Die Krim und die OSZE

Die ZEIT hält heute morgen einen flammenden Kommentar für mich bereit, in dem sie das Ergebnis des Referendums für nichtig erklärt.

Da beginnt man sich dann zu fragen: Wo waren eigentlich "unsere" Wahlbeobachter? Darauf sollte es eine klare Antwort geben. Und man könnte denken, die Antwort ist: Hat Rußland nicht reingelassen. Wir haben ja schließlich davon gelesen, wie Delegationen mit Warnschüssen abgeschreckt wurden, nicht wahr?

Und dann haben wir das gelesen: OSZE bleibt Krim-Referendum fern. Die Jungs und Mädels haben nicht mal Angst nach Texas zu gehen, obwohl Texas versuchte, es ihnen zu verbieten (interessanterweise haben wir die Wahlen dann auch anerkannt). Aber warum nicht an die Krim? Wir wollten doch unbedingt rein?

"Wir haben keine Einladung dazu bekommen", sagte der Sprecher des OSZE-Büros für Menschenrechte, Thomas Rymer.

Ok.

Zwei Zeilen später.

Der selbst ernannte Regierungschef der Krim, Sergej Aksjonow, hatte am Montag um Beobachter der Staatenorganisation gebeten.

Ok, den akzeptieren wir nicht als Einlader. Wen hätten wir denn wohl als Herrn im Haus akzeptiert? Die neue ukrainische Regierung. Ich könnte auch sagen: Die selbst ernannte ukrainische Regierung, nicht wahr? Echt jetzt.

Was mir daran nicht einleuchtet, ist: Wir müssten ja nun wirklich ein Interesse an der Beobachtung der Wahl haben, und zwar abseits von der versammelten Prominenz der europäischen Rechten, die sich stattdessen dort eingefunden hat. Und da zicken wir dann rum, dass wir uns nicht von jedem einladen lassen und empören uns nach der Wahl darüber, dass keine Wahlbeobachter zugegen waren?!

Ich glaube ja wohl, es hackt.

Da die Schwarzmeer-Halbinsel kein OSZE-Mitgliedsland sei, werde diese Einladung jedoch nicht anerkannt, so Rymer.

Tatsache? Warum schickt die OSZE dann militärische Beobachter, die nicht gewünscht werden?

Nee, mal wirklich, irgendwer muss mir das erklären, weil ich schon wieder total veralbert vorkomme. Und Tatsache ist: Von Putin erwarte ich nichts anderess. Aber von "uns" erwarte ich nun mal mehr, als die Bevölkerung mit lächerlichen Scheinargumenten, die sich teilweise auch noch widersprechen, zu manipulieren.

Und nee, nicht mal die Tatsache, dass ich mir da mit FPÖ-Typen die Hand geben kann, beindruckt mich an dieser Stelle. Ich fühle mich nicht mal schmutzig dabei. Soweit habt ihr mch schon.

Bleibt immer noch die Version, wo ich im Koma liege und das alles nur träume.

Kommentare


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