Die Unendlichkeit im Zeitraffer

Die Unendlichkeit im Zeitraffer

Bild: WHO

Durchwachte Nächte Händchen haltend neben dem Kinderbett und auf der Chrabbeldecke verbrachte, nie enden wollende Tage mit Babies, die zu nichts mehr fähig sind, als auf dem Rücken zu liegen, kamen für mich als Mutter dem Gefühl von Unendlichkeit sehr nahe.

Während des Kleinkindalters meiner Buben schien die Zeit häufig still zu stehen. In diesem Zustand der Starre war ich oft der Überzeugung, dass es kein Morgen geben würde, kein Licht am Ende des Tunnels – zumindest nicht in einer für mich absehbaren oder gar erlebbaren Zeit. Niemals würden meine Babies lernen durchzuschlafen, zu laufen, anständig zu essen, geschweige denn selbstständig zu spielen und mich für einen kurzen Augenblick  in Ruhe zu lassen.

Aber plötzlich standen meine Buben auf, liefen, sprangen, balancierten auf ihren Laufrädern und fahren nun Trottinetts und Velos. Sie begannen, auf Bäume zu klettern, lernten Ski zu fahren und Fussball zu spielen und brauchen zum Schwimmen nun keine Flügeli mehr. Sie schliefen irgendwann mal durch, wurden trocken und putzen sich heute die Zähne (und hoffentlich schon bald auch ihre Fudis) selber. Sie lernten reden, zeichnen, basteln und können heute sogar mit Messer und Gabel hantieren. Sie trotzen fast nicht mehr, werden langsam vernünftig und entwickeln ihre ganz eigene Persönlichkeit. Sie schiessen in die Höhe, ihr Babyspeck verschwindet und ihre unter Schmerzen hervorgebrachten Milchzähne fallen bereits wieder aus.

Hatte ich nicht erst grad die Eingewöhnungsphase in der Krippe durchzustehen, die ersten Abnabelungsversuche zu verdauen? Wie kam es, dass der grosse bereits sein erstes Kindergartenjahr erfolgreich absolviert hat, alleine und furchtlos seinen Weg geht, an seinen freien Nachmittagen mit seinen Freunden abmacht und der Kleine ungeduldig seinem eigenen Eintritt in den Kindergarten, in eine neue Ära seiner Kindheit entgegen fiebert?

Wie im Zeitraffer lasse ich die letzten sechs Jahre immer wieder aufs Neue Revue passieren. Nie verging die Zeit schneller.

mittwochs immer im Tagblatt der Stadt Zürich

Kennt Ihr dieses Gefühl? Gehts Euch auch so?


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