DJI Mavic Mini: Sensationelle Drohne im Test

Unsere Drohnen-Tipps | 0 Kommentare

DJI hat es wieder mal geschafft, mit einem neuen Modell die gesamte Drohnen-Industrie auf den Kopf zu stellen. Die neue DJI Mavic Mini wiegt gerade mal 249 Gramm und ist trotzdem voll gespickt mit Funktionen, die ich heute von einer Kamera-Drohne erwarte. Was alles in der DJI Mavic Mini steckt und wie zufrieden wir mit dem kleinen Flieger sind, verraten wir dir in diesem Beitrag.

Die DJI Mavic Mini verdient ihren Namen. Die Kamera-Drohne ist so klein, dass sie locker auf eine Handfläche passt und gleichzeitig das Gewicht eines Smartphones hat. Allein durch den geringen Ballast dürfte sich dieses Modell in den kommenden Jahren als die Reisedrohne durchsetzen.

Doch der eigentliche Knüller ist, dass sich weltweit viele Regierungen mittlerweile auf eine Gesetzgebung für Drohnen geeinigt haben und entsprechende Regeln in Kraft getreten sind. In vielen Ländern gelten bestimmte Regelungen aber erst ab einer Startmasse von 250 Gramm oder mehr. Und genau dieses kritische Gewicht unterschreitet die DJI Mavic Mini um genau ein Gramm. Drohnen-Piloten in Kanada, den USA, in Europa und in dutzenden anderen Ländern dürfen sich also über viele regulatorische Erleichterungen freuen.

Die Begeisterung ist also riesig! Dazu kommt noch, dass die Mavic Mini von DJI zu einem moderaten Preis verkauft wird.

Doch was kann eigentlich in so einem kleinen Quadrocopter drinstecken und darf man die gleichen exzellenten Flugeigenschaften wie bei anderen DJI-Modellen erwarten? Wir haben das ausführlich getestet und berichten hier über unsere Eindrücke und Erfahrungen!

Die Flugeigenschaften der DJI Mavic Mini

Um die Kompaktheit der DJI Mavic Mini zu maximieren, ist auch diese Drohne faltbar. Das kennen wir schon von den größeren Vorgänger-Modellen aus der Mavic-Reihe.

Mit einer Flugzeit von etwa 30 Minuten hält der Akku der Mavic Mini erstaunlich lange durch. Dafür ist die maximale Geschwindigkeit mit 46,8 km/h im Vergleich zu anderen DJI-Drohnen relativ gering. Die Mavic Air kommt im Sportmodus immerhin auf 68,4 km/h. Für wen das Fotografieren im Mittelpunkt steht, spielt die Geschwindigkeit aber ohnehin eher eine geringe Rolle. Wenn du jedoch auch viele Videos von Landschaften erstellen möchtest, dann könnte es passieren, dass dir die Mavic Mini zu langsam ist.

Die Funkreichweite liegt bei 2.000 Metern, wobei aufgrund der europäischen Funkstandards in Deutschland die Leistung so gedrosselt wird, dass sich die Drohne laut DJI etwa 500 Meter von der Fernsteuerung entfernen kann. Tatsächlich habe ich auf freiem Feld bei einem Reichweiten-Test sogar eine Distanz von über 800 Metern erreicht, bis das Signal abgebrochen ist. In der Stadt, wo es viele Störsignale gibt, habe ich mitunter aber auch schon bei einer Entfernung von etwa 50-100 Metern starke Verzögerungen in der Funkübertragung festgestellt oder sogar Verbindungsabbrüche.

Beim Punkt Flugstabilität und Präzession punktet die Mavic Mini wieder mit einer Kombination aus den beiden Satellitennavigationssystemen GPS und GLONASS. Anhand der vielen Standortdaten kann der Copter so seine Position sehr genau bestimmen und bei ungewollten Abweichungen entgegensteuern. Dadurch hält die Drohne ihre Position sehr genau und das Bedienen der Mavic Mini wird deutlich vereinfacht.

