magie des Tanzens

Diese Buch fiel mir mehr oder weniger zufällig in die Hände: Ich besuchte meine Oma und aus reiner Langeweile durchsuchte ich ihren Bücherschrank, fand irgendwann die alten Bücher meiner Tante und darunter dieses: Edward Stewarts „Ballerina“, erschienen 1979. Die Geschichte zweier junger Tänzerinnen, Stephanie, die von ihrer Mutter, einer gescheiterten Tänzerin, seit jeher zum Ballett gedrängt wurde und der reichen Christine, deren Eltern ihre Faszination fürs Ballett nicht verstehen. Die beiden Mädchen werden mit 10 Jahren auf einer Ballettschule aufgenommen und freunden sich an, ziehen später sogar zusammen, obwohl beide für unterschiedliche Companien tanzen. Von da an wird ihr Leben bestimmt von Rivalitäten untereinander und gegen andere, von böswilligen Tänzerinnen, bedeutenden Choreografen und alternden Ballerinen, die sich nicht mit ihrem Alter abfinden können und wollen.
Das Buch ist ausgezeichnet recherchiert. Jemand meinte mal, selbst wenn man nichts von Ballett verstehe, könnte man nach dem Lesen dieses Buches professionell mitreden und ich denke, es stimmt. Stewart schreibt verständlich, schildert das harte Leben der Tänzer, die auf der Bühne so schön aussehen, er beschreibt die unbarmherzige Realität dessen, was für den Zuschauer einfach magisch wirkt. Es ist leicht, die Charaktere zu verstehen, vielleicht weil sie Stereotypen sind und das verzeiht man dem Autor in diesem Fall sofort.
Für Ballettfreunde ist dieses Buch ein Must Have, es gibt wohl kein realistischeres Buch über Ballett. Alle anderen werden von dem Buch überrascht und gefesselt sein, denn auch bei langweiligeren Passagen ist es verwunderlicher Weise nicht möglich, das Buch aus der Hand zu legen und nach der letzten Seite wünscht man sich sehnlichst, man hätte etwas übersehen und könnte noch viele, viele Seiten lesen.
Bedauerlicherweise wird „Ballerina“ nicht mehr gedruckt… Aber immer wieder finden Menschen das Buch, lesen es und sind begeistert. So wie Lisa C. Nelson, die auf Amazon.com schreibt: „I just finished this book, and I loved it… For the most part its accurate, and it has a wonderful story, with characters you grow attached to. I would recommend this book to anyone who loves the arts.“