Edward Snowden nennt Namen

snowdenSeit ges­tern hat der Whistleblower Edward Snowden das (auf ein Jahr befris­tete) Asyl in Russland erhal­ten und darf den Transitbereich des Moskauer Flughafens ver­las­sen.

Obwohl es hieß, dass als eine Bedingung für die­ses Asyl aus­ge­han­delt wurde, dass Snowden von wei­te­ren Veröffentlichungen absieht, die “der USA scha­den könn­ten”, ent­hüllte er nun die Telekommunikationsfirmen, die an der Beschnüffelung der Internet- und Telefonnutzer betei­ligt sind.

Dabei stellt sich her­aus, dass es die gesamte “Crème de la Crème der Branche” ist.

Der Süddeutschen und dem NDR lie­gen Nachweise vor, die auf­zei­gen, wie das bri­ti­sche Government Communications Headquarters (GCHQ) die Spionage betreibt. Die Zeitung hält das Material für plau­si­bel.

Die Unternehmen sind genau die, “die große Teile der welt­wei­ten Internet-Infrastruktur beherr­schen. Sie besit­zen Unterseekabel, ihnen gehö­ren soge­nannte Backbone-Netze – die das Rückgrat des Internets sind – und sie unter­hal­ten rie­sige Rechenzentren.”

Nach Recherche der Süddeutschen bestrei­tet nur eines der genann­ten Unternehmen, die NSA zu unter­stüt­zen.

Eine Karte aus den Snowden-Papieren zeigt auf, dass Deutschland das ein­zige Land ist, das beson­ders inten­siv über­wacht wird.

Grün: wenig überwacht, gelb und rot: stärker überwacht. Ein NSA-Karte aus Snowdens Unterlagen (Foto: Guardian.com)

Grün: wenig überwacht, gelb und rot: stärker überwacht. Ein NSA-Karte aus Snowdens Unterlagen (Foto: Guardian.com)

Die Süddeutsche schreibt: “Nun scheint eine neue Stufe erreicht zu sein. Aus der gemein­sa­men Über­wa­chung ist die totale Über­wa­chung gewor­den.”

Es erge­ben sich aus den Unterlagen auch Vermutungen, dass der GCHQ Industriespionage betreibt – etwas, das die Süddeutsche euphe­mis­tisch mit dem Begriff “unschön” beschreibt.

Im IT-Magazin GOLEM wird auf die tech­ni­schen Belange der Über­wa­chung ein­ge­gan­gen. Darin heißt es, dass es denk­bar ist, dass us-amerikanische Unternehmen, die in Deutschland tätig sind, sich ame­ri­ka­ni­schen Gesetzen unter­ord­nen und des­halb das Anzapfen der Internetknoten für die Geheimdieste über­neh­men. Klaus Landefeld vom DE-CIX Management dazu: “Es ist mach­bar, oder es ist zumin­dest denk­bar, dass in Frankfurt auch Betreiber sagen: Wir schal­ten das an unse­ren Gerätschaften ein. Zum Beispiel weil man eben eine Rechtsanordnung hat, aus USA oder so. Wenn man ame­ri­ka­ni­scher Betreiber wäre, dann müsste man dem Folge leis­ten, das müss­ten aber auch chi­ne­si­sche Betreiber oder so was.”


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