Die Schuld-Falle

Die Schuld-Falle

Es zieht sich wie ein roter Faden durch mein Leben.

Ich bin an allem Schuld. Immer.


Menschen wenden sich von mir ab. Meine Schuld.
Ich funktioniere nicht so wie man es von mir möchte. Meine Schuld.
Meine Meinung ist nicht kompatibel mit der anderer Menschen. Meine Schuld.
Ich bin eine Enttäuschung. Meine Schuld.
Ich bin psychisch krank. Meine Schuld.
Man lässt mich im Stich. Meine Schuld.
Ich vertraue niemandem mehr. Meine Schuld.

...diese Liste könnte ich nahezu endlos fortführen.


Und ich ziehe mir diesen Schuh seit Kindestagen an. Er passt perfekt. Ich glaube es mittlerweile auch. Es ist immer alles meine Schuld.

Man schiebt mir diese Rolle zu, ich schlüpfe hinein. Wenn ich mich dagegen wehre, bin ich renitent, nicht kritikfähig, ein furchtbarer Mensch, zickig, gefühllos oder...ich  kann ja nicht anders, weil ich krank bin.

Und das Schlimmste daran? Ich drohe an meinem schlechten Gewissen zu ersticken. 

Man wirft mir blödsinnige Dinge vor. Man wirft mir Dinge vor, die an den Haaren herbeigezerrt wurden. Und ich nicke sie ab. Ja, es ist alles meine Schuld. Natürlich! Wer soll sie sonst haben?!

Und man tarnt seine Vorwürfe auch gern als "konstruktive Kritik" oder "persönliche Meinung", als das persönliche Recht auf eine eigene Meinung.

In der Therapie habe ich mittlerweile so oft darüber gesprochen und immer wieder komme ich zu dem Punkt, an dem ich dann wieder scheitere "Es muss mir egal sein, was andere denken."

Aber das ist es offensichtlich nicht. Ich denke immer, dass es mir egal ist. Aber dann kommt wieder eine Situation, in der ich prompt in mein altes Muster falle und mir den Schuh anziehe. 

Man wirft mir sogar Dinge vor, mit denen ich gar nichts zu tun habe! Und ich nehme die Schuld dafür auf mich.

Und wenn ich es wage etwas zu sagen, dann schiebt man es auf meine Krankheit. Auf meinen Egoismus. Auf meine Widerspenstigkeit.

Wusstet Ihr eigentlich, dass ich nichts von dem bin? Ich bin kein Egoist...ich gebe mich fast vollständig für andere auf. Ich bin nicht Widerspenstig...ich habe nur nie gelernt mich anders zu Wehr zu setzen als mit Trotz. Ich bin kritikfähig, aber wieso muss ich Kritik für Dinge hinnehmen, die nicht mein Fehler sind? Ich bin nicht gefühllos...ich habe so viele Emotionen, dass ich mit ihnen nicht mal ansatzweise klarkomme!

Und all das kommt nicht davon, dass ich krank bin. Ich bin unter anderem wegen all dieser Dinge erst krank geworden. 

Das schlechte Gewissen, weil ich an all diesen Dingen (angeblich!) Schuld bin, ist kaum zu ertragen. Je mehr ich mir ansehe, woran man mir die Schuld gibt, desto mehr fange ich an zu glauben, dass ich ein schlechter Mensch bin.

Ich schleppe diese Schuld mit mir rum. Schuld, die andere Menschen mir aufbürden, obwohl es ihre Probleme sind und nicht meine.

Diesen Kreislauf gilt es zu durchbrechen. Und das Verhaltensmuster gehört ausgerottet.

Leicht gesagt.

Aber ich bleibe dran. Denn die Schuld, die man mir zuweist, gehört mir nicht. Die sollen andere Menschen doch einfach mal für sich behalten. Und bevor sie ihre Probleme auf mich abwälzen wollen, sollen sie sich einfach mal mit ihrem eigenen Kram beschäftigen.

Nicht meine Baustelle.
Ich habe nämlich genug eigene.

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