Abstiche wurden hingegen bei der Hinderniskennung gemacht. Die DJI Mavic Mini erkennt nur die Struktur unterhalb des Fluggerätes, um die Position besser zu halten. Hindernisse in der Flugrichtung werden nicht erkannt.

Die Kamera der DJI Mavic Mini

Die Mavic Mini ist mit einer 12 Megapixel-Kamera ausgestattet, die Fotoaufnahmen in einer Auflösung von 4000×3000 (Seitenverhältnis 4:3) bzw. 4000×2250 (16:9) ermöglicht.

DJI Mavic Mini: Sensationelle Drohne im TestLeipziger Völkerschlachtdenkmal mit der DJI Mavic Mini fotografiert (Bild ist unbearbeitet)

Fotos lassen sich nur im JPEG-Format abspeichern. Das DNG-Format, das eine bessere Nachbearbeitung ermöglicht, wird nicht unterstützt. Dieser Punkt wird professionelle Fotografen sicherlich abschrecken, doch für die meisten Piloten ist die Qualität der Fotos auch ohne Nachbearbeitung ausgezeichnet.

Videos lassen sich mit einer FullHD- oder 2,7K-Auflösung abspeichern. Auch das ist für den privaten Gebrauch vollkommen ausreichend. Wir haben dir ein paar Demo-Aufnahmen von unseren Tests hier zusammengeschnitten, damit du dir ein eigenes Bild machen kannst.

Während ich mit der Fotoqualität der DJI Mavic Mini sehr zufrieden bin, muss ich bei den Videos leider einige Abstriche machen. Solange die DJI Mavic Mini in Bodennähe fliegt oder kein Wind weht, sehen die Videos super aus. Sobald es jedoch etwas anspruchsvoller wird, kommt es teilweise zu verwackelten Aufnahmen, wie man in diesem Video sieht:

Hier habe ich dir eine beispielhafte Aufnahme herausgesucht, bei der das Wackeln sehr deutlich zu erkennen ist. Wenn du auf die Streifen im Feld achtest, kannst du das Zittern feststellen. Die Aufnahme ist jedoch auch in einer Flughöhe von 100 Metern über dem Boden entstanden, wo die Mavic Mini nochmal stärkeren Luftströmungen ausgesetzt ist, als in Bodennähe. Für private Zwecke reichen diese Aufnahmen dennoch aus. Professionellen Filmmachern würde ich jedoch zu einer hochpreisigeren Drohne raten. Weitere Tipps dazu findest du in unseren Beitrag zu Drohnen mit Kameras.

Um dich bei der Wahl der richtigen Drohne zu unterstützen, haben wir dir die wichtigsten Spezifikationen der verschiedenen Mavic-Modelle hier nochmal zusammengetragen:

DJI Fly: Neue App zum Steuern der Mavic Mini

Die DJI Mavic Mini lässt sich wieder mit einer Fernsteuerung in Kombination mit dem Smartphone bedienen. Dafür hat DJI eine neue App entwickelt, die deutlich schlanker ist als die DJI Go 4 App und dadurch auf viele Einstellungsmöglichkeiten verzichtet. Ich sehe das aber gar nicht als Nachteil. Auch beim Smartphone stellt heute kaum jemand manuell die Belichtungszeit ein und trotzdem ist die Qualität der Bilder in den meisten Fällen gut. Die DJI Mavic Mini ist eben dazu ausgerichtet, unbeschwert und schnell ein paar schöne Schnappschüsse zu machen.

Es gibt drei verschiedene Aufnahmemöglichkeiten in der App: Foto, Video und QuickShot.

Im Foto-Modus lassen sich Belichtungszeit (1/8000 bis 4") und ISO (100 - 3200) manuell einstellen. Wer das jedoch nicht möchte, kann der Automatik aber auch die Auswahl der richtigen Einstellungen überlassen. Falls dein Foto in der Automatik zu hell oder zu dunkel belichtet wird, kannst du mit der Belichtungskorrektur (EV) die Aufnahme aufhellen oder abdunkeln. Neben Einzelfotos kann die DJI Mavic Mini auch Bilder in festen Abständen (Intervall) aufnehmen, um z.B. Zeitraffer zu erstellen.

