Die Kritik der Kritik, oder: Soo dumm sind wir offenbar nicht

Ich weiss nicht, wie es meiner geneigten Leserschaft geht, aber wenn ich lange genug kritisiert werde, dann hinterlässt das Spuren, auch wenn die Angriffe unberechtigt sind. So will mich die öffentliche Meinung wegen meines christlichen Glaubens ständig auf die Anklagebank setzen, weil ich Dinge glaube, die scheints schädlich, dumm, altbacken, reaktionär, unwissenschaftlich, naiv usw. usf. seien. Mit der Zeit sehe ich meinen eigenen Glauben mit komischen Augen an, erkläre ihn allerhöchstens defensiv, weil er ja eine intellektuelle Zumutung sei.

Auf diesem Hintergrund empfinde ich die Lektüre dieses Buches als sehr wohltuend (Link zur dt. Übersetzung) — und dabei ist das Gefühl des Wohlbefindens eigentlich nur eine willkommene Nebenerscheinung; v.a. ist die Lektüre einfach deshalb ein Genuss, weil es in sauberen und klugen Gedankengängen zu einem Thema reflektiert und argumentiert, das für mich eben bedeutungsvoll ist. In einem ersten Teil diskutiert der Autor die grössten Vorwürfe am christlichen Glauben, im zweiten Teil geht es um Argumente für den Glauben. Der Autor, Timothy Keller, ist Pastor in New York City, und das Buch fasst das zusammen, was er im Gespräch mit säkularisierten New-YorkerInnen gelernt hat. — Sehr empfehlenswert, wenngleich das Buch nicht wirklich einfach zu lesen ist.

Immer wieder weist Keller darauf hin, dass nicht nur Christen ihre Glaubensüberzeugungen haben, sondern auch ihre heftigsten Kritiker. Z.B. tönt es ja extrem populär zu sagen, es sei alles relativ und deshalb seien jegliche Aussagen mit Absolutheitsanspruch von vornherein disqualifiziert. Bei genauerem Hinhören wird deutlich, dass auch diese Kritik, so relativ sie auch tönen mag, im Grunde sehr fundamentalistisch und absolut ist. Oder: „Many say that it is ethnocentric to claim that our religion is superior to others. Yet isn’t that very statement ethnocentric?“ (p.12). — Ich hoffe, ich komme in weiteren Artikeln dazu, das Buch weiter vorzustellen…



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