Die Kritik von innen heraus

Die Kritik von innen herausManchmal ist es schon erstaunlich und erfreulich, zu lesen, was sich “die Anderen” so gegenseitig um die Ohren schlagen. Ich bin erinnert an “wenn zwei sich streiten…” – will es aber nicht.

Die katholische Kirche in Deutschland ist intellektuell ausgezehrt. Das war zu Zeiten der Industrialisierung anders, das war zu Zeiten der ökologischen Bewegung anders, das war im Streit um den Paragrafen 218 in den 80er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts noch anders. Heute findet eine Auseinandersetzung zu Themen wie PID, Sterbehilfe, AIDS-Bekämpfung, Stammzellforschung immer nur im Rückwärtsgefecht und in Ablehnung der Neuerung statt.
Kein einziges Mal wird in die Richtung der positiven Möglichkeiten beispielsweise medizinischer Errungenschaften gedacht. Nachdem ich im vergangenen Jahr den Vorsitzenden der Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, bei der Verleihung des katholischen Medienpreises über „elektrische Medien“ habe reden hören, in einer Laudatio, in der er in leierndem Singsang auch noch auf Facebook und seine Nachteile zu sprechen kam, habe ich den Zug der Erneuerung ein weiteres Mal in rauschendem Tempo an meiner Kirche vorbeifahren hören.(Quelle)

Nun denke ich zwar nicht, dass des Autors Aufschrei in Rom oder in einem deutschen Bischofsstuhl gehört werden wird (hey, die Herren müssten ins Internet schauen, um es zu lesen – in ein “elektrisches” Medium!) – aber ich finde die Analyse schon interessant. Aus zweierlei Gründen.

Zum einen meine ich, dass Alexander Görlach es sehr ernst meint mit seinem Aufruf. Er ist besorgt, ehrlich besorgt. Und das aus gutem Grunde. Es trifft ihn tief, zu sehen, dass “seine” Kirche die Zeit verschläft und ganz offensichtlich nicht begreift, was die Stunde geschlagen hat. Das obige Zitat steht für all die Themen, bei denen sich die Kirche zwar ein Mitspracherecht anmaßt, von denen sie aber überhaupt keine Ahnung hat. Schon gar nicht die alten Männer in ihren violetten Roben.

Das Zweite Vatikanum war eine Reaktion auf das Erste Vatikanum, das 1870 schon 200 Jahre verspätet auf die Entwicklungen der neuzeitlichen europäischen Moderne einzugehen versuchte. Wie kann man stilbildend sein, wenn man immer einige Jahrhunderte zu spät ist?

Er stellt mit dieser Frage nicht das “System Kirche” in Frage. Sehr wohl aber deren Bedeutung in der Moderne. Und das finde ich beachtenswert; ganz frei von der sprichwörtlichen Schadensfreude. Denn es ist auch das ein laizistischer Gedankenansatz: wenn die Kirche außerhalb der Zeit steht, hat sie ein Mitspracherecht innerhalb der Gesellschaft verloren. Sie dient dann allein der “Besinnung” und der “Ausübung von Ritualen”.

Das ist ein Gedanke, der mir gefällt.

Nic


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