draußen. Landschaftsarchitektur auf globalem Terrain

Lima, eine Stadt in der Wüste: Luftaufnahme von informellen Siedlungen am Fuße der Anden in Lima, 2012 | © Evelyn Merino-Reyna, Lima

Die Vorstellung von Stadt und Land­schaft als Gegen­satz­paar ent­spricht längst nicht mehr dem gegen­wärtigen Stand der einer Dis­zi­plin, die sich ange­sichts der radikalen Umformung des Planeten Erde in Richtung einer analytisch-kritischen Perspek­tive ent­wickelt. Erst­mals widmet sich das Architektur­museum der TU München daher mit einer Aus­stellung der Landschafts­architektur im globalen Kontext (bis zum 20. August).

Ausstellungsbeschreibung

Mit der Ausstellung „draußen“ widmet sich das Architekturmuseum der TU München erstmals der Landschaftsarchitektur. Nachdem in den vergangenen Jahren mehrfach die soziale Relevanz von Architektur in der Gegenwart präsentiert wurde, rückt nun auch jene Disziplin in den Fokus, die einen sehr viel weiteren räumlichen und zeitlichen Horizont behandelt. „Landschaftsarchitektur“ scheint in der öffentlichen Vorstellung noch immer von der Sehnsucht bestimmt, für die Harmonisierung zwischen den global wachsenden Städten einerseits und der Natur andererseits zu planen. Aber die Vorstellung von Stadt und Landschaft als Gegensatzpaar entspricht längst nicht mehr dem gegenwärtigen Stand einer Disziplin, die sich angesichts der radikalen Umformung des Planeten Erde in Richtung einer analytisch-kritischen Perspektive entwickelt.

„draußen“ geht von der Prämisse aus, dass es am Anfang des 21. Jahrhunderts keinen Winkel der Erde mehr gibt, in dem die Wirkungen der Urbanisierung, der massiven Ausbeutung fossiler Brennstoffe, der wachsenden Mobilität und die ungebremsten Veränderungen ökologischer Systeme, aber auch die Folgen zunehmender Migration nicht spürbar sind. Die Ausstellung zeigt in zehn Fallbeispielen das konkrete Zusammenwirken, die systemische Abhängigkeit von Stadt und Umland, von Wasserkreisläufen und den lokalen und globalen Bedingungen. Die Initiatoren sind fünf akademische Teams, die hier grundlegende Forschungen präsentieren. Sie versuchen in den dargestellten Projekten, die von Casablanca über Madrid und Changde bis Kigali und Medellín reichen, zu allererst komplexe räumliche Situationen zu analysieren. Dabei  beziehen sie verschiedene Instrumente und Disziplinen wie die Soziologie oder Ethnologie heran. In den konkreten Fallbeispielen  wird kontextspezifisches Systemwissen zusammengetragen und in enger Beteiligung mit den örtlichen Projektpartnern abgeglichen, bevor überhaupt an mögliche transformatorische Perspektiven und bauliche Maßnahmen gedacht wird.

Ziel der Ausstellung ist es, der Öffentlichkeit eine tiefere Vorstellung von den sich wandelnden Konzepten und Strategien der Landschaftsarchitektur in der Gegenwart zu vermitteln und zugleich ihre wachsende Bedeutung für die Zukunft darzustellen. Landschaftsarchitektur von heute widmet sich jenen räumlichen Systemen, die die Gesellschaft von morgen prägen werden.

  • Architekturmusuem der TU München

Wann und wo

Architekturmusuem der TU München
Pinakothek der Moderne
Barer Straße 40
80333 München

27. April bis 20. August 2017


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