Die Wut in mir / Wenn der Druck alles perfekt zu machen zu groß wird

Eigentlich, so würde ich mich selbst zumindest beschreiben, bin ich eine sehr liebevolle Mutter. Ich bin kompromissbereit, habe ein sehr gutes Gespür für die Belange von Mini-Me und sprühe vor Verliebtheit. Und doch gibt es zwischendurch Tage, an denen ich weder liebevoll oder kompromissbereit bin, kein gutes Gespür für die Belange von meinem Kind habe und schon gar nicht vor Liebe glänze.

Manchmal spüre ich schon recht schnell, dass der heutige Tag und ich, wohl keine großen Freunde werden. Es gibt aber auch Tage, an denen meine Wut ganz plötzlich kommt und mich fast schon überrollt.

Als Mama mache ich mir das Leben manchmal schwerer, als es eigentlich ist.

Ich will eine gute Mutter sein. Will Zeit für meinen Sohn haben. Will auf ihn eingehen. Will ihm eine Freude machen. Will mit ihm spielen. Will ihm die Natur zeigen. Will was gesundes kochen. Will nicht zu streng sein. Will ein gutes Vorbild sein. Will dies. Will das.

Und das will ich dann am besten gleich alles zusammen.

Aber da ist nicht nur mein Kind. Da ist auch noch unser Hund. Mein zweites Baby irgendwie. Und den will ich ebenso wenig vernachlässigen wie meinen Sohn. Also versuche ich den Tag im Vorfeld schon so gut es geht zu planen. Strukturen reinbringen, Plan a und Plan b verbinden. Ich versuche den Mittagsschlaf so anzupassen, dass ich vorher kochen konnte und Mini-Me im besten Fall vorher schon etwas gegessen hat. Ich versuche die Gassirunde so zu timen, dass der Kleine währenddes Laufrad fahren kann oder sonst irgendwas spannendes machen kann und wir damit unsere Mittagstour auch schon hinter uns haben. Ich versuche an Wasser für den Hund und Mini-Me zu denken, denn es soll wieder ganz schön heiß werden. Ebenso versuche ich daran zu denken, dass ich Mini-Me heute einen besonders schönen Tag bereiten möchte und das der Hund mindestens genauso viel Spaß haben soll wie Mini-Me…

Doch da kommt er: Der Druck. Der Druck, alles perfekt zu machen.

Ich spüre langsam aber sicher, dass der heutige Tag wohl doch nicht so super werden wird, wie ich es mir vorher vorgestellt hatte. Es fängt schon bei dem fremden Mann an, der augenscheinlich sternhagelvoll mitten im Wald auf uns zu kommt. Aus Angst ergreife ich die Flucht und ärgere mich, dass unser Waldtag heute ins Wasser fällt. Da ich aber nicht ganz zurück möchte bleibe ich am Waldrand stehen. Wir gehen zu dem kleinen Bach. Dieser plätschert aber nicht idyllisch vor sich hin, sondern stinkt bestialisch und es gibt keine Stelle, an der nicht mindestens 3083629 Fliegen umherschwirren. Und weil es alles noch nicht genug ist, landen Mini-Me, der Hund und ich mit den Füßen bzw. Pfoten in dem dreckigen Wasser.

Tag gelaufen, oder?

Nicht ganz. Es wird noch schöner. Das Wasser was eigentlich für Kind und Hund gedacht war muss jetzt zum sauber machen verwendet werden. Wir stinken alle dermaßen nach Kloake, dass ich überlege das Auto stehen zu lassen und nach Hause zu laufen… Natürlich ist das Auto aber gerade jetzt ausnahmsweise ordentlich und sauber und zu allem übel habe ich keine Hundedecke im Auto.
Deshalb und weil mein Sohn einfach viel zu gern auf der Straße anstatt auf dem Bürgersteig fährt entscheide ich mich dann doch das Auto zu nehmen.

Im Auto sind es etwa 30 Grad. Die Sonne brennt und Mini-Me will im Auto spielen. Ätzend finde ich das und ärgere mich über mich selbst, dass ich keine Geduld habe und darüber, dass er einfach nicht in seinen Sitz will. Ich brülle ihn an, setzte ihn in seinen Sitz und lasse den Hund ins Auto. Im Auto packt mich dann die volle Wut und ich brülle aus tiefstem Herzen. Mini-Me fängt an zu weinen und recht schnell merke ich, dass ich gerade mehr als nur ungerecht gewesen bin. Ich werde ruhiger, erkläre Mini-Me warum ich gerade ausgerastet bin und fange mich einigermaßen wieder. Aber nur bis nach Hause, denn da klappt dann auch nichts. Ein schlechtes Gewissen habe ich natürlich trotzdem.

Abends als der Kleine schläft, denke ich nochmals über die Situation nach.

Mir wird bewusst, dass es heute nie und nimmer hätte klappen können. Ich war zu unflexibel und einfach viel zu schlechte gelaunt. Der Druck, den ich mir selbst gemacht habe war zu groß. Ich gehe ins Gebet und bitte um Weisheit und um Vergebung. Ich merke wie der Druck endlich wegfällt und ich verstehe allmählich mein handeln.

Kennt ihr solche Tage?

Alles Liebe! Eure Nina


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