Im Video-Modus sind die möglichen Einstellungen deutlich eingeschränkter. Hier kann ich neben der Belichtungskorrektur die Auflösung und die Bildrate einstellen. Dabei gibt es FullHD (25/30/50/60 fps) und 2,7K (25/30fps) zur Auswahl.

Um nicht selbst die Drohne steuern zu müssen, steht mit QuickShots auch noch ein dritter Aufnahmemodus zur Verfügung. Mit den QuickShots fliegt die DJI Mavic Mini autonom bestimmte Flugmanöver ab und filmt dabei einen festgelegten Punkt. Es gibt drei QuickShots, die in der DJI Fly App zur Verfügung stehen:

  • Dronie: Die Drohne fliegt rückwärts nach oben.
  • Rocket: Die Drohne steigt gerade nach oben und senkt dabei langsam die Kamera nach unten
  • Kreisen: Die Drohne umkreist eine Position (Point of Interest)
  • Heilx: Die Drohne umkreist eine Position und vergrößert den Flugradius immer mehr.

Durch die QuickShots kann man sich selbst wunderbar filmen, ohne dass man dabei eine Fernsteuerung in der Hand halten muss. Die will man ja nicht immer mit im Video zeigen.

Schade ist hingegen, dass die DJI Mavic Mini aktuell nicht über einen Follow Me Modus bzw. ActiveTrack verfügt. Damit ist das automatisierte Verfolgen von Objekten nicht möglich.

Darf ich überall mit einer DJI Mavic Mini fliegen?

Bevor ein falscher Eindruck entsteht möchte ich zum Schluss unseres Tests noch erwähnen, dass man natürlich auch mit der DJI Mavic Mini Gesetze einhalten muss und es keinen rechtsfreien Raum für kleine Drohnen gibt. Zwar gelten einige Erleichterungen, doch auch für eine Mavic Mini benötigst du z.B. eine Drohnenversicherung. Alle weiteren Anforderungen findest du in unseren Artikeln zu den Drohnen-Gesetzen in Deutschland oder für andere Länder in unserer internationalen Gesetzessammlung. Bitte informiere dich vor deinem ersten Flug, was du unter welchen Bedingungen darfst.

Mein Fazit zur DJI Mavic Mini

Auch wenn ich von der DJI Mavic Mini wirklich begeistert bin, kann diese Drohne natürlich nicht alle Anforderungen eines anspruchsvollen Filmemachers oder Fotografen erfüllen. Dafür sind die Kamera-Spezifikationen (noch) nicht gut genug und auch bei anderen Dingen wie der Fluggeschwindigkeit muss man einige Abstriche machen.

Jetzt kommt das grobe ABER! Unter Fotografen sagt man: Die beste Kamera ist die, die man dabei hat. Das Gleiche gilt natürlich auch für fliegende Kameras und da müsste es heißen:

Die beste Drohne ist diejenige, die ich dabei habe und fliegen darf.

Und da ist die DJI Mavic Mini allen anderen Modellen meilenweit voraus. Die Kompaktheit, Einfachheit in der Bedienung und die Chance, viele bürokratische Hürden zu umgehen, machen die Drohne dann wohl doch zu einem wichtigen Wegbegleiter für Copter-Piloten. In diesem Kontext betrachtet kann ich nur jedem empfehlen, sich die DJI Mavic Mini genauer anzusehen.

Sind noch Fragen offengeblieben? Dann ab damit in die Kommentare! Auch über deine persönlichen Erfahrungen mit der DJI Mavic Mini freuen wir uns. DJI Mavic Mini: Sensationelle Drohne im Test Was du wissen musst, wenn du eine Drohne mieten willst DJI Mavic Mini: Sensationelle Drohne im Test EU-weite Drohnen-Regeln: Als Betreiber einer Drohne registrieren

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