E-Commerce: Was unterscheidet BER und CPH?

E-Commerce: Was unterscheidet BER und CPH?Eine ganze Menge! Zunächst ist zu  bemerken, dass der Bau beider Flughäfen in etwa zeitgleich begann, aber eben bekanntlich vollkommen anders endete. Der Flughafen KOPENHAGEN - KASTRUP ist schon lange in Betrieb. Beim BER in BERLIN kann immer noch niemand so genau sagen, ob er je überhaupt eröffnet werden wird.
Dies wiederum hat maßgebliche Auswirkungen auf die Logistik, die nun einmal auch Dreh-und Angelpunkt jeglicher E-Commerce Unternehmung ist. Denn egal was Sie online verkaufen, es muss irgendwie zum Kunden! Mit dem Hintergrund, dass ich beide Standorte aus mehrjähriger eigener E-Commerce Erfahrung kenne, kann ich sagen, dass nun sehr sehr vieles den BER vom CPH unterscheidet:
  1. Der Großraum KOPENHAGEN bis hinüber in das schwedische MALMÖ wurde so zu einem Logistik Drehkreuz par excellence.  Es ist wirklich zu Wasser, zu Lande und zur Luft sehr sehr gut angebunden. Das wäre in BERLIN auch möglich gewesen und war übrigens kurioserweise sogar während des Kalten Krieges samt Eisernen Vorhanges besser realisiert als heute.
  2. So wickeln mehr und mehr E-Commerce Unternehmen ihre Transporte über den CPH wie andere an den CPH angeschlossene Logistiker ab. Viele Waren speziell aus Richtung Norwegen wie Island und natürlich Dänemark selbst gelangen via KOPENHAGEN zu mir nach ORREFORS. Alles was ich täglich mit Fedex in den Versand gebe, geht auf dem Luftweg via CPH zu meinen Kunden. Letzteres ging im Großraum BERLIN nie. Der nächste Frachtflughafen ist der Flughafen LEIPZIG / HALLE in Sachsen.
  3. Dies führt natürlich zwangsläufig dazu, dass Transporte welcher Art auch immer, die über KOPENHAGEN respektive den CPH abgewickelt werden, wesentlich schneller beim Kunden sind, als sie es via BERLIN je sein könnten. Dazu hat Berlin momentan gar nicht mehr die Infrastruktur und es sieht auch nicht so aus, dass Berlin diese in absehbarer Zeit haben wird.
Dies erklärt natürlich, warum vom CPH unendlich viele E-Commerce Unternehmen profitieren, die sich in den letzten Jahren von Jütland bis KALMAR im Osten und OSLO im Norden bis YSTAD und GEDSER im Süden ansiedelten. Dies erklärt natürlich zwangsläufig auch, warum dann die Steuereinnahmen eben in Norwegen, Dänemark und Schweden sprudeln und eben dort die sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze in den letzten Jahren entstanden, die die Herren Klaus Wowereit und Matthias Platzek, beide SPD den Menschen einst ringsum den BER versprachen.
Hinzu kommt, dass Wolfgang Schäubles Pläne (CDU), die Kfz. Steuern nach der Bundestagswahl 2017 zu erhöhen, natürlich der gesamten Logistik Branche und damit jedem deutschen E-Commerce Unternehmen auf die Füße fallen. Wenn dann noch die Maut für alle Kfz. auf deutschen Autobahnen eingeführt wird, wie es Alexander Dobrindt (CSU) gern hätte, dann könnte dies entweder das AUS für viele deutsche E-Commerce Anbieter bedeuten ODER alternativ deren Abwanderung in das Ausland. Denn dann verteuern sich ja auch natürlich auch Transporte auf deutschen Autobahnen, die momentan mit Transportern realisiert werden, die noch nicht unter die LKW Maut fallen.
Bezüglich Abwanderung deutscher E-Commerce Unternehmen in das Ausland bieten sich momentan zwei hoch interessante Möglichkeiten an:
  1. Variante Eins es meinem Unternehmen gleich zu tun und gen Norden zu ziehen. Schon rein sprachlich spricht sehr vieles dafür. Dänisch oder Schwedisch lernt sich nun einmal einfacher als Suaheli :-)
  2. Variante Zwei nach Polen zu gehen und dort vielleicht das Luftdrehkreuz DANZIG zu nutzen, was natürlich auch schon lange in Betrieb ist.
Beide Optionen könnten für deutsche E-Commerce Unternehmen spätestens nach der Bundestagswahl interessant sein. Denn eines ist sicher wie das Amen in der Kirche: Wenn jetzt schon ganz offen über Steuererhöhungen nach der BTW gesprochen wird, dann ist das diesbezügliche Ende der Fahnenstange noch lange nicht erreicht.