Editieren (This Week In Wortsteinschwalbe 26.02.2012)

Zurzeit stecke ich in der Phase meines Arbeitsprozesses, die ich am meisten hasse: Das Editieren.

Drei fertige Manuskripte für Kurzgeschichten liegen auf meinem Schreibtisch, in direkter Nachbarschaft zu zwei Entwürfen für neue Projekte. Über Ideenmangel und Langeweile kann ich mich nicht beklagen: Mir jucken die Finger, ich will das Neue und Unbekannte, das in den Entwürfen schlummert, entdecken. Doch was mache ich mit den fertigen Manuskripten?

Gute Frage. Ich habe keine Ahnung. In meiner recht kurzen „Karriere“ (haha) als „Autor“ (ahem) habe ich bisher hauptsächlich damit gekämpft, zu einem akzeptablen ersten Entwurf zu kommen und die mir ureigene Arbeitsweise zu entdecken – mit dem Teil danach musste ich mich eher selten beschäftigen. Jetzt, wo ich halbwegs verlässlich einen Erstentwürfe produzieren kann, stehe ich leicht ratlos vor der Aufgabe, aus der Scheiße Gold zu machen. Wie gehe ich am besten vor? Was ergibt Sinn für mich? Wie zu fast jedem Thema des Kreativen Schreibens, findet man auch auf diese Fragen in schlauen Büchern und im Internet Ratschläge und Tipps. Nur funktionieren wie üblich die Hälfte davon nicht für mich.

Die wichtigste Lektion, die ich bisher gelernt habe, lautet „Abstand gewinnen“. Man kann eigentlich gar nicht genug Gras über seinen Entwurf wachsen lassen, bevor man sich ihm wieder widmet. Wenn man ihn dann wieder liest, fallen einem die Ungereimtheiten und mühsamen Formulierungen fast wie von selbst auf. Nebenher nutze ich auch die Anleitung von Andreas Eschbach, um einen Text zu überarbeiten – sehr zu empfehlen! Ich experimentiere außerdem damit, meine Texte auf Band zu sprechen.

Was mir am meisten fehlt, ist jedoch eine Schreibgruppe. James Frey empfiehlt eine möglichst destruktive Gruppe, die die Manuskripte schön auseinander nimmt. Ich halte das für etwas übertrieben, denn Lob für das Gelungene ist meiner Meinung nach fast wichtiger als Kritik für das Fehlgeschlagene – aber im Prinzip hat Frey recht. Nur: Woher nehmen, wenn nicht stehlen? Bisher habe ich noch keine adäquate Gruppe in meiner Nähe gefunden.

Die Menschen in meiner unmittelbaren Umgebung, Freunde und Verwandte, geben sich derweil liebevoll Mühe, mich zu unterstützten und mich zu kritisieren. Um ihnen dabei unter die Arme zu greifen, werde ich meinen Manuskripten ab sofort einen „Überprüfungsbogen“ – auch ein Tipp von Frey – beilegen: Die Beta-Leser sollen den Text in Kategorien wie Plot, Charakter, Spannung, Sprache, Ende, etc. mit Schulnoten bewerten. So bekomme ich vielleicht einen besseren Überblick über meine Stärken und Schwächen.

Wer derweil Lust bekommt, mir den Reich-Ranicki zu machen, darf sich gerne melden.


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