Dolce Vita: Sommerlich-Sandige Strandgrüsse aus Südligurien

Dolce Vita: Sommerlich-Sandige Strandgrüsse aus Südligurien

Am freien Strand kann jeder tun, was er mag….insofern man sich an einige Basisregeln des gesunden Menschenverstandes hält

Die Badesaison in Südligurien hat wieder begonnen. Halt! Für mich ist diese schon bald zu Ende, denn je weiter der Sommer voranschreitet, desto schwieriger wird es, sich einen genug grossen Sandflecken und – noch wichtiger! – einen Parkplatz zu ergattern. Die beste Zeit, um das Strandleben zu geniessen, ist von Ende Mai bis Mitte Juli, danach herrscht am Strand das reinste Chaos. Insofern man sich, wie ich, keinen festen Strandplatz mit Liegestühlen und Sonnenschirm mietet. In jenem Fall ist man fein raus und hat ein Plätzchen auf sicher, wochen- oder monateweise oder gar die ganze Saison über.

In Südligurien ist das Meer nicht überall sauber – die Zeitungen berichten jeweils just zu Saisonbeginn von Koli- und anderen Bakterien im Wasser und versalzen einem den Badespass, noch bevor man einen Fuss in kühle Nass gesetzt hat. Das ist das eine Problem: Wer einigermassen „sauberes“ Wasser will, muss steile Ab- und Aufstiege in Kauf nehmen, um zum Strand zu gelangen. Also kann man nicht bequem 50 Meter vom Strand entfernt parkieren. Parkplätze sind an solchen Stränden ebenfalls rar gesät. Oder man setzt sich ins Boot und lässt sich zu einem von der Zivilisation entfernten Strand schippern.

Das andere Dilemma: Öffentlicher oder Privater Strand? Seit ich vor nunmehr 16 Jahren hierher gezogen bin, habe ich meistens Letzteres bevorzugt. Habe schön brav meinen Liegestuhl mit Sonnenschirm bezahlt und horrende Eintrittspreise für Schwimmbad plus Meer plus Liegestuhl plus Sonnenschirm in Kauf genommen. Heuer habe ich mit mir selber vereinbart, auf die „spiaggia libera“, also den freien Strand, zu setzen, nicht nur wegen dem knappen Familienbudget (wir haben im Heim Anschaffungen gemacht und fahren Ende August nach Sizilien), sondern auch, weil der freie Strand im wahrsten Sinne des Wortes enorm viel Freiheit bietet!

Kein Bademeister wirft mir mürrische Blicke zu, wenn ich um 18.45 Uhr meinen Liegestuhl noch nicht geräumt habe oder ermahnt mich, dass das Schwimmbad um 19.00 Uhr dicht macht. Nein, ich kann zu jeder Tages- und Nachtzeit an den Strand liegen und die Seele baumeln lassen. Diese neue Freiheit koste ich nun gänzlich aus, und fahre meistens mit einem Auto voll Kindern hin, um diesen ihren Badespass zu garantieren. Den steilen Aufstieg sehe ich ganz sportlich als Alternative zur abendlichen Joggingrunde und erfreue mich an der Fitness-Möglichkeit. Und den Sprösslingen gefällt’s! Sie haben wohl nicht alle Attraktionen, die ein Privatstrand mit Schwimmbad bieten würde, aber da die Freunde dabei sind, stört es sie kaum. Auch den Aufstieg meistern sie ohne Murren.

Alles gut also? Ihr fragt euch nun bestimmt, was ich denn von Mitte Juli an tue: Tja, erstens fahre ich dann in die Schweiz und plantsche mich von Badi zu Badi, und zuhause ändere ich meine Strandzeiten und fahre erst gegen Abend ans Meer, bewaffnet mit einem Picknickkorb, den ich genüsslich ausbreite, sobald die letzten Badegäste ihre Strandtasche gepackt und sich auf den Heimweg gemacht haben. Oder bereits unter der Hoteldusche stehen und sich fürs Abendessen herausputzen. Und so horche ich langsam kauend in die Stille des Meeres hinein und lausche dem Rauschen der Wellen….bis sich die Sonne hinter den Hügeln verabschiedet.

Einen schönen Sommer allerseits!

Wie verbringt ihr den Sommer? Badi oder Meer? Kennt ihr die spiaggia libera in Italien? Welche Erfahrungen habt ihr gemacht?

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Dolce Vita: Sommerlich-Sandige Strandgrüsse aus SüdligurienSarah Coppola-Weber ist gebürtige Ostschweizerin mit italienischem Pass. Sie lebt mit einem neapolitanischen Ehemann, zwei Töchtern (16 und 13) und einem Sohn (9) seit 17 Jahren in der Nähe von La Spezia. Für “Die Angelones” schreibt die ausgebildete Doula über Familien -, Gesundheits- und Ernährungsthemen sowie Themen, die Eltern den Alltag mit ihren Sprösslingen erleichtern und lässt dabei die LeserInnen am facettenreichen italienischen Alltag teilhaben, wo der Ausnahmezustand oft an der Tagesordnung und von „dolce far niente“ keine Spur ist!

Mehr über Sarah und ihre Familie erfahrt ihr in im spannenden Interview, das wir mit ihr führen durften!

Seid gespannt auf Sarahs nächsten Beitrag, wenn sie uns vom Jahr berichten wird, das noch so neu und frisch riecht, ganz so wie kalter Kaffee…!

Sarahs bisher erschienenen Beiträge könnt ihr hier nachlesen:

Aus dem Leben einer Doula:

Elterntipps:

  • Stadtbesichtigung zum Nulltarif
  • Erholsam Reisen mit Kind und Kegel
  • Pubertät ist, wenn die Welt Kopf steht
  • Geteiltes Leid…
  • Das Glück auf die Haut tätowiert
  • Ferien auf Balkonien: Von wegen Langeweile

Dolce Vita:

  • Colour Run: Auf zum bunten Plauschrennen
  • Die grüngrasige Gemeinde-Geschichte
  • Italienische Supermärkte: Fast wie im Schlaraffenland
  • Unschöne Überraschungen im Belpaese
  • Kleine Geschenke erhalten die Kundschaft
  • Kalter Kaffee und Schnee von gestern
  • Von elterlichen Hausaufgaben
  • Im Wunder – äh, Gardaland
  • Auf sonntäglicher Shoppintour
  • Strandleben mit Kids im blauen Paradies
  • Familientrip nach Rom
  • Schule aus: Dolce Vita für Italiens Sprösslinge
  • Ob “Happy Hour” oder “Apericena” – Kinder unerwünscht!
  • Tanti auguri: Kindergeburtstag all’italiana
  • Besser als sein Ruf: Das italienische Gesundheitssystem
  • Vom Schlangenstehen in der Schneckenpost
  • Von wegen Januarloch – In Italien heisst es “Ausverkauf”!
  • Festtage all’ italiana: Es geht nichts über Gaumenfreuden
  • Alles eine Frage der Verantwortung
  • Italien: Sport und andere Aktivitäten im Leben der bambini
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